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Kultfigur |20.08.2016|12:30

De Prato: Neun Aufstiege und großer Appetit

Trug zwischenzeitlich den Spitznamen "Braten": Kultfigur Florian De Prato vom VfR Garching. [Foto: Imago (2) / Collage: FUSSBALL.DE]

Scharfe Eckbälle, gefährliche Freistöße, 50-Meter-Diagonalbälle in den Fuß: Technisch hat Florian De Prato vom VfR Garching wohl mehr drauf als mancher Bundesligaspieler. Dass er jedoch stets in unteren Klassen kickte, hat andere Gründe. Der 30-Jährige, der zwischenzeitlich den Spitznamen "Braten" verpasst bekam und nun immerhin in der Regionalliga am Ball ist, ist unsere FUSSBALL.DE-Kultfigur der Woche.

Der Grund, warum Florian De Prato nie Profi geworden ist, war nicht der Bauch, es war sein Kopf. „Ich habe zu viel nachgedacht“, sagt der Allrounder über seine Jugendzeit. Damals war der Spieler, der zwischenzeitlich den Spitznamen „Braten“ trug, tatsächlich noch ein „Spargeltarzan“, wie er selbst sagt. Und dann war da noch dieser Lehrgang mit der Bayerischen Auswahl, wo er als 17-Jähriger folgenden Satz zu hören bekam: „Ihr seid gute Fußballer, ihr bringt alles mit, doch der deutsche Fußball tendiert zu Größe.“ Da dachte sich das 1,70 große Talent: Das ist alles nichts für mich, ich kicke jetzt lieber wieder mit meinen Freunden. Dann erst kam der Bauch ins Spiel.

Das vorweg: Florian De Prato, Jahrgang 1986, ist zufrieden. Er trauert keiner verpassten Chance hinterher, im Gegenteil. „Ich habe eine wunderbare Frau, wer weiß, ob ich sie als Profi kennengelernt hätte“, sagt er. Dafür bereichert er nun den gehobenen Amateurfußball, seit der Saison 2016/17 nicht nur in Teilen, sondern in ganz Bayern , denn er spielt für den Regionalligisten VfR Garching . Wenn vor einem Spiel auf der Tribüne ein De-Prato-Kenner auf einen Nichtkenner trifft, hört sich die Diskussion in etwa so an: „Bei den Garchingern musst du mal auf die 23 achten.“ – „Wieso?“ – „Das siehst du dann schon.“

Man sieht es sofort. Einerseits hat De Prato immer noch ein kleines Bäuchlein, wenngleich er zuletzt sehr viel abgenommen hat. Vor allem aber ist da diese Ballbehandlung. Die scharfen Eckbälle und Freistöße, die so gut wie immer gefährlich sind. Die Diagonalbälle über 50 Meter, die genau im Lauf des Mitspielers landen, obwohl der Gegenspieler eng deckt. Manche vergleichen ihn mit Gerd Müller, wegen des tiefen Schwerpunkts. Andere mit Ailton, Stichwort Kugelblitz. Beide Vergleiche verbieten sich. Zum einen hat De Prato eine bessere Technik als Müller, er arbeitet mehr außerhalb des Strafraums, ist seit Jahren eher Ideengeber als Vollstrecker. Zum anderen ist er lange nicht so extrovertiert wie der Brasilianer, der mit Werder Bremen Deutscher Meister wurde. Auch wenn De Prato mal im Fernsehen zu sehen war, in der VOX-Soap „Vier Hochzeiten und eine Traumreise“ – für die Familie macht der Bräutigam eben alles.

"Bei den Garchingern musst du auf die 23 achten" - "Wieso?" - "Das siehst du dann schon"

Auf dem Platz ist De Prato auf jeden Fall einer, der Spiele entscheiden kann mit seiner Technik und seiner Genialität. Mit etwas mehr Vertrauen in das eigene Können hätte er es wohl bis ganz oben schaffen können – das hatten sie ihm auch bei der SpVgg Unterhaching so prophezeit, wo er in der Jugend in der Regionalliga spielte. Auf dem Weg, den er nun eingeschlagen hat, ist er zumindest an keine Grenzen gestoßen, er wächst vielmehr mit seinen Aufgaben: De Prato ist sage und schreibe neun Mal aufgestiegen, und jeder neuen Liga hat er seinen Stempel aufgedrückt. Mit Freistoßtoren, mit einem Dribbling zum BFV-Bayerntreffer des Monats, mit einer genialen Vorlage – kurz: mit wahnsinnig viel Präsenz auf dem Rasen.

„Das Talent ist ihm in die Wiege gelegt. Was seine Technik angeht: Sie ist besser als bei so manchem Bundesligaspieler“, sagt Ivica Coric, sein einstiger Trainer beim Kirchheimer SC. De Prato selbst sagt, die Technik stammt vom Piusplatz. In diesem Park im Münchner Osten verbrachte er sehr viel Zeit mit Markus, einem seiner vier Brüder, die übrigens alle Fußballer sind. „Wir haben uns vieles selbst beigebracht“, sagt er. Nicht nur das übliche Klein-Klein, sondern auch weite Bälle. Sehr weite Bälle. Über 40 Meter mit Unterschnitt, damit der Mitspieler den Ball auch vernünftig annehmen kann. Ein Privattraining mit bisweilen großen Opfern war das. Der Rasen am Piusplatz ist öffentlicher Raum, dort sind auch viele Menschen mit ihren Hunden unterwegs. Wenn sich bei den Sprints Reste an den Sohlen ansammelten, war das ein zu behebendes Malheur. Wenn beim häufigen Grätschen aber etwas an der Kleidung hängen blieb, gab es schon mal Ärger zu Hause.

Fußball war im wahrsten Sinne allgegenwärtig. Mit 16 zogen die De Pratos in die Dachgeschosswohnung über der Sportanlage Grasbrunn im Südosten Münchens ein, die sein Vater noch heute leitet. Zum nahe gelegenen Kirchheimer SC wechselte er, als er entschieden hatte, die Fußball-Karriere schleifen zu lassen. Kurz danach erlitt er seinen Kreuzbandriss, es war das erste Mal, dass er zunahm. Doch in den Amateurklassen, in denen er sich nun aufhielt, war er selbst mit Übergewicht schlicht zu gut, um ihn auf der Bank sitzen zu lassen.

Es folgten mehrere Jahre in den unteren Klassen. Kirchheim hatte ein gutes Team und stieg mehrmals auf, bis in die Landesliga. Das einzige was De Prato bisweilen bereut ist, dass er sich nicht früher um seinen Körper gekümmert hat. Er spricht heute sehr offen darüber: „Es war ein Teufelskreis. Wenn ich mehr trainiert habe, habe ich auch mehr Hunger gehabt“, sagt er. Eine Weile war sein Körper bekannter als sein Talent. Bis zu Vorurteilen ist es nur noch ein gedanklicher Kurzpass. „Ich habe so viele Beleidigungen gehört, das ist echt abartig“, sagt er. Ein eher harmloseres Beispiel trug sich beim SV Kirchanschöring im Oktober 2010 zu. Beim Bezirksoberliga-Spiel sagten einige Heimzuschauer vor der Partie: „Gebt´s dem doch a Leberkässemmel.“ De Prato schoss beim 3:1-Erfolg der Kirchheimer alle drei Tore. „Die Zuschauer haben dann später gesagt: Wir wussten ja nicht, dass er so gut ist“, so der damalige Trainer Coric. Die Sprüche wurmten ihn, aber sie motivierten ihn auch.

Knorpelschaden im Knie

In der gleichen Saison traf De Prato auf Daniel Weber. Eigentlich war er gerade im Urlaub, als der KSC gegen den VfR Garching spielte, doch er entschied sich spontan, von der Hütte in den Bergen zum Stadion zu fahren und zumindest auf der Bank zu sitzen. Nach dem Spiel kam er mit dem gegnerischen Coach ins Gespräch, am Ende stand ein Angebot, zum VfR zu wechseln. Im Nachhinein betrachtet war das für De Prato der zweite, der echte Karrierestart. „Ich habe zum ersten Mal systematisch Fußball gespielt“, sagt er. Plötzlich war er begeistert davon, wie professionell das Training organisiert war, und wie familiär es zugleich unter Weber und seinem Assistenten Günter Edahl zuging. De Prato hatte wieder Lust, alles zu geben, und er nahm zum ersten Mal auch wieder signifikant ab. Der gelernte Stürmer fand sich plötzlich auf der Sechser-Position wieder, ab und zu auch mal im offensiven Mittelfeld, je nachdem, wo Webers Taktik sein Können am besten gebrauchen konnte. „Er will jedes Jahr etwas anderes von mir“, sagt De Prato und lacht.

2014 schien die steile Amateur-Karriere zu Ende zu sein. Die Bayernliga-Rückrunde hatte er fast komplett unter Schmerzmitteln bestritten – Knorpelschaden im Knie. Als die Mannschaft am letzten Spieltag den Aufstieg feierte, bekam De Prato plötzlich für viele überraschend einen Strauß Blumen überreicht, einen Abschiedsstrauß. Danach saß er auf der Tribüne und weinte.

Es folgte ein Jahr als Spielertrainer beim Kreisligisten TSV Moosach , wo De Prato damals mit seiner Familie wohnte. Dann merkte er: Da geht noch was, und erneut lief ihm Weber über den Weg. Der VfR war gerade wieder abgestiegen. Also half De Prato beim direkten Wiederaufstieg mit, und diesmal ist er geblieben. Die Regionalliga wird seine höchste Klasse sein. Für die verbleibende Zeit als aktiver Fußballer, wie lange das auch noch sein mag, hat De Prato nur noch ein Ziel: „Nicht mehr absteigen. Das habe ich nämlich noch nie erlebt.“

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