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Vom Co zum Chef |01.11.2019|11:00

Ex-Profi Beier: Mit 24 Oberligatrainer

Marco Beier: "Es geht nicht darum, wie alt ein Trainer ist, sondern wie gut."[Foto: imago images / Rene Traut]

Er hat mit dem 1. FC Köln schon in der A-Junioren-Bundesliga gespielt und den DFB-Pokal der Junioren geholt, dann hat er als Frischling vor über 10.000 Zuschauern die Essener Hafenstraße zum Kochen gebracht: Nun ist Marco Beier mit erst 24 Jahren Oberligatrainer.

Als die Sportfreunde Siegen am Montag ihren Trainer Dominik Dapprich freistellten, kam der frühere Zweitligist auf die Idee, seinen Co-Trainer einfach zu befördern. Der heißt seit diesem Sommer Marco Beier. Wegen seines zweiten Kreuzbandrisses hat der Verteidiger in den vergangenen zwei Jahren lediglich zwei Pflichtspiele bestritten. Ans Karriereende auf dem Platz verschwendet der gebürtige Kölner aber noch keinen Gedanken, wie er im Interview mit FUSSBALL.DE verrät.

FUSSBALL.DE: Marco Beier, wie macht es sich zumindest vorläufig so als 24 Jahre alter Chefcoach eines Oberligisten?

Marco Beier: Das gefällt mir sehr gut! Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass die Umstände andere sind, also wir mehr Erfolg gehabt hätten und mein Vorgänger Dominik Dapprich nicht deshalb hätte gehen müssen.

"Es geht nicht darum, wie alt ein Trainer ist, sondern wie gut"

Dass der "Co" befördert wird, ist doch der logische Schritt, oder?

Beier: Stimmt, das machen viele Vereine so. Ich freue mich und bin dem Verein dankbar, dass er mir zusammen mit unserem Jugendkoordinator Frank Dalwigk das Vertrauen schenkt. Es ist so abgesprochen, dass wir zwei das jetzt erst mal übergangsweise machen und die Mannschaft auf das nächste Spiel gegen Ahlen vorbereiten. Wie es weitergeht, wird man dann sehen.

Der Verein hat in einer offiziellen Mitteilung angekündigt, in Ruhe nach einem "qualifizierten Kandidaten für die Position des Cheftrainers zu suchen". Das liest sich ja gerade so, als seien Sie nicht qualifiziert...

Beier: Das hat den einfachen Grund, dass ich nicht über die erforderlichen Lizenzen verfüge. Ich hatte ja nicht geplant, Trainer zu werden, sondern bin durch meine Verletzungen relativ überraschend so früh an diesen Job gekommen. Deshalb waren es schöne Gesten seitens der Sportfreunde, während meiner Reha meinen Vertrag zu verlängern und mich dann sogar vor Beginn dieser Saison zum Co-Trainer zu machen.

Inwiefern profitieren Sie auch ein paar Klassen tiefer von dem in der Bundesliga anhaltenden Trend, jungen Trainern eine Chance zu geben?

Beier: Das hat natürlich einen Einfluss auf die Entscheidungen auch im Amateurfußball, ganz klar. Es geht aus meiner Sicht aber nicht darum, wie alt ein Trainer ist, sondern in erster Linie immer noch darum, wie gut er ist. Ich hatte in meiner aktiven Karriere sowohl junge als auch ältere Trainer, und von beiden Typen habe ich gelernt. Die einen bringen neue, frische Ansätze ein, die anderen viel Erfahrung. Davon kann man als Spieler immer profitieren.

Müssen Sie sich jetzt umstellen und einen anderen Umgang mit den Jungs wählen, mit denen Sie vor einiger Zeit noch zusammen gekickt haben und für die Sie als Co-Trainer vielleicht ein guter Ansprechpartner waren?

Beier: Ein bisschen sicher schon, aber das klappt ganz gut. Es war ja schon vorher in meiner Rolle als Co-Trainer so, dass ich in der Kabine nicht mehr den Clown machen konnte. Mir kommt auch zugute, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben, die ältesten Spieler sind unsere drei Japaner. Seit mich der Verein am Montag gefragt hat, ob ich interimsweise die Mannschaft übernehmen möchte, hatten wir jetzt zwei Trainingseinheiten. Da gab es bisher überhaupt keine Probleme - im Gegenteil, die Jungs ziehen da voll mit und wollen die Negativserie in der Oberliga unbedingt beenden.

Es gibt Spieler, von denen behaupten Trainer gerne, dass sie auf dem Platz schon wie ein Trainer gedacht haben. Sind Sie so einer?

Beier: Ich denke schon. Ich habe auf dem Platz gerne Verantwortung übernommen, auch schon als ganz junger Spieler. Wobei: Als ich von Köln nach Essen gewechselt bin, war ich zwar in der U 19 von RWE Kapitän, als ich dann aber einen Profivertrag erhalten habe, musste ich mich in der Regionalliga unter gestandenen Männern natürlich erst mal hinten anstellen. Als ich dann von Essen nach Siegen gegangen bin und somit eine Liga tiefer, wollte ich dort aber sofort eine Führungsrolle einnehmen. Bis zu meinem ersten Kreuzbandriss ist das auch gutgegangen...

Sie haben eine ziemliche Leidensgeschichte hinter sich.

Beier: Das kann man wohl sagen. Nach dem ersten Kreuzbandriss vor zwei Jahren habe ich mich neun Monate lang wieder herangekämpft, und der Verein hat mir den Rücken gestärkt, indem er meinen Vertrag verlängert hat. Dann habe ich die Vorbereitung auf die Saison 2018/2019 komplett mitmachen können und mich wieder richtig gut gefühlt, ehe mir nach zwei Spielen das Kreuzband wieder an derselben Stelle gerissen ist. Das war für mich natürlich eine Riesenrückschlag. Im März dieses Jahres wurde mir ein neues Kreuzband eingesetzt, aber danach hatte ich immer wieder Probleme, so dass ich bis heute nicht trainieren, geschweige denn spielen kann, sondern täglich in der Reha bin.

Die Schuhe haben Sie also noch nicht an den Nagel gehängt?

Beier: Nein! Ich muss zugeben: Immer, wenn ich irgendwo einen Ball rumliegen sehe, würde ich den am liebsten ins Tor zimmern. Da muss ich mich sehr zurückhalten und diszipliniert arbeiten, bis es hoffentlich wieder so weit ist. Allerdings habe ich jetzt Blut geleckt und werde mich in nächster Zeit für die ersten Trainerlehrgänge anmelden.

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