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Themenwoche Trainer|30.09.2014|13:10

Breitenreiter: Erst F-Jugend, dann Bundesliga

Sein Herz hängt an der Mannschaft: André Breitenreiter als Trainer des TuS Altwarmbüchen. [Foto: TuS Altwarmbüchen]

Am späten Abend war der Coup perfekt. Nach einem Kameraschwenk während der Liveübertragung bei Sky und nach Bildern in der Zusammenfassung der ARD-Sportschau rückte auch noch das aktuelle Sportstudio im ZDF den TuS Altwarmbüchen ins rechte Licht. „TuS Altwarmbüchen grüßt seinen Trainer André!“ stand für ein Millionenpublikum Grün und Schwarz auf Weiß zu lesen. Auftrag erfüllt.

Fußball-Spartenleiter Günther Plate, Manager Jens-Cord Müller und Jugendleiter Uwe Riccardi hatten das vier Meter breite Plakat zusammen mit rund 100 weiteren Aktiven des TuS mit in die Benteler-Arena des SC Paderborn gebracht. Mitleid mit ihrem „offiziellen Partnerverein“ Hannover 96, der an diesem Nachmittag mit 0:2 verlor, hatten sie nicht. Sie wollten vielmehr die Erinnerung hochhalten an die erste Station des Erfolgstrainers André Breitenreiter. Schließlich stieg der frühere Profi nicht ganz oben ein. Sondern ganz unten. Im doppelten Sinne.

Als er die F-Jugend des TuS Altwarmbüchen vor vier Jahren als Trainer übernahm, lag die Mannschaft am Boden. Tränen und Pleiten bestimmten den tristen Ligaalltag – bis Breitenreiter kam. „Ohne Erfolgserlebnisse hatte ich sie zum Saisonbeginn übernommen, am Ende waren wir Dritter und im Jahr darauf sind wir Meister geworden", erinnert sich der Trainer. „Der Erfolg hat sich umgehend eingestellt, als André übernahm“, erzählt Jens-Cord Müller. Die Söhne der beiden kickten zusammen in der F-Jugend von Altwarmbüchen, den sogenannten „Lattenknallern“. Als die Mannschaft mehr schlecht als recht dahindümpelte, dachten sie sich: „Nicht nur meckern, sondern selber besser machen.“ Gesagt, getan.

Spitzenteam im Handumdrehen

„Er erreicht die Kinder. Auch die Großen. So viel älter sind seine Spieler in Paderborn ja auch nicht.“

Breitenreiter, der bei seinem Bundesligadebüt für den Hamburger SV auf Anhieb Torwart-Titan Oliver Kahn überwunden hatte, gerade frisch in Fußballrente, übernahm das Training und bestand darauf, seinen guten Freund Jens-Cord, einen Hockeyspieler, als Manager mitzubringen. Nach Altwarmbüchen, also dorthin, wo die Familie Breitenreiter noch heute wohnt, keine zwei Kilometer vom Fußballplatz der TuS entfernt. Dorthin, wo Breitenreiter unlängst erst die Reifen seines schicken Dienstwagens geklaut wurden. Und dorthin, wo es ihn auch heute noch zum Fußballplatz zieht, wenn die D-Jugend, seine einstige Mannschaft, spielt und er nicht mit oder für den SC Paderborn unterwegs ist.

Dann leitet er schon mal ein Training oder hält in der Halbzeitpause die Ansprache. „Die Kinder hängen an seinen Lippen, genau wie früher“, sagt Müller. Die Mannschaft ist schließlich im Kern zusammengeblieben, auch Emil Breitenreiter stürmt noch in der U 13. Breitenreiter hatte aus den Sieben- und Achtjährigen des TuS Altwarmbüchen im Handumdrehen eine Spitzenmannschaft geformt. Sie wurde Herbstmeister ohne Punktverlust und stellte den besten Sturm sowie die beste Abwehr der Staffel. Siebenjährige zu coachen, sei nicht so dramatisch anders, als Profis zu trainieren, sagt Breitenreiter heute.

„Das war seine Erfahrung bei uns. Er erreicht die Kinder“, sagt Müller. „Auch die Großen. So viel älter sind seine Spieler in Paderborn ja auch nicht. Es ist kein Wunder, dass er solchen Erfolg hat. Das haben wir ihm hier alle prophezeit.“ Breitenreiter habe sich als Trainer nicht verändert, sagt Müller. „Er zieht seine Linie als Taktiker und Stratege durch. Manchmal glaube ich, dass er eine Fernsteuerung in der Hand hat, mit der er die Spieler wie Autos lenkt. Er ist kein General, sondern setzt auf Teamgeist. Aber er ruft Anweisungen rein, die sofort umgesetzt werden. Er kann ein Spiel lesen wie kein Zweiter.“

„Er ist ein Kümmerer“

Breitenreiter hat Spuren hinterlassen in Altwarmbüchen. Die U 13 hat neben dem Manager Müller in André Breitenreiters Ehefrau Claudia eine eigene Physiotherapeutin, zudem einen Mannschaftsarzt und einen Fotografen. „Das ist schon ein bisschen verrückt“, sagt Müller. Aber der Erfolg gibt ihnen recht. Müller sagt: „Breitenreiter hat hier professionelle Strukturen aufgebaut, die wir fortführen.“ Der spätere Bundesliga-Coach stellte Testspiele für seine Mannschaft zusammen, organisierte im Sommer und im Winter Jugendturniere, die bis heute jedes Jahr in Altwarmbüchen stattfinden, über seine Kontakte sorgte er für die Verzahnung mit Hannover 96, setzte sich für einheitliche Trainingsanzüge, Trikotsätze und Ausgehanzüge der Spieler ein. Und er nahm die Kinder in die Verantwortung.

„Er ist ein Kümmerer“, sagt Müller. „Ehrenpräsident“ nennt sich Breitenreiter selbst, halb scherzhaft, etwa wenn er E-Mails schreibt. Mit Trainer Slava Milanovic, einst Juniorennationalspieler in Serbien, tauscht er sich regelmäßig aus. Milanovic ließ die Kinder zuletzt dreimal unter der Woche trainieren, hinzu kam ein Spiel am Wochenende. Zuviel, urteilte Breitenreiter. Ein Training wurde mittlerweile gestrichen.

Das erfolgreiche, professionelle Konzept der U 13 auf die anderen Jugendteams in Altwarmbüchen zu übertragen, sei „schwierig“, sagt Müller. Aber auch so braucht man sich im Ortsteil von Isernhagen nahe Hannover keine Sorgen um den Nachwuchs zu machen. Müller: „Wir sind absolut überfüllt, es geht nichts mehr.“

„André Breitenreiter ist einer von uns“, sagt Günther Plate, der den Verein vor 60 Jahren mitgründete und seit mehr als 30 Jahren für die Fußballabteilung zuständig ist. „Sein Herz hängt am Verein und an der Mannschaft“, weiß Müller. Das Plakat im Stadion gegen Hannover habe ihn sehr bewegt, verrät sein Kumpel. Dennoch verließ Breitenreiter Altwarmbüchen nach knapp zwei Jahren, er hatte Größeres im Sinn. Nach seinem Abgang war das Projekt F-Jugend akut gefährdet, auch Müller überlegte auszusteigen. Letztlich machte er weiter und hielt Breitenreiter so mit im Verein. Der übernahm im Januar 2011 den Regionalligisten TSV Havelse auf einem Abstiegsplatz, zwei Jahre später verpasste er nur knapp den Aufstieg in die 3. Liga. Danach rief der SC Paderborn – und die Bundesliga.

Weitere Bundesliga-Trainer, die ihre Karriere bei den Amateuren begannen:

Robin Dutt: TSG Leonberg (Spielertrainer 1995-1999), TSF Ditzingen (1999-2002)
Markus Gisdol: TSG Salach (1997-1999)
Dieter Hecking: SC Verl (2000-2001), VfB Lübeck (2001-2004)
Jos Luhukay: SV Straelen (1998-2000)
Roger Schmidt: Delbrücker SC (2004-2007)
Armin Veh: FC Augsburg (damals Bayernliga, 1990-1995)
Josef Zinnbauer: SK Lauf (1996-1997)

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