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Trainerlos |26.01.2020|16:10

Ein Fußballteam ohne Coach: Funktioniert das?

Beim SuS Nippes III: "Jeder hat bei uns das Recht genauso viel zu spielen wie alle anderen."[Foto: Bastian Sluyterman]

Eine Fußballmannschaft ohne Trainer – geht nicht? Geht doch: Die Jungs von SuS Nippes 1912 III machen es vor. FUSSBALL.DE hat mit Bastian Sluyterman, einem der Gründerväter der Mannschaft, über die Organisation des Teams, flache Hierarchien und Chancengleichheit in der Kreisliga gesprochen.

FUSSBALL.DE: Der SuS Nippes 1912 III existiert seit etwa eineinhalb Jahren – wie kam es zu der Gründung?

Bastian Sluyterman: Damals als Uni-Mannschaft haben wir uns überlegt, das Abenteuer Kreisliga mal auszuprobieren und sind im Sommer 2018 auf die Suche nach einem Verein gegangen, der uns aufnehmen würde. In Nippes wurden wir fündig, sind dann quasi als Gruppe herübergewechselt und spielen momentan unsere zweite Saison.

Ihre Mannschaft besteht demnach größtenteils aus Studenten?

"Je mehr wir bei den einzelnen Aufgaben ins Detail gehen und sie auf mehrere Schultern verteilen, desto besser läuft es"

Sluyterman: Ja, der überwiegende Teil ist immer noch studentisch. Aber weil wir Freunde der Inklusion sind, haben wir auch unsere Fühler nach sympathischen Mitspielern ausgestreckt, die in unser Konzept passen. Wir haben auch vier Leute dabei, die keine Studenten mehr sind und zwei im Team, die erst seit kurzem mit dem Fußball angefangen haben. Ein relativ großer Teil der Mannschaft hat davor noch nicht im Verein gespielt und nur hobbymäßig gekickt.

Die Mannschaft steht also. Aber der Trainerposten bleibt bei Ihnen unbesetzt. Wie organisiert sich Ihre Mannschaft?

Sluyterman: Nach unserer Gründung wussten wir erst einmal gar nicht wie wir strategisch vorgehen sollen und haben uns zunächst nur zum Kicken getroffen. Dann gab es einen sehr langen Mannschaftsabend, an dem wir zu dem Ergebnis gekommen sind, verschiedene Teams mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen zu entwickeln. Daraus ist zum einen unser Kompetenzteam entstanden, das sich um die Trainingsgestaltung kümmert. Dann haben wir das Social-Media-Team, das sich in der Außendarstellung ausprobieren darf. Und es gibt einen Mannschaftsrat, den uns Spieler, die schon vorher in einem Verein gespielt haben, ans Herz gelegt haben und der auch einfach essenziell für die Harmonie im Team ist. Wenn wir zum Beispiel Probekicker bei uns haben, dann überbringt der Mannschaftsrat demjenigen nach einer Abstimmung die Nachricht, ob er es zu uns ins Team geschafft hat. Zusätzlich haben wir seit einem Jahr das sogenannte Aufgabenraster, ein Online-Dokument, in dem alle Jobs eingetragen werden, die einmal oder öfter pro Saison gemacht werden müssen, etwa die Suche nach Testspielpartnern in der Vorbereitungsphase.

Welche Idee steckt hinter diesen flachen Hierarchien?

Sluyterman: Das Thema Hierarchie ist uns ein besonderes Anliegen, weil wir als Studenten gerne viel diskutieren. In einem Punkt sind wir uns aber alle einig: Wir sind genau in dieser Mannschaft, weil wir unser System, nämlich ein System der Chancen, so gut finden. Wir haben insofern eine flache Hierarchie, weil wir keinen Trainer haben, sondern uns selbst organisieren und über alles demokratisch abstimmen. Und wenn es Probleme gibt, werden die mit Hilfe des Mannschaftsrates ausdiskutiert.

Und auch das klassische Leistungsprinzip spielt bei Ihnen keine Rolle. Wie wird entschieden, wer sonntags auf dem Platz steht?

Sluyterman: Normalerweise entscheidet in Kreisligamannschaften der Trainer wer spielen darf und wer nicht. Üblicherweise bildet sich ein kleinerer Kreis an Spielern, die häufiger gesetzt sind als andere und dagegen wollten wir uns aussprechen. Jeder hat bei uns das Recht genauso viel zu spielen wie alle anderen, egal wie gut oder schlecht er oder sie ist. Die einzige Bedingung für eine Aufstellung ist, dass man regelmäßig zum Training kommt. Und das Konzept funktioniert in der Praxis ziemlich gut.

Momentan steht Ihre Mannschaft auf Platz 10 in der Tabelle. Wenn bei Ihnen im Team aber nicht die Leistung im Vordergrund steht, werfen Sie dann überhaupt einen Blick auf die Statistik?

Sluyterman: Auch hier befinden wir uns in einer Entwicklung: Wir haben uns als Uni-Mannschaft lange darüber identifiziert, dass wir uns über die sehr ehrgeizigen Sporthochschulstudenten lustig gemacht haben, die Schwalben bei einem Kleinfeld-Turnier provoziert haben und dann einen Elfmeter wollten, obwohl sie schon 6:0 gegen uns geführt haben. Wir haben eben schon immer mehr den Fokus auf das Beisammensein und weniger den sportlichen Erfolg gelegt. Mit diesem Gefühl sind wir dann auch in der Kreisliga krachend gestartet und in der ersten Saison Vorletzter geworden. Innerhalb eines Jahres haben wir aber gemerkt, dass wir durch das Training richtig guten Fußball spielen können oder zumindest einen Fußball, der Spaß macht und der über Langholz hinausgeht. Dann haben wir– typisch Studenten – eine anonyme Umfrage erstellt und gefragt wo wir in der neuen, der aktuellen Saison hin wollen und der größte Teil meinte, es wäre ganz schön, wenn wir uns im Vergleich zur Vorsaison verbessern würden, und am besten einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Der Wille ist also da, sportlich besser zu werden. Ich weiß zwar nicht, ob die Leistungen in den nächsten Jahren dann für einen Aufstieg reichen. Aber wenn ja, dann wird der natürlich grandios gefeiert.

Welche Aktionen starten Sie zusätzlich als Mannschaft?

Sluyterman: Wir versuchen immer am Zahn der Zeit zu sein und haben uns in der momentanen Debatte rund um Gewalt gegenüber Schiedsrichtern mit einem großen Plakat positioniert. Die Aktion war uns ein sehr persönliches Anliegen, weil wir schon öfter mitbekommen haben, dass der Ton auch hier in einer Kreisliga in Köln gegenüber den Schiedsrichtern nicht immer der beste ist. Und da wir als Studenten, meist in Richtung Lehramt, auch größtenteils Pädagogen sind, wollten wir uns einreihen und ein Zeichen gegen Gewalt an Schiedsrichtern setzen.

Ein kurzes Fazit: Wie zufrieden sind Sie momentan mit der Organisation des Teams?

Sluyterman: In Vereinen und Mannschaften gibt es immer einige Kandidaten, die mehr und andere, die weniger machen. Aber Vieles läuft sehr gut. Hier möchte ich auch unseren Verein hervorheben, der uns alle Freiheiten lässt, uns als Team auszuprobieren: Denn bei uns gibt es eben nicht den einen Coach, der Verantwortung übernimmt, wenn etwas schiefläuft. Das ist auch der Grund, warum die Kommunikation untereinander so gut funktioniert: Weil jeder einen kleinen Teil zum Funktionieren des Teams beisteuert und jeder ein kleines Stück Verantwortung trägt. Je mehr wir bei den einzelnen Aufgaben ins Detail gehen und sie auf mehrere Schultern verteilen, desto besser läuft es.

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