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Torwart Christian de Groodt |30.01.2016|17:00

De Groodt: Bisschen Neuer, bisschen Butt

Christian de Groodt spielt beim PSV Wesel Futsal, in der Fußball-Bezirksliga steht er beim SV Friedrichsfeld zwischen den Pfosten. [Foto: Rüdiger Zinsel]

Mit Blick auf die Spielweise und die Fähigkeiten von Christian de Groodt drängen sich Vergleiche zu berühmten Torhütern geradezu auf. Manuel Neuer, Hans-Jörg Butt, „Radi“ Radenkovic. Wir stellen den „positiv Verrückten“ vor, der nicht nur in der Bezirksliga beim SV Friedrichsfeld zwischen den Pfosten steht, sondern schon bald Futsal-Geschichte schreiben könnte.

"Nach drei Schienbeinbrüchen habe ich mich dann aber wieder für die Torwart-Laufbahn entschieden"

Futsal-Länderpokal in Duisburg . Das zweite Spiel der niederrheinischen Auswahl entwickelt sich zum Drama. 2:2. Gegen den Vorjahressieger aus Hamburg braucht es eine zündende Idee. Time-out. Das Team vom Niederrhein berät sich, spricht einen Spielzug ab. Zurück auf dem Feld wirft Keeper Christian de Groodt den Ball zum Mitspieler – und sprintet plötzlich nach vorne. Sekunden später steht der Mann mit dem schwarzen Kapuzenpulli allein vor dem gegnerischen Torhüter, erwartet den Pass. Vergeblich. Sein kurioser Ausflug scheitert am unpräzisen Zuspiel des Mitspielers.

Auch wenn der skurrile Spielzug am Ende nicht von Erfolg gekrönt ist und Hamburg die Partie mit 3:2 gewinnt, eines verdeutlicht diese Szene beim Futsal-Landesauswahlturnier: Christian de Groodt ist alles andere als ein gewöhnlicher Torwart. Eher ein „positiv Verrückter“, was auch Niederrheins Coach Steffen Bonnekamp bestätigt.  

Torwart und Feldspieler

Erst seit etwa eineinhalb Jahren widmet sich der vielseitige Schlussmann dem Futsal, spielt beim PSV Wesel in der Futsal-Regionalliga West . „Meistens im Tor, manchmal aber auch als Feldspieler“, sagt de Groodt. In der kurzen Zeit als Futsaler hat er es nicht nur in die höchste Spielklasse, sondern auch in die Niederrhein-Auswahl geschafft. Dennoch fährt der fußballverrückte Voerder dabei noch zweigleisig und tanzt an sieben Tagen pro Woche auf zwei Hochzeiten.

Als Torwart hält der 26-Jährige den Kasten des Fußball-Bezirksligisten SV 08/29 Friedrichsfeld sauber. Im Futsal hat der 1,85 Meter große Keeper eine weitere Leidenschaft entdeckt. „Mit drei Jahren habe ich beim SV 08/29 mit dem Fußballspielen angefangen, war erst Torwart, habe mich in der Jugend aber auch als Feldspieler versucht. Nach drei Schienbeinbrüchen habe ich mich dann aber wieder für die Torwart-Laufbahn entschieden“, erinnert sich Christian de Groodt an seine fußballerischen Anfänge. Die Vergangenheit als Feldspieler entpuppt sich nun als großer Pluspunkt. Nationaltorwart Manuel Neuer lässt grüßen.

Sechs Tore in der Bezirksliga

„Man kann schon sagen, dass zu meinen Stärken - neben dem Torwartspiel auf der Linie - auch das Mitspielen außerhalb des Strafraums zählt“, verrät der Keeper, der in seinem Bezirksligateam als Elfmeterschütze für Furore sorgt. Erst im letzten Spiel des vergangenen Jahres traf er wieder vom Punkt - zur Führung beim 3:0 im Derby gegen den SV Spellen . „Das war mein sechster verwandelter Elfer“, weiß de Groodt und wandelt auf den Spuren des ehemaligen Bundesliga-Torwarts Hans-Jörg Butt, der in der höchsten Spielklasse sogar 26 Elfmeter verwandelte.

Fußballerisch ausgelastet fühlt sich Christian de Groodt trotzdem nicht. Sein Glück: Der DFB und seine Landesverbände fördern den Futsal und haben im Dezember 2015 beschlossen, eine deutsche Futsal-Nationalmannschaft zu gründen . „Als mich ein paar Freunde aus meiner Fußballmannschaft gefragt haben, ob ich Lust hätte, auch beim Futsal mit zu kicken, habe ich sofort zugesagt“, so de Groodt, dessen Trainingspensum sich durch die zwei bis drei Einheiten mit seiner Futsal-Truppe weiter erhöht hat.

Ausflüge wie einst Radenkovic

„Der Aufstieg in die WFLV-Regionalliga war mein erster großer Erfolg im Futsal“, findet de Groodt, der zweite sollte schnell folgen: „Über meinen Trainer Hamudi Baydun habe ich Kontakt zur Niederrhein-Auswahl geknüpft. Beim DFB-Länderpokal in Wedau dabei zu sein, ist schon was Besonderes“, sagte der Keeper am Rande des Turniers, das die besten Futsal-Spieler Deutschlands nutzten, um sich Nationaltrainer Paul Schomann und dessen Sichterteam anzubieten.

Apropos auffallen: Kein Problem für Torwart de Groodt. Wenn sich der 1,85-Schlacks im schwarzen Kapuzenpullover mit dem Ball am Fuß in den Angriff einschaltet, zwei bis drei Gegner umkurvt und den Tempogegenstoß mit einem feinen Pass auf den einschussbereiten Mitspieler abschließt, geht meist ein Raunen über die Tribüne. So muss es einst wohl auch beim durch ähnliche Ausflüge bekannt gewordenen „Radi“ Radenkovic gewesen sein.

Einladung zum DFB-Lehrgang

Begeistert von den Auftritten seines Schützlings ist auch der Trainer der Niederrhein-Auswahl: „Christian ist nicht nur unglaublich reaktionsschnell und als Futsal-Torwart ungemein lernwillig. Er ist auch so ein positiv Verrückter, der bei aller Top-Leistung immer locker ist, Spaß am Spiel hat und mit seiner Art gute Laune verbreitet“, beschreibt ihn Coach Steffen Bonnekamp.

Ein positiv Verrückter, der es nun sogar in den vorläufigen Kader der Nationalmannschaft geschafft hat. Die großartige Nachricht erreichte de Groodt knapp eine Woche nach dem Futsal-Sichtungsturnier: Für den DFB-Lehrgang vom 16. bis 18. Februar im hessischen Grünberg wurden 30 Futsal-Talente nominiert - eines von ihnen ist der 26-jährige Kepper, der mit Vergnügen auf zwei Hochzeiten tanzt. Noch, denn für de Groodt steht fest: „Wenn ich es tatsächlich in die neue Nationalmannschaft schaffen sollte, ist es selbstverständlich, dass es dann nur noch Futsal für mich geben würde.“