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Serie "Familienbande" |27.01.2016|12:00

Die Dardennes: Schiris und Arbeitskollegen

Wie der Vater so der Sohn: Niklas Dardenne (links) eifert seinem Vater Georg als Schiedsrichter nach. [Foto: Kämpf]

Georg Dardenne leitete in den 90ern als Schiedsrichter 121 Bundesligaspiele, sein 25-jähriger Sohn Niklas pfeift heute in der Regionalliga und will ebenso nach ganz oben: Das ungewöhnliche Dardenne-Duo eint die große Leidenschaft fürs Pfeifen, zudem arbeiten Vater und Sohn tagtäglich im gemeinsamen Versicherungsbüro miteinander. Neuer Teil unserer Serie Familienbande.

Es war nur eine Wahrnehmung im Augenwinkel, in einem Sekundenbruchteil, die Georg Dardenne reagieren und Ewald Lienen scheitern ließ. „Ich habe gesehen, wie er sich aufgebaut hat und auf mich zukam“, erinnert sich Dardenne, „und ich habe mir gedacht, dass er mir die Rote Karte nicht abnehmen wird.“ Dardenne reagierte blitzschnell, hob die Karte ein Stückchen höher und ließ den wütenden Lienen ins Leere hüpfen.

Dass er mit seiner souveränen Handlung für kuriose Bilder und ein Kapitel Bundesliga-Geschichte sorgen würde, ahnte der Schiedsrichter aus der Eifel damals nicht. Und auch Lienen hatte im Mai 1998, beim Spiel seines FC Hansa Rostock bei Borussia Mönchengladbach, ganz andere Sorgen. Die sich abzeichnende Niederlage und einige Entscheidungen des Unparteiischen hatten sein Nervenkostüm strapaziert. Und als Dardenne dann kurz vor Schluss einem weiteren Hansa-Akteur Rot zeigte, war es um Lienens Contenance geschehen. „Ich habe ihn dann für die letzten Minuten der Partie auf die Tribüne geschickt“, erinnert sich Dardenne, „später hat er sich bei mir entschuldigt und eingestanden, dass meine Entscheidungen allesamt korrekt waren.“

Mehr als 17 Jahre sind seitdem vergangen, doch Dardenne muss bei der Erinnerung immer noch schmunzeln. Und auch sein Sohn Niklas kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Ich kenne die Szene aus einem Internet-Video“, sagt er. Und natürlich hat sein Vater ihm auch von diesem ungewöhnlichen Erlebnis erzählt wie auch von vielen weiteren seiner erfolgreichen Schiedsrichterkarriere, in deren Verlauf er zwischen 1989 und 1999 121 Erstliga-, 51 Zweitliga-, 15 DFB-Pokal-Spiele leitete und auch international Karriere machte. Inzwischen ist es nicht selten umgekehrt: Niklas berichtet dem Senior von Geschehnissen auf dem Fußballplatz. Denn Niklas Dardenne ist in die Fußstapfen des Vaters getreten und schickt sich an, als Unparteiischer Karriere zu machen. Inzwischen leitet er Spiele in der Regionalliga, und das soll nicht das Ende sein.

"Es hatte mich einfach gepackt, ich wollte als Schiedsrichter vorankommen"

„Die Parallelen in unserer Vita sind unverkennbar“, sagt Georg Dardenne und stellt damit einen Satz in die Welt, der nicht einfach so an seinem Sohn vorübergeht. Niklas hält einen Augenblick inne, muss lächeln und offenbart damit eine ordentliche Portion Stolz. Dass die beiden eine besondere Beziehung verbindet, ist klar. Schon die Tatsache, dass beide Seite an Seite in ihrem Versicherungsbüro in der 27.000 Einwohner zählenden Stadt Mechernich im Kreis Euskirchen arbeiten, ist nicht alltäglich, die gemeinsame Leidenschaft für das Schiedsrichterwesen macht die zwei aber zu einem wahrlich ungewöhnlichen Vater-Sohn-Gespann.

Genau wie sein Vater hat auch Niklas sich früh für eine Laufbahn als Unparteiischer entscheiden. Mit gut 14 Jahren machte er den Schiedsrichterschein und schon damals, 2005, ahnte er, dass ihn eine Karriere als Spielleiter mehr reizen würde, als die Laufbahn im Trikot seines Heimatvereins SG Sportfreunde Marmagen-Nettersheim . Zwar lief er zunächst weiterhin für die Nachwuchsmannschaften der Sportfreunde auf, doch parallel begann er, als Schiedsrichter Erfahrung zu sammeln. Die Fortsetzung seiner Spielerkarriere barg jedoch einen großen Vorteil: Niklas lernte, wie es sich anfühlt, zu gewinnen oder zu verlieren, sich über das Verhalten von Gegnern oder vermeintliche Fehlentscheidungen zu ärgern. Er lernte, wie sich die Emotionen von Team und Akteuren im Verlaufe einer Partie entwickeln können, wie Frust, Leidenschaft und Ehrgeiz wirken. „Das ist ganz wichtig“, sagt sein Vater, „du wirst nur ein guter Schiedsrichter, wenn du diese Erfahrungen mitgenommen hast, du brauchst eine Nase für die Dynamik, die sich im Verlaufe eines Spiels entwickeln kann, du musst die Emotionen von Aktiven kennen, wenn du sie erfolgreich händeln willst.“

Mit der Fähre zum Stadion

Kurz nach dem Übergang ins Seniorenalter hatte sich Niklas Dardenne dieses Rüstzeug angeeignet. Zudem nahm sein Engagement als Schiedsrichter immer mehr Zeit in Anspruch. Er beendete seine aktive Karriere und beschränkte sich aufs regelmäßige Training mit den einstigen Mitspielern. „So habe ich mich fit gehalten und meine Kontakte gepflegt“, sagt er. Seinen Ehrgeiz stillte er aber längst im Dress des Unparteiischen. „Es hatte mich einfach gepackt, ich wollte als Schiedsrichter vorankommen“, sagt er.

Damit erging es ihm wie seinem Vater, der einst ebenfalls früh die Spielerkarriere bei seinem Heimatverein TSV Feytal zugunsten der Schiedsrichterlaufbahn beendet hatte. Bereut hat er das nie. Zwar hat Georg Dardenne die Laufbahn als Schiedsrichter nicht reich gemacht, aber er ist als Mensch gereift, hat einzigartige Erfahrungen gesammelt und ist in der Welt herumgekommen. Es gibt kaum ein Stadion in Deutschland, das keine Erinnerungen bei ihm weckt. Und auch auf der Europakarte gab es nach dem Abschluss seiner siebenjährigen internationalen Karriere so gut wie keine weißen Flecken mehr. Georg Dardenne war beinahe überall. Er hat in den großen Arenen wie dem Camp Nou in Barcelona oder dem Celtic Park in Glasgow genauso gepfiffen wie auch in den kleinen Spielstätten in den entlegenen Ecken Europas. „Auf den Faröer-Inseln musste ich bei Windstärke acht mit der Fähre zum Stadion fahren. Ich kam mit wackligen Beinen dort an“, erinnert er sich, „und wenn die Spieler voll durchgezogen haben, landete der Ball schon mal im Atlantik.“

Auch seine Erstliga-Premiere im August 1989 wird der gelernte Jurist nie vergessen. Am Millerntor, dem damals noch leicht morbiden, aber ungeheuer stimmungsvollen Fußballtempel unweit der Hamburger Vergnügungsmeile Reeperbahn, erwartete der FC St. Pauli den FC Homburg. „Das war schon ein spezieller Einstieg. Das Stadion war als Hexenkessel bekannt“, sagt Georg Dardenne, der sich nach dem 1:1 zufrieden auf die Heimreise in die vergleichsweise beschauliche Eifel machen konnte. Er hatte das Debüt ohne gravierende Fehler über die Bühne gebracht. Und genau das gelang ihm noch dutzende Male.

Aus wegen Rückenbeschwerden

Dardenne überließ den Spielern die Show und bemühte sich darum, mit Fingerspitzengefühl und konsequenter Regelauslegung das Geschehen aus dem Hintergrund zu lenken, den Spielfluss zu gewährleisten und die Verletzungen oder Entgleisungen zu verhindern. Beschimpfungen und Anfeindungen in den Stadien ist aber auch Dardenne nicht gänzlich entgangen. Sein Sohn Niklas hat all das nur aus der Entfernung mitbekommen. Die Auftritte des Vaters hat er gemeinsam mit Mutter Angela vor dem Fernsehgerät verfolgt. „Für Fahrten ins Stadien war ich damals ja noch zu klein“, sagt Niklas, der noch die Grundschule besuchte, als sein Vater aufgrund anhaltender Rückenbeschwerden seine Schiedsrichterkarriere beendete.

Vom Entschluss, in die Fußstapfen des Vaters zu treten, haben ihn aber auch die weniger schönen Erlebnisse des Seniors in den Stadien der Republik nicht abgehalten. Genauso wenig wie die eigenen Erfahrungen, die nicht allesamt rosarot sind. Niklas Dardenne will sich durchbeißen, seinen Weg machen und irgendwann zu den Besten des Landes zählen. Genau wie sein Vater. „Er ist natürlich ein Vorbild für mich und ich profitiere sicherlich vom ständigen Austausch mit ihm. Er ist der Erste, den ich nach dem Ende eines Spiels anrufe. Dann erzähle ich ausführlich, was passiert ist und nicht selten diskutieren wir kontrovers über Entscheidungen“, sagt Niklas Dardenne. Einer Meinung sind die beiden also keineswegs immer. Aber es gibt etwas neben ihrer Verwandtschaft, das sie eint: die Begeisterung für das Spiel, das sie als Schiedsrichter lenken und begleiten. Und das ist mehr als ein Hobby oder ein Job. Es ist eine Leidenschaft, die für unvergessliche Momente und manchmal auch für kuriose Bilder sorgt.

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