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Themenwoche |26.03.2021|14:30

Diskriminierung: "Noch zu selten klare Kante"

Holzapfel: "Das Wichtigste in einer Demokratie ist, dass die Menschenwürde wertgeschätzt wird."[Foto: SFV/privat/Collage FUSSBALL.DE]

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Der Boykott von Istanbul Başakşehir in der Champions League oder auch das Tragen von "Nein zu Rassismus"-Shirts in der Bundesliga rücken das Thema Rassismus immer stärker ins Bewusstsein und die Öffentlichkeit. Nicht nur bei den Profis, auch im Amateursport wird längst offensiv auf das Problem aufmerksam gemacht. Laura Holzapfel ist die zentrale Anlaufstelle für Diskriminierungs- und Gewaltvorfälle im Sächsischen Fußball-Verband (SFV) und versucht gemeinsam mit dem Projekt "Im Sport verein(t) für Demokratie" des LSB Sachsen ein solidarisches und diskriminierungsfreies Miteinander auf den Fußballplätzen in Sachsen zu fördern.

Anlässlich unserer Themenwoche "Fußball gegen Rassismus" haben wir mit ihr über ihre aktuelle Arbeit und die Aufgabe des Fußballs in der Gesellschaft gesprochen. 

FUSSBALL.DE: Laura Holzapfel, seit einem Jahr sind Sie die zentrale Anlaufstelle für Diskriminierungsvorfälle beim SFV .  Wie sieht bei Ihnen ein typischer Tagesablauf aus?

Laura Holzapfel: Generell ist die Arbeit natürlich wegen der Corona-Pause ein bisschen anders, als wäre nun ganz normaler Spielbetrieb. Wir haben die spielfreie Zeit bisher genutzt, um weiter für die Themen zu sensibilisieren. Zum einen suchen wir den Kontakt zu verschiedenen Ausschüssen und informieren über meine Stelle. Parallel hierzu wurden unsere Bildungsmodule zu Diskriminierung und Konfliktmanagement digitalisiert und fest in unseren SFV-Qualifizierungskatalog implementiert. So können Trainer*innnen sich im Rahmen der Lizenzverlängerung weiterbilden.

"Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben soll für alle Menschen gleichermaßen möglich sein"

Die Spielpause kam Ihnen in gewisser Weise also sogar entgegen?

Holzapfel: (lacht)  Ja, trotzdem hätten wir natürlich viel lieber wieder Fußballspiele und könnten viel praktischer arbeiten. Aber klar, die freie Zeit hat es uns ermöglicht, meine Stelle aufzubauen und bekannter zu machen. Wir konnten einen guten Grundstein legen, sodass Prozesse auch funktionieren, wenn die Saison wieder losgeht. Wir waren und sind immer noch dabei unsere Meldekette und Meldeadresse zu verbreiten.

Wer kann sich bei Ihnen melden?

Holzapfel: Grundsätzlich kann sich jede Person melden, der oder die in irgendeiner Art und Weise mit Diskriminierungen auf oder neben den Platz konfrontiert wurde. Dabei geht es nicht nur um Rassismus, sondern um Diskriminierung in jeglicher Form. Ganz egal, ob es die ethnische Herkunft, das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung betrifft. 

Und was passiert dann?

Holzapfel: Ich nehme den Fall auf und werde dann unsere Prozesse, die in der Meldekette formuliert sind, anstoßen. Die Meldung ist ein sehr wichtiger Schritt, denn es kann für viele eine sehr große Hürde sein, sich bei mir als Person oder den Kolleg*innen zu melden. Deshalb gibt es mittlerweile auch die Mail-Adresse fairness@sfv-online.de , bei der sich Betroffene erstmal ganz unverbindlich melden können. Danach muss individuell entschieden werden, wie mit diesem Fall umgegangen wird, wie Betroffenen oder Verantwortlichen zur Seite gestanden werden kann und welche Maßnahmen erhoben werden müssen. 

Wieso ist diese Hürde so groß, sich tatsächlich bei einer solchen Institution zu melden?

Holzapfel: Ich denke, dass es auch die Unsicherheit darüber ist, wann Diskriminierung wirklich anfängt. Vielleicht ist es auch noch fehlendes Vertrauen. Wir wollen dennoch mit der Meldeadresse Hürden abbauen und das Signal senden, dass wir die Vorfälle ernst nehmen und für die Vereine da sind.

Ganz konkret arbeiten Sie im Projekt "Im Sport verein(t) für Demokratie" mit. Was genau hat Diskriminierung denn eigentlich mit dem Engagament für die Demokratie zu tun?

Holzapfel: Ganz, ganz viel. Das Wichtigste in einer Demokratie ist, dass die Menschenwürde wertgeschätzt wird. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben soll für alle Menschen gleichermaßen möglich sein. Sobald eine Person aufgrund gruppenspezifischer Merkmale benachteiligt wird, spricht man von Diskriminierung. Wir möchten für eine demokratische Alltagskultur sorgen und demokratiefeindlichen Tendenzen auf dem Fußballplatz entgegentreten.

Denken Sie, dass Diskriminierungen aktuell häufiger vorkommen, als es noch in der Vergangenheit der Fall war?

Holzapfel: Das ist total schwer zu sagen. Es ist sicherlich öffentlichkeitswirksamer geworden. Es wird mehr über die Fälle gesprochen und so wirkt es natürlich so, als gäbe es viel mehr Probleme als früher. Ob Diskriminierungen wirklich häufiger vorkommen, weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist es aber so, dass die Gesellschaft viel häufiger Stellung gegen diskriminierendes Verhalten bezieht, auch wenn der Fußball, der sich oft als Spiegel der Gesellschaft sieht, noch viel mehr tun könnte.

Wie meinen Sie das?

Holzapfel: Für so ein großes Thema wird im Fußball noch zu selten klare Kante gezeigt. Das hat auch wieder mit der Unsicherheit zu tun, wann nun wirklich von Diskriminierungen zu sprechen ist oder was einzelne Begriffe genau bedeuten. Wir versuchen immer weiter zu sensibilisieren und eben auch die Hand zu reichen, wenn es Fragen gibt. Wir wissen, dass es auch ein emotionales Thema ist, das immer wieder viele Fußballer*innen betrifft.

Unterscheidet sich die Lage in Sachsen von anderen Bundesländern in Deutschland? 

Holzapfel: Das ist gerade zurzeit sehr schwierig, weil immer mit einem besonderen Augenmerk auf Sachsen beziehungsweise Ostdeutschland geschaut wird. Und ja, die Pegida-Bewegung ist hier sehr groß und auch die AFD ist in Sachsen so stark wie kaum anderswo. Dennoch wäre es falsch, Rassismus nur auf Sachsen herunter zu brechen. Es ist ein deutschlandweites Problem, auch wenn man es in Ostdeutschland vielleicht häufiger wahrnimmt. Der Austausch mit anderen Sportverbänden zeigt jedoch, dass es das Problem überall gibt.

Könnte es passieren, dass dem Thema nach den "Internationalen Wochen gegen Rassismus" wieder weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird? 

Holzapfel: Diese Gefahr besteht. Aber auf der anderen Seite sind solche Themenwochen trotzdem von großer Bedeutung. Kampagnen wie diese betonen die Relevanz des Themas. Es ist wichtig, dass die Themenwochen und die damit verbundenen Veranstaltungen den Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung zeigen und möglichst viele Menschen erreichen. Aber klar, es darf dann nicht nach dieser Zeit komplett aus den Köpfen verschwunden sein.

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