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Finaltag |20.05.2019|10:00

Colak: Titel-Sehnsucht soll gestillt werden

Worms-Kapitän Jure Colak vor dem Finaltag: "In einem Finale gibt es keinen Favoriten."[Foto: imago images / Thomas Frey]

Jure Colak kickte im Iran und in Mazedonien, war kroatischer U 19-Nationalspieler und spielte für Traditionsvereine wie den SV Waldhof Mannheim, den TSV 1860 München und den 1. FC Kaiserslautern. Mit seinen 29 Jahren hat der Kapitän des Regionalliga Südwest-Absteigers VfR Wormatia Worms im Fußball-Geschäft bereits viel erlebt. Doch eines fehlt dem Verteidiger noch: der Gewinn eines Titels.

Am Samstag, 25. Mai, hat der Verteidiger die Chance, dieses „Versäumnis“ nachzuholen. Im Rahmen des Finaltags der Amateure  trifft Colak mit Titelverteidiger Worms im Endspiel des Verbandspokals Südwest auf seinen Ex-Klub aus Kaiserslautern. Dem Sieger der Partie in Pirmasens winkt nicht nur der Pokaltitel, sondern auch die Qualifikation für den DFB-Pokal. Die ARD überträgt die Begegnung ab 16.15 Uhr in einer Live-Konferenz.

Obwohl die Wormatia gegen den Drittligisten 1. FC Kaiserslautern der klassentiefere Klub ist und die beiden Vereine in der kommenden Saison sogar zwei Ligen trennen werden, erwartet Colak ein spannendes Duell. „In einem Finale gibt es keinen Favoriten. Zwischen der 3. Liga und der Regionalliga ist der Unterschied aus meiner Sicht ohnehin nicht so groß“, gibt sich Jure Colak im Gespräch mit FUSSBALL.DE angriffslustig: „Wir wollen den Pokal.“

Bereits sieben Mal gewann Worms den Pokalwettbewerb im Südwesten. Nur der FSV Mainz 05 (drei Titel für die erste Mannschaft, fünf für die U 23) holte den Pokal noch einmal häufiger als der langjährige Regionalligist (seit 2008 durchgängig), der nun aber den bitteren Gang in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar antreten muss. Durch das 1:3 bei der U 23 des VfB Stuttgart am 34. Spieltag war der Abstieg der Wormatia endgültig besiegelt.

"Im Zweikampf gegen Antonio könnte ich nicht 100 Prozent geben. Er ist mein kleiner Bruder. Ich hätte immer die Befürchtung, ihn verletzen zu können"

Trotz der vielen Pokaltitel kann die Wormatia am Finaltag Vereinsgeschichte schreiben. Entscheidet der Klub aus der 83.000-Einwohner-Stadt das Endspiel für sich, würde Worms die erste Titelverteidigung im Verbandspokal in der 111-jährigen Vereinshistorie gelingen. Im Finale 2018 hatte die Wormatia gegen den Verbandsligisten SV Alemannia Waldalgesheim 3:1 nach Verlängerung gewonnen. In der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals bekam es Worms dann mit dem Bundesligisten SV Werder Bremen zu tun (1:6).

Sollte sich der VfR Wormatia erneut zum Pokalsieger krönen, wird Colak die Trophäe als erster Spieler in den Händen halten dürfen. Obwohl er erst seit Januar für die Wormatia spielt, ist er bereits Kapitän. „Ich gebe in jeder Trainingseinheit und in jedem Spiel alles“, sagt Jure Colak: „Ich versuche, meinen Mitspielern in allen Situationen zu helfen. Das kommt scheinbar beim Trainer gut an.“

Trainer in Worms ist seit 2015 Steven Jones, für den das Endspiel ebenfalls eine besondere Partie sein wird. Nach vier Jahren Amtszeit wird der 41-Jährige den Verein zum Saisonende verlassen. Am Finaltag wird Jones also - zumindest vorerst - zum letzten Mal an der Seitenlinie der Wormatia stehen.

Von Ex-Nationalspieler Brdaric nach Mazedonien gelotst

Dass Colak zu einer Mannschaft neu dazustößt, ist nichts Neues für ihn. Worms ist bereits seine zehnte Station im Seniorenbereich. „Der Fußball ist eine Reise“, erklärt der 1,94 Meter große Innenverteidiger. „Ich wollte es unbedingt in die Bundesliga schaffen, habe es aber leider nie gepackt. Meine vielen Wechsel haben sich dann einfach so ergeben. Ich hatte nie den Plan, Jahr für Jahr den Arbeitgeber zu tauschen.“

Mit dem 1. FC Kaiserslautern, dem TSV 1860 München (jeweils zweite Mannschaft) und dem SV Waldhof Mannheim hat Colak namhafte Ex-Bundesligisten in seiner Vita stehen. Doch seine wohl aufregendste Fußball-Zeit erlebte der Defensivspezialist im Ausland. Von Januar bis Juni 2017 kickte der gebürtige Kroate für den Erstligisten Shkendija Tetovo in Mazedonien. Ex-Nationalspieler Thomas Brdaric, der Colak schon zu seiner Zeit beim Südwest-Regionalligisten TSV Steinbach Haiger betreut hatte und inzwischen bei Rot-Weiß Erfurt in der Regionalliga Nordost tätig ist, war damals dort Trainer und lotste den beidfüßigen Innenverteidiger nach Südosteuropa.

Der zweimalige mazedonische Meister sollte jedoch nicht die einzige außergewöhnliche Station in seiner Karriere bleiben. Aus Mazedonien wechselte Colak in den Iran zu Siah Jamegan Khorasan FC. „Ich wurde von einem Spielervermittler angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, im Iran zu spielen“, erzählt Colak. „Zunächst war ich skeptisch. Doch als ich mir das Land einmal persönlich angeschaut hatte, haben mich die Gastfreundschaft, die Menschen vor Ort und die Kultur überzeugt.“

Ein Jahr lang spielte Colak im Iran in der höchsten Liga. Oft zum Einsatz kam er allerdings nicht. Nur dreimal war er dort in Punktspielen am Ball. Grund dafür war eine schwere Hüftverletzung. „Die Ärzte sagten mir damals, dass ich wahrscheinlich nie wieder Fußball spielen kann“, erinnert sich Colak. „Das hat mich enorm heruntergezogen.“

Obwohl das Jahr im Iran das finanziell lukrativste für den heutigen Worms-Kapitän war, glücklich wurde er dadurch jedoch nicht: „Ich wollte schon immer viel Geld mit meinem Hobby verdienen. Doch als ich es dann geschafft hatte, saß ich alleine und verletzt in meinem Hotelzimmer, habe meine Familie und meine Freunde vermisst. Spätestens seitdem weiß ich: Geld ist nicht alles im Leben.“

Dass der Fußball im Iran anders ist und die Menschen dort anders ticken, hat Colak schnell gemerkt: „Für die Iraner ist jeder Spieltag ein Feiertag. Meine Mitspieler haben vor der Partie mehrere Stunden gebetet, Frisöre aus dem ganzen Land einfliegen lassen. Die Augenbrauen wurden gezupft, die Haare geschnitten. Jeder wollte sich für ein Fußballspiel perfekt herausputzen. So etwas habe ich noch nie gesehen.“

Jüngerer Bruder kämpft in Kroatien um Pokalsieg

Während es für Jure Colak bisher nicht für eine Karriere im Profibereich reichte, hat es sein jüngerer Bruder Antonio geschafft. Der 25 Jahre alte Mittelstürmer steht beim Bundesligisten TSG Hoffenheim unter Vertrag, ist bis zum Saisonende aber an den kroatischen Erstligisten HNK Rijeka ausgeliehen.

Mit Rijeka kämpft auch Antonio noch um einen Pokalsieg. Im Endspiel des kroatischen Pokals trifft Rijeka am Mittwochabend (ab 18 Uhr) auf Meister Dinamo Zagreb. Obwohl Jure und Antonio derzeit weit voneinander entfernt leben, haben sie viel Kontakt. „Wir telefonieren mehrmals in der Woche miteinander und haben ein sehr gutes Verhältnis“, so Jure Colak.

Dass sein vier Jahre jüngerer Bruder den Traum vom Profifußball lebt und er selbst nicht, findet Jure Colak nicht schlimm: „Wenn ich es einem Menschen gönne, dann Antonio.“ Warum es bei ihm selbst nie für einen Einsatz in der Bundesliga oder 2. Liga gereicht hat? „Dafür gibt es unterschiedliche Gründe“, erklärt Jure Colak, der zu seiner Zeit beim SV Wacker Burghausen immerhin neunmal in der 3. Liga gespielt hatte. „Ich war zu ungeduldig, habe aber auch nie eine wirkliche Chance bekommen. Immerhin konnte Antonio von meinen Erfahrungen profitieren und es besser machen.“

Mit viel Fantasie ist in der kommenden Saison sogar ein Brüderduell im DFB-Pokal denkbar. Sollte Jure mit der Wormatia am Finaltag den Verbandspokal Südwest gewinnen sowie seinen Ende Juni auslaufenden Vertrag verlängern und Antonio wieder zur TSG Hoffenheim zurückkehren (sein Vertrag bei der TSG läuft noch bis 2020), könnte es theoretisch zu einem Aufeinandertreffen in der ersten Hauptrunde kommen. Auf einen direkten Vergleich hätte aber zumindest Jure keine Lust: „Im Zweikampf gegen Antonio könnte ich nicht 100 Prozent geben. Er ist mein kleiner Bruder. Ich hätte immer die Befürchtung, ihn verletzen zu können.“

Bis zu einem möglichen Familienduell ist es aber ohnehin noch ein weiter Weg. Zunächst einmal will Jure Colak am vierten Finaltag der Amateure  mit der Wormatia erstmals den Titel verteidigen. Mit dem achten Pokalerfolg würde Worms in der Rangliste der Südwest-Pokalsieger außerdem mit Rekordgewinner FSV Mainz 05 gleichziehen.

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