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Serie "Familienbande" |09.03.2016|16:00

Falk Fährmann: Talent dem Bruder überlassen

Ralf (links) und Falk Fährmann trennen acht Jahre, trotzdem sind die beiden Brüder seit ihrer Kindheit auf einer Wellenlänge. Auch ihren Urlaub verbringen die beiden gerne gemeinsam. [Foto: privat]

Zwei Männer gehen ihren Weg: Während Ralf Fährmann Stammtorhüter des Bundesligisten FC Schalke 04 ist und sich durch konstant gute Leistungen zu einem der besten deutschen Keeper gemausert hat, ist sein acht Jahre älterer Bruder Falk Fährmann beim Kreisligisten FSV Grüna-Mittelbach als Torhüter, Co-Trainer und Senioren-Abteilungsleiter aktiv. Bis in die Oberliga schaffte es der 35-Jährige zwischenzeitlich, doch dort war der sportliche Zenit erreicht. In der FUSSBALL.DE-Serie Familienbande stellen wir Falk Fährmann genauer vor.

Früher war es jeden Tag die gleiche Prozedur im Hause Fährmann. Die Brüder Falk und Ralf hatten nach der Schule nur eines im Kopf: Fußball. „Wir kamen nach Hause, haben die Ranzen in die Ecke geworfen und sind runter in den Hof gesprintet, um Fußball zu spielen“, erinnert sich Falk Fährmann. Der 35-Jährige ist der ältere Bruder von Ralf Fährmann, dem Stammtorhüter des FC Schalke 04. Obwohl beide Brüder einen Altersunterschied von acht Jahren haben, sind sie von Anfang an auf einer Wellenlänge. Falk nahm seinen kleinen Bruder schon früh an die Hand und brachte ihm sein großes Hobby Fußball näher. „Ralf war früher immer dabei, ob beim Kicken mit den Freunden oder beim Training im Verein“, sagt der Bruder.

"Für uns gehört es zum Familienleben dazu, jedes Wochenende durch ganz Deutschland zu fahren, um Ralf zu unterstützen"

Die Karriere des älteren Bruders beginnt bei der SG Handwerk Rabenstein in Chemnitz, dem Geburtsort beider Brüder. Mit 20 Jahren wechselt der ambitionierte Falk zum FSV Zwickau, der in der Oberliga und damit der damals vierthöchsten Spielklasse aktiv war. „Das war eine schöne Zeit, in der ich zwar keine großen Erfolge feiern konnte, aber viel Spaß hatte“, sagt Falk Fährmann. 29 Einsätze in der NOFV-Oberliga Süd gehen auf sein Konto, zwischenzeitlich spielte er mit dem FSV auch eine Saison in der eine Klasse tieferen Landesliga. Während seiner Zeit in Zwickau absolvierte Falk außerdem sein Studium der Betriebs- und Sportwissenschaft.

Für höhere Ziele im Fußball reichte das Talent bei Falk einfach nicht. „Wir haben das Talent unter uns Brüdern extra so verteilt, dass es einer nach ganz oben schafft“, lacht der 35-Jährige. Neid oder Demut gegenüber seinem Bruder kennt Falk Fährmann nicht. Wenn er über seinen kleinen Bruder spricht, dann kann man den Stolz in seiner Stimme hören. „Ich bin so stolz, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann.“

Was er seinem Bruder noch zutraut? „Ralf ist Stammtorhüter bei einem der besten deutschen Bundesligavereine, er hat in der Champions League gespielt – er hat bisher eine wirklich gute Karriere hingelegt. Es wäre natürlich super, wenn er zumindest einmal den Adler auf der Brust tragen dürfte“, sagt Falk. Natürlich ist das Thema Nationalmannschaft unter den beiden Fußballverrückten ein Thema, über das gesprochen wird. „Ralf steht der ganzen Sache locker gegenüber, aber wir diskutieren natürlich darüber, was die Medien in der Angelegenheit zu sagen haben.“

Gegenseitig voneinander profitiert

Sowieso verbindet die beiden Brüder eine besondere Beziehung. Das liegt wohl auch daran, dass der große Bruder Ralf zu dem Sport gebracht hat, in dem er heute so erfolgreich ist. „Wir haben einen ganz engen Draht und telefonieren eigentlich jeden Tag“, sagt auch S04-Torhüter Ralf. Dass beide Brüder voneinander profitieren, liegt auf der Hand: Früher blickte Ralf zu Falk auf, heute kann sich Falk von Ralf Tipps und Tricks fürs Torwartspiel holen. „Von Falks Zielstrebigkeit konnte ich mir einiges abschauen“, sagt Ralf. Sein Bruder drückt das etwas drastischer aus: „Ralf ist ein unglaublicher Dickkopf. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, muss es auf jeden Fall so umgesetzt werden. Für seine Karriere war das aber mit Sicherheit eine förderliche Charaktereigenschaft.“ Und wie tickt der ältere Bruder sonst so? „Einen Ordnungssinn hat er wohl leider nicht entwickelt“, sagt der Bundesliga-Torhüter lachend.

Für seinen Bruder nimmt Falk Fährmann Woche für Woche lange Anreisen in Kauf, um den FC Schalke 04 live im Stadion anzufeuern. „Ich fahre mit unseren Eltern so oft wie möglich zu Ralfs Spielen. Für uns gehört es zum Familienleben dazu, jedes Wochenende durch ganz Deutschland zu fahren, um ihn zu unterstützen“, sagt Falk. Dass sein Bruder ihn nicht mehr allzu oft unterstützen kann, wenn er das Tor des FSV Grüna-Mittelbach hütet, ist normal. „Mit meiner Präsenz sieht es da aufgrund unseres engen Terminkalenders leider nicht so gut aus“, gibt Ralf zu.

Inzwischen spielt Falk Fährmann seit einigen Jahren in Grüna. Dort hat er alle Hände voll zu tun, denn neben der Torhüterposition bekleidet er auch noch das Amt des Co-Trainers und des Abteilungsleiters der Seniorenabteilung. „Für mich ist es eine schöne Sache, nicht nur als Spieler aktiv zu sein. Der Verein liegt mir am Herzen, hier spiele ich mit vielen Freunden und Arbeitskollegen gemeinsam.“ In dieser Saison hatte er oft mit Verletzungen zu kämpfen, sodass er noch kein Spiel für seine Mannschaft bestreiten konnte. Zuletzt gehörte er wieder zum Kader und hofft nun, bald wieder das Tor des FSV sauber halten zu können. „Wir haben eine junge Truppe, in der ich als alter Hase zeigen kann, wo es lang geht. Ich finde es auch gut, dass ich als Co-Trainer noch spielen kann, so bin ich nah an der Mannschaft dran und weiß, wie sie tickt“, sagt Falk.

Am vergangenen Wochenende startete für Falk Fährmann und seinen FSV Grüna-Mittelbach die Rückrunde in der Kreisliga Chemnitz mit einem 2:1-Heimsieg gegen den Abstiegskandidaten FV Blau-Weiß Röhrsdorf. In die Winterpause ging der sächsische Verein als Tabellenerster. Und auch wenn Falk Fährmanns erstes Saisonspiel noch auf sich warten lässt, drückt aus dem Ruhrgebiet mit Sicherheit sein Bruder Ralf ganz fest die Daumen.