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Kultfigur |03.02.2017|11:45

Der Trikotsammler: Mihelovic mag es dreckig

Ein Mann und einige seiner Trikots: Marcel Mihelovic ist stolz auf seine Sammlung. [Foto: Nico Herbertz]

Spieltag, 9 Uhr morgens: Marcel Mihelovic macht sich auf den Weg. Drei Stunden und 22 Minuten Zugfahrt quer durch Nordrhein-Westfalen. Mihelovic hat eine Mission. Er möchte ein Trikot für seine Sammlung ergattern. Sein Ziel: Nicht der Borussia-Park oder die Arena AufSchalke, sondern das Häcker-Wiehenstadion. Dort spielt der Regionalligist SV Rödinghausen. Der 25-Jährige ist der Sammler von matchworn Spielertrikots der Regionalliga West schlechthin. Und unsere Kultfigur der Woche.

„Etwa 18 Trikots habe ich schon von den Rödinghausenern bekommen“, freut sich Mihelovic. Seit zwei Jahren sammelt der 25-Jährige Trikots aus der Regionalliga West – matchworn, das heißt im Originalzustand. Ungewaschen. „Ich stehe drauf, wenn das Trikot dreckig und verschwitzt ist. Genau das macht mein Hobby aus“, erzählt der 25-Jährige.

Seine Butze in Bottrop riecht nach Schweiß. Die zahlreichen Errungenschaften hängen aufgebügelt am Bett, am Schrank, an den Lampen. „Jeden Tag muss ich die Trikots zum Lüften raushängen, damit sie nicht anfangen zu schimmeln. Ich verteile sie in der ganzen Wohnung“, sagt Mihelovic und schiebt schmunzelnd hinterher: „Die Möbel kann man dann nicht mehr sehen.“ Nach einer Stunde kommen sie wieder in den Schrank im Schlafzimmer. Der wurde extra für die Sammlung gekauft.

"Ich stehe drauf, wenn das Trikot dreckig und verschwitzt ist. Genau das macht mein Hobby aus"

Angefangen hat der Trikotwahnsinn bei einem Bundesligaspiel in Leverkusen. Mihelovic saß in der ersten Reihe und hielt ein Plakat hoch. Er wollte ein Trikot von den abstiegsbedrohten Frankfurtern. Die Fernsehkameras fingen das Bild ein. „Bewahr‘ es gut auf. Das könnte das letzte Bundesliga-Shirt der Eintracht sein“, kommentierte der Moderator. Der Videoclip verbreitete sich in den sozialen Medien. Es hagelte fiese Kommentare. „Ich wollte mit dem Sammeln aufhören“, erzählt der Bottroper, entschied sich dann aber, den Fokus nicht auf den Profifußball zu legen, sondern auf die Ligen darunter. Er liebt die Maloche.

„Für mich ist das Sammeln in der Regionalliga etwas Besonderes, weil die meisten Spieler ihre Trikots aus eigener Tasche zahlen“, schildert Mihelovic. Und genau das ist das Problem. Damit die Kicker ihre Shirts rausrücken, muss der 25-Jährige Überzeugungsarbeit leisten – auch weil Trikots nicht so schnell nachgeliefert werden können. Bewaffnet mit Zeitungsartikeln und einer Collage, auf der seine komplette Sammlung gedruckt ist, spricht er die Viertligaspieler an. Manchmal vor der Partie, manchmal danach. „Sobald die Tore aufgeschlossen werden, bin ich da. Kontakte sind das Wichtigste“, sagt Mihelovic.

Deshalb bleibt es nicht nur beim Smalltalk an der Stadionbande. Er schreibt Vereine an und auch auf dem Trainingsplatz stattet er den Mannschaften einen Besuch ab. Mit manchen Spielern ist der Kontakt über die Trikotübergabe hinweg bestehen geblieben. „Wir schreiben und telefonieren auch mal. Teilweise haben sich Freundschaften entwickelt“, erzählt der Fan von Rot-Weiß Oberhausen.

Die Trikots seiner liebsten Spieler hängen eingerahmt an den Wänden. Seine Schätzchen. Sie alle haben ihre eigene Geschichte. Mihelovic plaudert aus dem Nähkästchen: „Den Ahlen er Rene Klingenburg fragten nach Abpfiff viele Zuschauer nach seinem Trikot. Er winkte ab. Dann sah er mich. Ohne Aufforderung schmiss er mir sein Trikot zu. Dat war schon geil.“ Die Beiden kannten sich von einer Partie aus der vergangenen Saison, bei der „Klinge“ noch für Viktoria Köln kickte. Es sind solche Augenblicke, für die sich die Ausdauer und das investierte Geld in Fahrkarten und Tickets lohnen. „Aber es gehört auch Glück dazu“, betont der Ruhrpottler: „ Es kommt auch auf das Ergebnis an. Einige Spieler versprechen mir vor der Partie ihr Trikot. Dann verlieren sie und hauen kommentarlos und ohne mich zu beachten in die Kabine ab. Und ich komme extra für sie dahin.“

Ein bis drei Begegnungen schaut sich der Sammler pro Woche an. Welche Partie es am Ende wird, hängt davon ab welche Trikots noch fehlen. Dafür studiert er jede Woche ausgiebig den Spielplan. „Am Tag verbringe ich etwa zwei Stunden mit meiner Sammel-Leidenschaft“, sagt Mihelovic: „Informieren, Reisen planen, Lüften, meine Facebookseite und -gruppe pflegen und und und.“ In seine Facebook-Gruppe lädt er Gleichgesinnte zum Trikottausch und -verkauf ein. Sogar Profis wurden bereits aufmerksam. Zwei Spieler vom MSV Duisburg nutzen die Plattform, um getauschte Trikots für einen guten Zweck zu verkaufen.

Das kommt für seine Schätzchen aber nicht in Frage. Das Ziel von Mihelovic ist es, irgendwann ein kleines Trikotmuseum in den eigenen vier Wänden zu eröffnen. Außerdem möchte der Bottroper ein Buch über sein außergewöhnliches Hobby schreiben. Damit die Blätter gefüllt werden können, geht er weiterhin auf Jagd nach dreckigen, schweißigen Trikots. Trikots, die ihre eigene Geschichte erzählen.

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