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Knipserin|15.04.2018|17:00

Ex-Skispringerin Faißt: 3,3 Tore pro Spiel

Von der Schanze auf den Rasen: Ex-Skispringerin Melanie Faißt.[Foto: privat/Getty]

Von der Schanze auf den Fußballplatz – Melanie Faißt ist zweimalige deutsche Meisterin im Skispringen, heute stürmt sie für den Bezirksligisten VFR Klosterreichenbach. Und das mit Erfolg: Die 28-Jährige hat in der laufenden Saison sagenhafte 43 Tore in 13 Partien erzielt.

„Ich habe eigentlich schon immer relativ viele Tore geschossen. Letztes Jahr waren es 40“, erklärt Faißt. Schon immer? Konkret bedeutet das bei ihr: seit vier Jahren. Zuvor ist der Fußball für sie nie von großer Bedeutung gewesen. 2014 beendete die damals 23-Jährige ihre Skisprung-Karriere, die bis dahin äußerst erfolgreich verlaufen war: 2005 wurde Faißt im Alter von nur 15 Jahren Deutsche Meisterin im Einzel, 2008 holte sie den Titel mit der Mannschaft. Der Skisprung-Weltcup wurde 2012 erstmals für Frauen ausgetragen, Faißt belegte in der Gesamtwertung Rang 8. Nach Verletzungen, Formschwankungen und der verpassten Olympia-Qualifikation 2014 folgte jedoch der Rücktritt.

Dass die ehemalige Wintersportlerin heute die Fußballschuhe für den VFR Klosterreichenbach schnürt, verdankt sie in gewisser Weise dennoch dem Skispringen. „Ich habe häufiger mit den Jungs an der Schanze gespielt, die haben immer einen Ball dabei gehabt“, erklärt Faißt, die als Jugendliche nie im Verein kickte. In ihrer Zeit als Skispringerin wohnte sie am Stützpunkt in Oberstdorf, verbrachte die Wochenenden in ihrer Heimat Baiersbronn. Nachbar Mathias Illg war gleichzeitig Fußballtrainer beim Baiersbronner Teilort Klosterreichenbach – und ist es heute im Übrigen noch immer. „Da habe ich einfach gefragt, ob ich da gelegentlich mal mitspielen kann“, erzählt Faißt. Zunächst nur sporadisch, nach dem Rückzug vom Skispringen dann häufiger: Seit 2014 ist die ehemalige Leistungssportlerin nun regelmäßig für das Frauenteam des VFR im Einsatz.

Viele Umstellungen

"Am Anfang war ich verzweifelt, weil ich so oft ich im Abseits stand"

„Am Anfang war ich verzweifelt, weil ich so oft ich im Abseits stand“, schmunzelt die Stürmerin. Ohnehin musste sie sich in vielerlei Hinsicht umstellen: „Es war schon ein großer Unterschied. Besonders zwischen Einzel- und Mannschaftssport, wie in meinem Fall. Die Entwicklung von der Einzelspielerin hin zum Teamplayer, das dauerte seine Zeit“, sagt Faißt, die ihre Mannschaft mittlerweile aber zu schätzen weiß: „Ohne die zehn hinter mir konnte ich nie so viele Tore machen. Die legen mir schließlich die Bälle vor.“ Und dann ist dann ist da noch eine weitere Veränderung – die ehemalige Vollzeitsportlerin muss sich noch heute „daran gewöhnen, den Sport als Hobby zu sehen“.

Der Sport als Hobby – für Faißt schon immer eine schwere Vorstellung. Vater Klaus ein ehemaliger Nordischer Kombinierer, Mutter Andrea einst Fußballerin – sie spielte beim FC Furtwangen 07 in der Verbandsliga. Bruder Manuel tritt in die Fußstapfen des Vaters, wurde 2013 dreifacher Junioren-Weltmeister in der „NoKo“. Kurzum: Die Faißts sind eine waschechte Sportlerfamilie, sich dem Sport zu entziehen: praktisch unmöglich. „Baiersbronn ist sehr wintersportlich“, berichtet Faißt außerdem. „Meine Eltern haben immer gesagt, dass ich eher Ski fahren als laufen konnte.“

„Der Leistungssportler geht nie in einem verloren“

Umso erstaunlicher, dass der sportliche Perspektivwechsel in Richtung Fußball nun so gut funktioniert hat: Faißt steht aktuell bei 43 Toren in 13 Partien (durchschnittlich 3,3 Tore pro Spiel) – die Marke aus dem letzten Jahr hat sie also bereits geknackt. Ihrem persönlichen Ziel, einmal Torschützenkönigen zu werden, ist sie damit jetzt sehr nahe. Mit dem VFR Klosterreichenbach will sie zudem den Aufstieg schaffen. Hohe Ambitionen also, die allerdings nicht von ungefähr kommen: „Der Leistungssportler geht nie in einem verloren“, so Faißt.

„Bleib einfach vorne stehen und mach die Tore“, das habe man ihr anfangs gesagt. Eine banale Vorgabe, die Faißt anscheinend mit Bravour erfüllt. Und dennoch, muss sie lachend feststellen, „stehe ich ab und zu doch noch im Abseits“. Trotz der herausragenden Quote also noch immer Luft nach oben – für die nie verloren gehende Leistungssportlerin in Faißt doch eigentlich optimal.

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