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Kultfigur |11.11.2016|09:00

Der ewige Kailing: Er kann es nicht lassen

Ein Mann und sein Verein: Manfred Kailing und der FV Rübenach. [Foto: Smandzich]

Manfred Kailing hat sich mal wieder breitschlagen lassen. „Ich habe noch einmal für zwei weitere Jahre zugesagt“, sagt der Vorsitzende des FV Rübenach. Eigentlich sollte schon längst Schluss sein, doch sein Herz hängt nun mal am Klub. Als 22-Jähriger stieß der frühere Torwart zum Verein, drei Jahre später wurde er in den Vorstand berufen. Heute ist Manfred Kailing 74 Jahre alt – und unsere FUSSBALL.DE-Kultfigur der Woche.

"Heutzutage würde das keine Frau mehr mitmachen"

Die Anfangsjahre von Manfred Kailing beim FV Rübenach, einem Stadtteilklub in Koblenz, standen unter keinem guten Stern. Als Ersatztorwart drückte er meist die Bank. „Ich hatte das Pech, dass unser damaliger Stammkeeper ein ganz Guter war. Er hat sogar einige Jahre in der Rheinlandauswahl gespielt“, erinnert sich Kailing. Ein Wechsel zu einem anderen Verein kam für ihn dennoch nie in Frage. „Ich bin doch damals gerade erst nach Rübenach gezogen, habe hier eine Familie gegründet“, berichtet Kailing. Also beschloss er, zu bleiben – eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut hat: „Nein, keine Sekunde. Sonst hätte ich all die wunderbaren Jahre mit dem FV Rübenach nicht erlebt.“

Bereits während seiner aktiven Zeit war Manfred Kailing in die Vereinsarbeit eingebunden, peu à peu durchlief er alle Ämter im Klub. Er war Jugendleiter, Trainer der ersten Mannschaft und Geschäftsführer. Dem Vorstand gehört er seit 1967 an. Zwischen 1996 und 2004 war er stellvertretender Vorsitzender, seither steht er an der Spitze des Vereins.

„Ich bin mit dem FV Rübenach groß geworden. Als ich hier als junger Torwart angefangen habe, hätte ich nie gedacht, dass daraus mal so eine lange Zeit wird“, sagt Kailing. „Man wird in etwas reingedrängt und will das dann auch ordentlich ausführen. Es ist wie ein Zwang, aus dem man nicht mehr rauskommt.“

Jede freie Minute hat er in den letzten 52 Jahren für den Verein geopfert – sehr zum Leidwesen seiner Ehefrau Karin. „Heutzutage würde das keine Frau mehr mitmachen. An den Wochenenden war ich kaum einmal zuhause, ständig bin ich unterwegs gewesen. Für mich persönlich war es eine schöne Zeit, für meine Familie sicherlich nicht immer“, erzählt Kailing, der sich vor Auszeichnungen für sein langjähriges ehrenamtliches Wirken kaum retten kann.

So wurde er beispielsweise vom Deutschen Fußball-Bund mit der Verdienstmedaille geehrt. Sportsmann des Jahres war der leidenschaftliche Boule-Spieler auch schon und die goldene Ehrennadel des Fußballverbandes Rheinland darf Manfred Kailing seit kurzem ebenfalls sein Eigen nennen. „Ich könnte heute gar nicht sagen, wofür ich die Ehrungen alle im Einzelnen bekommen habe. Ich strebe auch überhaupt nicht danach. Wenn mir mal einer auf die Schultern klopft, dann reicht mir das völlig aus“, erklärt Kailing in aller Bescheidenheit. Einen gewissen Stolz verspüre er dennoch: „Ja, das natürlich schon.“

Stolz ist Manfred Kailing auch auf den neuen Kunstrasenplatz des Vereins. „15 Jahre lang haben wir für die Umsetzung dieses Traumes hart gekämpft, zahllose Gespräche geführt und so manche schlaflose Nacht in Kauf genommen. Immer wieder mussten wir Rückschläge einstecken und neue Hürden meistern. Das waren schon Klimmzüge, ehe die Baugenehmigung endlich erteilt wurde“, berichtet er. „Von meinen früheren Mitstreitern, die wie ich bei den ersten Anträgen dabei waren, lebt inzwischen leider keiner mehr. Ich bin der einzige, der von damals noch übrig geblieben ist.“

Im September vergangenen Jahres wurde der Kunstrasenplatz in einer feierlichen Stunde offiziell eingeweiht – und Manfred Kailing hätte nach all den Strapazen ruhigen Gewissens im Vorstand abdanken können. Doch das ist gar nicht so einfach, wie der 74-jährige Vorsitzende gesteht: „Ich würde gerne mein Amt in jüngere Hände legen. Aber es fällt schwer, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Jemanden, der auch wirklich mit Herzblut hinter dem Verein steht.“ Also hängt Kailing noch zwei weitere Jahre dran. Es würde beim FV Rübenach aber auch niemanden verwundern, wenn aus den zwei Jahren vielleicht am Ende doch ein paar Jährchen mehr werden.

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