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Doppelfunktion |20.09.2017|11:30

Civa: Der Sportliche Leiter ist auch Trainer

Ist Sportlicher Leiter und Cheftrainer beim Regionalligisten SV Babelsberg 03: Almedin Civa. [Foto: Imago]

Beim ehemaligen Zweitligisten SV Babelsberg 03 ist Almedin Civa in der Regionalliga Nordost seit Juli nicht nur Sportlicher Leiter, sondern auch Cheftrainer. Der 45-jährige Bosnier spielte früher selbst für die Potsdamer und war für den SVB unter anderem 71 Mal in der 2. Bundesliga am Ball. Zuletzt sorgte sein Team in der spektakulären Partie bei Viktoria Berlin (4:3) für Furore und belohnte sich mit dem Sprung auf Platz vier.

Im aktuellen FUSSBALL.DE -Interview spricht Almedin Civa mit Mitarbeiter Christian Knoth über seine Doppelfunktion im Verein, den positiven Saisonstart, seine aktive Laufbahn und eine Babelsberger Rückkehr in den Profifußball.

"Hin und wieder spiele ich schon beim Training mit. Es ist aber nicht so, dass es noch ständig in den Füßen juckt"

FUSSBALL.DE: Sie sind beim SV Babelsberg 03 bereits seit Januar 2013 Sportlicher Leiter und übernahmen im Sommer zusätzlich den Trainerjob. Wie bekommen Sie das zeitlich hin, Herr Civa?

Almedin Civa: Vom Zeitaufwand hat sich für mich gar nicht so viel geändert. Schon bevor ich Trainer war, habe ich von morgens bis abends gearbeitet. Jetzt bin ich genauso lange beschäftigt. Der Unterschied ist, dass ich zusätzlich zu meinen Aufgaben als Sportlicher Leiter noch die Trainingseinheiten leite und bei den Spielen an der Seitenlinie stehe.

FUSSBALL.DE: Wie kam es dazu, dass Sie eine Doppelfunktion einnehmen?

Civa: Nachdem klar war, dass Cem Efe nicht über die Saison hinaus Cheftrainer bleibt, gab es viele Gespräche mit möglichen Kandidaten für seine Nachfolge. Allerdings waren die Vereinsverantwortlichen der Meinung, dass ich der Richtige für den Job bin. Der Grund dafür war, dass es im Sommer ohnehin einen großen Umbruch in der Mannschaft gab. Wenn dann auch noch ein neuer Trainer verpflichtet worden wäre, hätte die Findungszeit des Teams noch länger gedauert. Ich kenne den Klub in- und auswendig, habe mich über das Vertrauen der Vereinsführung gefreut und nach einer kurzen Bedenkzeit zugesagt.

FUSSBALL.DE: Am Wochenende gab es für Ihre Mannschaft in einem spektakulären Spiel bei Viktoria Berlin einen 4:3-Auswärtserfolg. Nach 3:0-Führung stand es zwischenzeitlich 3:3, ehe Babelsberg das Siegtor erzielte. Hand aufs Herz: Können Sie als Trainer nach einem solchen Spielverlauf mit Ihrem Team zufrieden sein?

Civa: Auf jeden Fall. Warum sollte ich unzufrieden sein? Wir haben uns gegen eine Mannschaft, die ambitioniert ist, oben mitzuspielen, eine 3:0-Führung erspielt und hätten sogar noch mehr Tore erzielen können. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich konnten wir noch einmal den Schalter umlegen und den Siegtreffer markieren. Das macht mich stolz. Aber klar: Wenn es am Ende beim 3:3 geblieben wäre, hätten wir uns sehr geärgert. Und dass wir eine so hohe Führung nicht aus der Hand geben dürfen, steht ebenfalls außer Frage. Uns sind einige individuelle Fehler unterlaufen, über die wir intern bereits gesprochen haben.

FUSSBALL.DE: Bislang läuft es für Babelsberg rund. In der Tabelle steht Platz vier zu Buche. Wie fällt Ihr Zwischenfazit nach sieben Spieltagen aus?

Civa: Zunächst einmal möchte ich betonen, dass unsere Platzierung zum aktuellen Saisonzeitpunkt noch überhaupt nichts aussagt. Mit zwei Punkten mehr wären wir Zweiter, mit drei Zählern weniger Zwölfter. Es geht alles sehr eng zu. Dennoch: Dass wir nach sieben Spielen so gut dastehen, ist eine schöne Sache und beweist, dass wir bisher hervorragend gearbeitet haben. Unsere Jungs ziehen im Training alle klasse mit und überzeugen in den Spielen vor allem durch Zweikampfstärke und eine gewisse Aggressivität. Es macht mir riesig Spaß, diese Mannschaft zu leiten, und ich blicke optimistisch auf die kommenden Wochen.

FUSSBALL.DE: Klarer Titelfavorit ist der FC Energie Cottbus. Der Ex-Bundesligist gewann bisher alle sieben Partien bei einem Torverhältnis von 25:2. Überrascht Sie diese Dominanz?

Civa: Überhaupt nicht. Ich habe schon vor Saisonbeginn gesagt, dass Cottbus vermutlich allen anderen Teams davonziehen wird. Und das hat auch einen simplen Grund: Der FC Energie musste nur einen Abgang hinnehmen, konnte sonst alle Leistungsträger halten und hat sich zusätzlich sinnvoll verstärkt. Anders als bei der Konkurrenz gab es keinen Umbruch und die Mannschaft ist eingespielt. Das macht sich jede Woche bemerkbar.

FUSSBALL.DE: Sie waren Zweitligaprofi für Babelsberg, spielten sogar noch mit über 40 Jahren in der 3. Liga. Wirken Sie bei der einen oder anderen Trainingseinheit noch selbst mit und würden Sie manchmal gerne noch aktiv sein?

Civa: Ja, hin und wieder spiele ich schon beim Training mit. Es ist aber nicht so, dass es noch ständig in den Füßen juckt. Ich habe kein Problem damit, dass meine aktive Laufbahn seit einigen Jahren vorbei ist. Mit 40 Jahren wurde es Zeit. Ich blicke positiv auf meine Karriere zurück, weil ich das Glück hatte, größtenteils verletzungsfrei zu bleiben und sehr lange Profifußball zu spielen. Dass ich mit verschiedenen Generationen von Fußballern zusammengekickt habe, ist jetzt ein Vorteil für mich. Ich weiß, dass die jungen Spieler heutzutage andere Dinge beschäftigen als früher und ich kann mich auf verschiedene Spielertypen und Altersklassen optimal einstellen.

FUSSBALL.DE: Babelsberg spielte zuletzt in der Saison 2012/2013 in der 3. Liga. Verfolgen Sie mittelfristig das Ziel, den SVB zurück in den Profifußball zu führen?

Civa: Klar! Der SV Babelsberg 03 gehört für mich ohne Wenn und Aber in den Profifußball. Allerdings dürfen wir nicht den Fehler machen, auf Teufel komm raus aufsteigen zu wollen. Als wir zuletzt in der 3. Liga gespielt haben, wurde die finanzielle Situation vernachlässigt und wir hatten mit Schulden zu kämpfen. Aktuell geht es erst einmal darum, mit unseren vielen jungen Spielern eine starke Regionalligamannschaft zu formen. Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, werden wir oben angreifen.

FUSSBALL.DE: Bereits am Freitagabend geht es für Ihre Mannschaft mit der Partie gegen Aufsteiger VSG Altglienicke weiter. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Civa: Altglienicke ist kein typischer Aufsteiger und besitzt eine erfahrene Mannschaft mit einigen Ex-Profis. Die Qualität von Spielern wie Torsten Mattuschka und Björn Brunnemann ist unbestritten. Allerdings haben wir vor heimischer Kulisse bisher sehr gut gespielt und noch nicht verloren. Wir wollen daran anknüpfen und den nächsten Sieg einfahren.

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