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Spendenaktion für Jochen Steinhilber|24.01.2016|10:30

Schwere Krankheit: Stars helfen Steinhilber

Der frühere Amateurfußballer Jochen Steinhilber ist heute auf Spenden angewiesen. [Foto: Fotos privat; Collage FUSSBALL.DE]

Seit drei Jahren kämpft Jochen Steinhilber aus Mössingen gegen eine tückische Krankheit: Aufgrund mehrerer Gendefekte baut der Körper des 42 Jahre alten früheren Amateurfußballers Umweltgifte wie Pestizide, Lösemittel und Schwermetalle nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt, ab. Steinhilber kämpft gegen seine Krankheit – und erfährt große Hilfe er aus dem Fußball.

Die Uhr tickt. Steinhilbers Krankheit muss schnell und regelmäßig behandelt werden, um schwere, womöglich lebensbedrohliche Schädigungen des Körpers zu verhindern und die Chancen einer Genesung zu maximieren. Durch die jahrelange Einlagerung von Speichergiften tritt im Laufe der Zeit eine fortschreitende, schleichende Schädigung des zentralen Nervensystems und des Immunsystems auf. Die Folgen sind unter anderem ein schwerer Erschöpfungszustand, Schwindel, Taubheitsgefühle, Seh- und Hörstörungen, extreme Schmerzen in Muskeln und Gelenken, Infektionen, bis hin zu Angstzuständen und schweren Depressionen, was im Falle Steinhilbers Anfang 2013 zur vollständigen Erwerbsunfähigkeit führte. Doch Steinhilbers Krankenkasse übernimmt die hohen Behandlungskosten für die notwendigen Therapien nicht, sodass er mittlerweile auf finanzielle Hilfe angewiesen ist. Annähernd 100.000 Euro hat er bereits für medizinische Maßnahmen aus eigener Tasche bezahlt.

"Ich habe lange mit mir gerungen, wann der richtige Zeitpunkt ist, um in der Öffentlichkeit Hilfe zu suchen"

Nun hat der Vater einer sieben Jahre alten Tochter den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt - inzwischen ist daraus eine riesige Welle der Solidarität geworden. Besonders sein früheres Hobby, der Fußball, macht dabei den großen Unterschied. Der Fußball verbindet Menschen: Das klingt zunächst nach einer abgedroschenen Phrase, bewahrheitet sich jedoch immer wieder. So auch im Fall des C-Lizenz-Trainers Steinhilber. Seit Ausbruch seiner Multisystemerkrankung ist das Leben für ihn zur Hölle geworden, nichts ist mehr, wie es einmal war. Fast eineinhalb Jahre, verbunden mit unzähligen Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten fernab der Familie, vergingen bis zur Aufdeckung der Ursachen für seine vielfältigen Beschwerden.

Welle der Solidarität

„Ich habe lange überlegt und mit mir gerungen, wann der richtige Zeitpunkt ist, um in der Öffentlichkeit Hilfe zu suchen“ sagt Steinhilber. Vor einigen Tagen nahm er seinen Mut zusammen und wandte sich an Alexander Wütz. Der ehemalige Arbeitskollege von Steinhilbers Frau ist beruflich im Sportmarketing tätig und arbeitet mit einigen Profisportlern zusammen – unter ihnen auch diverse Spieler aus der Fußball-Bundesliga. „Ich habe mich zunächst nur an Alexander gewandt, weil er sich im Bereich Social Media gut auskennt und mein gesundheitlicher Zustand kaum eigene Aktivitäten zulässt“, sagt Steinhilber.

Wütz, der Vorstandsmitglied bei der TSG Tübingen ist, sicherte seinem Bekannten sofort Hilfe zu. Zunächst war nur ein kleiner Text in einem Turnierheft der TSG und ein Post auf der Facebook-Seite des Tübinger Stadtpokals geplant. Dann veröffentlichte eine lokale Tageszeitung einen Artikel über den erkrankten Fußballer, der sich rasend schnell über die sozialen Medien verbreitete. „Völlig unerwartet hat dann sogar das SWR-Fernsehen davon erfahren und kurzfristig einen Bericht in der Landesschau über meinen Spendenaufruf produziert. Das Ganze hat eine Eigendynamik angenommen. Mein Schicksal scheint viele Leute zu beschäftigen“, sagt der ehemalige Abwehrspieler. „Ich bin total überwältigt von der Resonanz. Besonders, weil die Dunkelziffer der Erkrankten groß ist und ich mir auch eine Aufklärung über das Thema erhoffe.“

„Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt, was sich machen lässt“, sagt Alexander Wütz. Er nutzte seine Kontakte zu Profis, Spielerberatern und Sportartikelunternehmen und sammelte kurzerhand signierte Trikots ein, die nun höchstbietend auf der Online-Plattform Ebay versteigert werden . Neben einem signierten Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wurden unter anderem Shirts von André Schürrle, dem 1. FC Köln, Dynamo Dresden, Mainz 05 oder dem SC Freiburg organisiert. Der gesamte Erlös hierfür kommt Jochen Steinhilber zugute.

Spenden beim Oberliga-Derby

Nicht nur die Versteigerung der Trikots soll Steinhilber auf seinem schwierigen Genesungsweg helfen, auch sagten weitere Amateurvereine aus der Region spontan ihre Unterstützung zu.  So auch Steinhilbers Heimatverein, die SpVgg Mössingen , die kurzerhand eine „Torprämie“ pro erzieltem Tor bei ihrem jährlich stattfindenden Hallenturnier ausrief und eine Spendenkasse in der Halle aufstellte. Auch der SSV Willmandingen nutzte seine Winterfeier, um Spenden für Steinhilber einzusammeln. Das in Kürze stattfindende Oberliga-Derby zwischen Steinhilbers ehemaligem Verein SSV Reutlingen und dem SSV Ulm soll genutzt werden, um weitere Spenden zu generieren. Zusätzliche Aktionen in Form von Benefizspielen und einem Benefizturnier mit Nachwuchs-Bundesligateams wurden bereits angeboten.

Steinhilber und Wütz zeigen sich begeistert von der Hilfsbereitschaft und der Solidarität der Vereine und Einzelpersonen: „Auf allen Ebenen wurden Hebel in Bewegung gesetzt. Viele nutzen ihre Kontakte, um Jochen zu helfen. Es ist Wahnsinn, was da alles in die Wege geleitet wird und welcher Zusammenhalt hier bei der Unterstützung für eine gute Sache herrscht. Die Kraft des Fußballs ist enorm“, so Wütz. Vor seiner Erkrankung war der Fußball Steinhilbers größtes Hobby. Begonnen hatte seine Karriere bei der SpVgg Mössingen, ehe er drei Jahre in der Verbandsstaffel, der damals höchsten Jugendliga, beim SSV Reutlingen spielte. Später lief Steinhilber jahrelang in der Bezirks- und Landesliga auf und war zuletzt als Spielertrainer beim FC Erpfingen/Willmandingen aktiv. Mit dem Ausbruch seiner Krankheit musste sich der 42-Jährige vom aktiven Fußball verabschieden.

Nun hofft Steinhilber, dass die Welle der Hilfsbereitschaft anhält, denn unter Umständen wird er durch die Gendefekte lebenslang auf kostspielige Blutwäschen angewiesen sein. „Jede Blutwäsche, die ich in der Anfangsphase des Entgiftungsprozesses optimalerweise zweimal innerhalb von sechs bis acht Wochen durchführen sollte, kostet zwischen 1800 und 2100 Euro. Dazu kommen zusätzlich Infusionen zur Ausleitung der schädlichen Metalle und weitere unterstützende Maßnahmen, die ebenfalls selbst gestemmt werden müssen“, sagt Steinhilber. „Das Thema wird mich vermutlich mein Leben lang begleiten. Mein sehnlichster Wunsch wäre neben meiner eigenen Genesung, dass möglicherweise genug Spenden zusammenkommen, um ein kleines Infoportal für weitere Geschädigte aufbauen zu können, um darüber Aufklärungsarbeit und Hilfestellung zu leisten.“


Hier geht es zur Spendenaktion für Jochen Steinhilber

Spenden für Jochen Steinhilber können auf folgendes Konto eingezahlt werden: Jochen Steinhilber, IBAN: DE91 500105170 267055465, BIC: INGDDEFFXXX