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Familienbande |10.01.2018|08:25

Die Ippigs: Nicaragua, Hafenstraße, Kreisliga

Volker Ippig 1998 im Tor des FC St. Pauli und heute mit seinem Bruder Christian (Bild rechts, rechts). [Foto: Fotos Getty, privat; Collage FUSSBALL.DE]

Lensahn, ein kleiner Ort im Osten Holsteins. Der örtliche TSV spielt in der Kreisliga, ist auf Platz drei in die Winterpause gegangen. Das ist okay für Christian Ippig, Trainer der ersten Mannschaft und Sportlicher Leiter des Klubs in Personalunion. Wichtiger als der Aufstieg ist ihm der Aufbau einer eigenen Jugendabteilung und die Fortbildung der Trainer im Verein. Ein Idealist, wie sein Bruder Volker, Torwartlegende auf St. Pauli – die neueste Folge unserer Serie Familienbande.

Christian Ippig ist 57 und somit zwei Jahre älter als sein Bruder. Er hat in seinem Leben etwas Gescheites gelernt, würden vernünftige Menschen sagen, nicht so wie der Lebenskünstler Volker Ippig. Als der mit 16 von seinem Heimatverein TSV Lensahn ins mehr als 100 Kilometer entfernte Hamburg geht und beim Kiezklub St. Pauli auf dem Weg zum Profi ist, nimmt er sich erst mal eine Auszeit. Statt in die zweite Liga geht Volker Ippig erst zurück nach Lensahn, um in einer Schule für behinderte Kinder zu arbeiten, und dann nach Nicaragua. In Südamerika engagiert sich der etwas andere Fußballer für die Friedensbewegung, zurück auf St. Pauli zieht er in die Hausbesetzer-Szene an der Hafenstraße – und wird zum Kultkeeper am Millerntor.

Als die beiden Brüder in der Jugend des TSV Lensahn dem Ball hinterher jagen, stehen sie nur einmal in der B-Jugend gemeinsam in einem Team. „Er durfte als C-Jugendlicher bei uns spielen“, sagt Christian Ippig. Später, als Volker Ippig aus Nicaragua nach St. Pauli zurückkehert, schaut er erst mal, was sein Bruder so in Lensahn macht. „Volker hat zwar auf St. Pauli einen neuen Vertrag erhalten, aber ich habe mit dem damaligen Vereinspräsidenten Dr. Paulick ausgehandelt, dass er für eine Saison bei uns in Lensahn spielen kann“, berichtet Christian Ippig. „So haben wir 1986 gemeinsam den Aufstieg in die Landesliga geschafft.“

Quer durch Deutschland

"Ich bin sonntags eh auf dem Sportplatz, dann kann ich ja für den Notfall auch meine Tasche mitbringen"

Wie Volker ist auch Christian Ippig in seinem Leben ebenfalls viel unterwegs, aber vielleicht weniger vom Idealismus getrieben. 1970 beginnt er in Lensahn, „zunächst als Mittelstürmer, später auch mal als Torwart, Verteidiger oder Libero“, wie er sich erinnert. 1982 gründet er beim TSV ein Frauenfußball-Team, das ihm 25 Jahre später einen ziemlichen Wendepunkt in seinem Leben bescheren soll.

Zunächst geht es aber auf Deutschland-Reise. 1991 zieht Christian Ippig, inzwischen Jurist, beruflich bedingt nach Salzwedel in Sachsen-Anhalt und kickt beim örtlichen Verbandsligisten SV Eintracht. 1993 wird er zunächst Spielertrainer, spielt dann noch einige Jahre in der zweiten Mannschaft, ehe erneut ein Tapetenwechsel ansteht. Im Jahr 2001 nimmt Christian Ippig eine Stelle in einem Inkassounternehmen in Darmstadt an und ist für einige Jahre komplett raus aus dem Fußball. Erst fünf Jahre später, 2006, geht es zurück in den Norden Deutschlands und wieder an den Ball. „Ich habe zu der Zeit in Hamburg gearbeitet und mit alten Kumpels aus der TSV-Jugend eine Altherren-Mannschaft gegründet“, berichtet Christian Ippig.

Es wird eine erneute Episode, aber nicht die letzte. Nach drei Jahren in Lensahn geht es aus beruflichen Gründen zunächst erneut nach Hessen, genauer gesagt in die Sebastian-Vettel-Stadt Heppenheim. Weitere zwei Jahre später verschlägt es Christian Ippig nach Verden an der Aller in der Nähe von Bremen, wo er seine Leidenschaft fürs Laufen entdeckt und schließlich 2014 am Hamburg-Marathon teilnimmt. Es ist das Jahr seiner erneuten Rückkehr nach Lensahn. „Wie es der Zufall so will, habe ich mich beim 30-jährigen Aufstiegstreffen der früheren Bezirksligaelf des TSV in eine Spielerin der damaligen Damenmannschaft verliebt“, sagt Christian Ippig.

900 Kilometer für ein Heimspiel

Seitdem lebt er in Nienhagen bei Grömitz an der Ostsee, arbeitet aber nicht gerade in der Nähe, sondern in München. „Viel weiter können mein Wohnsitz und mein Verein sowie meine Arbeitsstätte ja kaum auseinander liegen“, sagt Christian Ippig lachend. Von Lensahn bis München sind es schließlich schlappe 900 Kilometer. So ist der Jurist inzwischen ein professioneller Bahnfahrer. Sonntags nach dem Abpfiff hetzt er zum Park & Ride-Parkplatz in Oldesloe und fährt dann mit dem ICE über Hamburg nach München. „Mit meinem Arbeitgeber habe ich vereinbart, dass ich freitags schon um 11 Uhr Feierabend machen und zurück in den Norden fahren kann, so dass ich abends das Abschlusstraining leiten kann“, verrät Christian Ippig. Die Einheiten unter der Woche übernimmt sein Co-Trainer Michael Johnsen.

Wenn es am 4. März in der Meisterschaft mit einem Heimspiel gegen den TSV Selent weiter geht, ist es gut möglich, dass sich auch Volker Ippig wieder an der Dr.-Julius-Stinde-Straße blicken lässt. Ein Comeback des bald 55-Jährigen ist aber nicht in Aussicht, auch wenn Volker Ippig auf FUSSBALL.DE offiziell im Kader des TSV Lensahn gemeldet ist . „Er hat sein letztes Spiel für uns schon vor Jahren absolviert, aber zu mir gesagt: Ich bin sonntags eh auf dem Sportplatz, dann kann ich ja für den Notfall auch meine Tasche mitbringen“, verrät Christian Ippig.

Tagelöhner am Hamburger Hafen

Bisher geht es aber auch ohne den Kultkeeper. Volker Ippig hat ohnehin den Rücken kaputt, seit er mit 29 Jahren im Training auf den gefrorenen Boden kracht und sich einen Knochen an der Wirbelsäule bricht. Sein Comeback auf dem Platz im Jahr 1992 steigt natürlich in Lensahn – und zwar nicht im Tor, sondern auf dem Feld, als Mittelfeldspieler. Nachdem er eine Ausbildung zum Physiotherapeuten absolviert und auch die Fußballlehrer-Lizenz erwirbt, folgen Stationen als Torwarttrainer beim FC St. Pauli und sogar unter Felix Magath beim VfL Wolfsburg.

Seit zehn Jahren arbeitet Volker Ippig nun als Tagelöhner am Hamburger Hafen, so schließt sich der Kreis. Ein paar Kilometer weiter, am Millerntor, bleibt er unvergessen. Und auch im Amateurfußball wird die Geschichte fortgeschrieben, inzwischen ist die nächste Generation Ippig in den unteren Klassen am Ball. Volker Ippigs Tochter Emma (22) kickt bei der SG GLR Ostholstein.

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