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Familienbande |04.10.2017|17:00

Die Schreiers: Olympia, UEFA-Cup, 7. Liga

Während Maximilian Schreier (Bild links, 2. von links) beim VfB Günnigfeld in der Landesliga kickt, gewann sein Vater Christian (Bild rechts, mit Pokal) 1988 mit Bayer Leverkusen den UEFA-Cup. [Foto: Fotos Buschmann, imago; Collage FUSSBALL.DE]

Maximilian Schreier hat in seiner Fußballer-Laufbahn schon eine Menge mitgemacht, doch solch einen kuriosen Spielverlauf hat selbst er noch nie erlebt. 2:0 führt der VfB Günnigfeld am Sonntag bei der SSV Buer, der Auswärtssieg scheint für den Bochumer Landesligisten eingetütet. Dann kommt die Nachspielzeit – und die Gastgeber gewinnen noch mit 3:2. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, stöhnt Max Schreier, der an der Löchterheide sogar für die 1:0-Führung gesorgt hatte. Er ist einer von drei Söhnen des Ex-Nationalspielers Christian Schreier – die neueste Folge unserer Serie Familienbande.

Fast ohnmächtig muss Maximilians gelbgesperrter Bruder Alex (32) das Geschehen auf dem Rasenplatz in Buer von draußen mit ansehen. Die beiden Schreiers gehören zu den Führungsspielern im Team von Trainer Sascha Wolf. Der Ex-Profi, in der Saison 1998/99 14-mal für den FC Schalke 04 in der Bundesliga am Ball und danach lange für Rot-Weiss Essen auf Torejagd, kann es noch heute nicht glauben. „Da dachte ich: Schlecht gespielt, 2:0 gewonnen, da kann man noch mit leben“, bemerkt der 46-Jährige angesichts der irren Schlussminuten im Gelsenkirchener Norden.

Mit den verlorenen drei Punkten hat sich der VfB Günnigfeld den bisher glänzenden Start in der Landesliga Westfalen 3 ein wenig selbst vermiest. Mit einem weiteren Sieg wäre der Vorjahresfünfte auf Platz zwei gesprungen und somit erster Verfolger des Spitzenreiters SV Horst 08. „Trotzdem sind wir bisher sehr gut in die Saison gekommen“, sagt Max Schreier . „Wir hatten eigentlich gar nicht damit gerechnet, dass wir so weit oben mitspielen würden.“

Von Legat gelernt

"Ich denke, dass ich das Talent hatte, meinen Lebensunterhalt mit dem Fußball zu bestreiten oder vielleicht sogar, wenn alles gut gelaufen wäre, Profi zu werden"

Er ist der mittlere der drei Schreier-Söhne und hatte von ihnen vielleicht die beste Perspektive im Fußball. Neben Alex und ihm gibt es noch Constantin (27), der zwar als kleines Kind mit seinen Brüdern im Garten bolzt, aber nie den Weg in einen Verein findet. Als Maximilian Schreier hingegen nach Stationen in der Jugend bei SW Eppendorf, Wattenscheid 09 und TuS Hordel bereits mit 17 Jahren in der ersten Mannschaft des Werner SV debütiert, darf der Mittelfeldspieler noch von deutlich mehr als von der Landesliga träumen. Sein Trainer beim Heimatverein von Schalkes Nationalspieler Leon Goretzka ist zu der Zeit Thorsten Legat. Von Werner wechselt Maximilian Schreier noch einmal zum früheren Bundesligisten Wattenscheid 09 und klopft dort zumindest an die Tür zur Regionalliga. „Ich denke, dass ich das Talent hatte, meinen Lebensunterhalt mit dem Fußball zu bestreiten oder vielleicht sogar, wenn alles gut gelaufen wäre, Profi zu werden“, meint Maximilian Schreier zurückblickend.

Dann kommt es, wie so häufig im Fußball, doch anders – eine schwere Verletzung zerstört die schönen Träume. „Es ist zehn Jahre her, als ich mir einen Totalschaden im Knie zugezogen habe“, erinnert sich der heute 30-Jährige. Alle Bänder und der Meniskus sind gerissen, außerdem auch noch der Knorpel beschädigt. Maximilian Schreier will nicht aufgeben und schuftet wie ein Besessener für sein Comeback. „Ich habe die Reha im Medicos auf Schalke absolviert. Da hatten wir eine tolle Trainingsgruppe mit anderen verletzten Spielern, unter anderem Kevin Kuranyi, Christian Pander, Thomas Brdaric und Michael Delura“, sagt Max Schreier. „Ich habe jeden Tag acht Stunden gearbeitet und schon nach knapp einem halben Jahr wieder auf dem Platz gestanden, aber im Kopf war es danach etwas schwierig für mich. Ich hatte Respekt vor Zweikämpfen und konnte nicht mehr so befreit Fußball spielen wie vorher.“

Mit 24 beginnt er eine Ausbildung zum Marketing-Kaufmann und schaltet im Fußball zwei Gänge herunter. Rot-Weiss Essen II, Vogelheimer SV und Concordia Wiemelhausen heißen seine Stationen, ehe er sich im Sommer 2016 dem VfB Günnigfeld anschließt – und wieder mit seinem älteren Bruder Alex in einer Mannschaft kickt. „Max und ich haben ja schon in Werne zusammen gespielt. Das klappt sehr gut, wir verstehen uns auf dem Platz natürlich fast blind“, sagt Alexander Schreier.

Familie auf der Tribüne

Die beste Fußballschule ist für die drei Schreier-Jungs zunächst das eigene Zuhause. „Wir hatten immer den Ball im Schlepptau und entweder bei uns zu Hause im Garten gekickt oder auf dem Bolzplatz in Eppendorf oder im Käfig am Südpark“, erinnert sich Max. „Als jüngerer Bruder war ich natürlich immer sehr ehrgeizig gegenüber Alex, aber jetzt genieße ich es, mit ihm in einer Mannschaft zu stehen.“

Alexander Schreier, der Erstgeborene, fängt als kleiner Junge ebenfalls in Eppendorf an, spielt dann bis zur C-Jugend auch in Wattenscheid und danach beim Werner SV. Im Seniorenbereich geht es über Teutonia Riemke und den VfB Günnigfeld zum TV Jahn Hiesfeld. Sein Trainer beim Oberligisten aus Dinslaken: Vater Christian Schreier. „Das war eine wichtige Erfahrung für mich, denn als Ex-Profi konnte er mir und meinen Mitspieler natürlich eine Menge beibringen. Die Jungs von damals sind auch heute noch begeistert, wenn wir über diese Zeit sprechen“, betont Alexander Schreier, muss aber zugeben: „Allerdings war es für mich als Fußballer auch nicht immer einfach, den Namen Schreier zu tragen, denn die Erwartungshaltung an einen Spieler, dessen Vater Ex-Profi war, ist meistens höher als bei den anderen Spielern.“

Zu ihrem Vater halten die Schreier-Söhne noch heute engen Kontakt, alle wohnen in Bochum nicht weit voneinander entfernt. „Wir sind häufig zusammen in den Stadien der Region unterwegs und schauen uns Spiele verschiedenster Mannschaften an“, sagt Alexander Schreier, der auch hauptberuflich im Fußball landet. Nach dem Abitur studiert er Sportmarketing am IST in Düsseldorf und findet eine Anstellung beim Sportrechtevermarkter Lagardère Sports (ehemals Sportfive): „Dort bin ich in der Sponsorenakquise für den MSV Duisburg tätig.“

Fußball als Familienbetrieb

Auch Christian Schreier ist dem Fußball nach wie vor verbunden, allerdings nicht mehr als Trainer oder Manager in einem Verein. Mit anderen ehemaligen Profis gibt er in der Fußballschule des VfL Bochum sein Wissen an den Nachwuchs weiter. Älteren Fußball-Fans ist Christian Schreier wohl vor allem als Spieler von Bayer Leverkusen in Erinnerung. Von 1984 bis 1991 ist der heute 58-Jährige für die Werkself 203-mal in der Bundesliga im Einsatz und gewinnt 1988 sogar den UEFA-Cup. Im gleichen Jahr holt er mit der deutschen Olympia-Auswahl bei den Sommerspielen in Seoul die Bronzemedaille. Nach 1984 in Los Angeles ist es Schreiers zweite Olympia-Teilnahme, mit 22 Partien (sieben Tore) ist er bis heute der Rekordspieler dieser Auswahl. Weitere Stationen in der höchsten deutschen Spielklasse sind der VfL Bochum und Fortuna Düsseldorf, ehe der 106-fache Bundesliga-Torschütze bei Rot-Weiss Essen und dem FC Wegberg-Beck seine aktive Karriere ausklingen lässt.

Als Trainer ist Schreier anschließend die meiste Zeit im Amateurfußball unterwegs. Vom Bochumer Vorortverein Vorwärts Kornharpen über den 1. FC Saarbrücken geht es nach Mecklenburg-Vorpommern zum FC Schönberg, nach Brandenburg zum MSV Neuruppin und nach Berlin zu „Eisern“ Union, zu der Zeit noch Ober- beziehungsweise Regionallist. Nach einem gut einjährigen Engagement als Manager beim SC Paderborn, damals Zweitligist, übernimmt Christian Schreier in der Saison 2010/11 den Oberligisten TV Jahn Hiesfeld aus Dinslaken. Sein letzter Verein ist der TuS Heven, die Wittener betreut er allerdings im Herbst 2013 nur für ein paar Wochen.

Sein Bruder Toni (55) schafft es ebenfalls bis in die Bundesliga, es bleibt aber bei 21 Einsätzen für den VfL Bochum, ehe er sich dem früheren Zweitligisten SpVgg Erkenschwick anschließt. Seit 2015 ist Toni Schreier Trainer beim Kreisligisten SuS Merklinde in Castrop-Rauxel, erst als Chefcoach und inzwischen als „Co“. Er hat eine Tochter, Julie, die allerdings mit Fußball nichts am Hut hat.

Dass im Hause Schreier der Fußball aber auch über die nächste Generation hin vererbt wird, dürfte sicher sein. Maximilians 20 Monate alter Sohn Liam ist zu Hause schon nicht vom Ball zu trennen.

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