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Familienbande |28.05.2018|13:00

Familie Baku: Dali und die Zwillinge

Hier liegt der Fußball in der Familie: Dali Baku (M.) mit seinen Brüdern Rudi (l.) und Ridle.[Foto: Privat]

Baku gegen Uth, das hört sich nach Bundesliga an, Mainz gegen Hoffenheim. Doch es war zuletzt ein Duell in der Verbandsliga Hessen zwischen dem SV Zeilsheim und Germania Schwanheim, als sich Kokolo Baku und Jan Sebastian Uth begegneten. Der erstgenannte ist der Bruder des 05ers Ridle Baku und der andere, Torschütze beim 2:2 in diesem Spiel, der Bruder des 1899ers Mark-Alexander Uth. Dali Kokolo Baku ist bei seinem Klub allerdings derzeit im Wartestand, so hat er mehr Zeit für die Bundesliga - die neueste Folge unserer Serie "Familienbande" auf FUSSBALL.DE.

Ein Jahr, nachdem die Familie im Jahr 1992 von der Demokatischen Republik Kongo nach Deutschland zieht, kommt Koloko zur Welt. Er wächst in Mainz auf – und mit dem Ball am Fuß. "Mein erster Verein war mit sieben Jahren die SpVgg 07 Hochheim, aber natürlich habe ich schon vorher immer jeden Tag bei uns draußen unter anderem auch mit meinem Vater Fußball gespielt", erinnert sich Kokolo Baku, den alle Dali rufen.

Viereinhalb Jahre später kommen die Zwillinge Ridle Bote und Rudi Makana Baku zur Welt. Beide sollen später Karriere im deutschen Profifußball machen, der eine hat gerade seiner ersten beiden Bundesliga-Einsätze hinter sich und der andere immerhin schon 26 in der 3. Liga.

"Nur ein Ziel vor Augen: Fußballprofi werden"

Dali spielt inzwischen in der Verbandsliga. Auch er steht zwischenzeitlich vor der Tür, die den Weg in den Profifußball verspricht. Mit 13 wechselt er zu Mainz 05, wo schon Ridle und Rudi im Nachwuchs für Furore sorgen. "In Hochheim hat jeder zu mir gesagt: 'Dali, du wirst eines Tages Profi!'. Aber ich muss ehrlich zugeben, dass Ridle und Rudi noch besser waren", gibt Dali zu und fügt an: "Beide waren sehr klein, nicht nur weil sie vier Jahre jünger sind als ich, sondern sie sind auch heute als Erwachsene keine Riesen (lacht). Sie waren als Kiddies einfach viel schneller als alle anderen und haben dadurch, dass sie auf der Straße immer mit uns älteren Jungs gekickt haben, ganz viel gelernt. Sie mussten sich durchsetzen, das hat sie noch besser gemacht."

Als ihr Vater die Zwillinge zum ersten mal zum Training nach Hochheim bringt, schickt ihn der Trainer nach der ersten Einheit wieder weg. "Er hat zu unserem Papa gesagt, dass Rudi und Ridle zu gut seien und die anderen Kinder keine Lust hätten, mit den beiden Fußball zu spielen, und sie sofort nach Mainz zu 05 müssten", berichtet Dali Baku und führt aus: "Ich bin wirklich stolz darauf, was die beiden erreicht haben. Sie haben sehr viel Freizeit geopfert, waren ehrgeiziger als ich und hatten nur ein Ziel vor Augen: Fußballprofi zu werden."

Wie bei so vielen Fußballern ist es die Wiese hinterm Haus, der nächste Spielplatz oder einfach die Straße vor der Tür, die einem talentierten Kicker die beste Schule für eine spätere Karriere ist. "Wir hatten drei Bolzplätze", verrät Dali Baku und zählt auf: "Den kleinen Spielplatz vor der Haustür, wo alle einfach mitgekickt haben. Tore gab‘s da nicht, entweder waren die Bäume die Tore oder wir haben einfach unsere Jacken als Pfosten auf den Boden gelegt. Dann gab es noch den Käfig am Freiher-vom-Stein-Ring und für die besseren Fußballer den Käfig an der Herderstraße. Es war eine herzliche Zeit!"

Mit 17 bei den "Lilien"-Profis

Er selbst verbringt nur ein Jahr bei Mainz 05 dort und schließt sich dann dem FV Bienrich 02, einem Verein in Wiesbaden, an. Dann wechselt er zu Darmstadt 98. Bei den "Lilien" verlebt Dali Baku seine mit Abstand beste Zeit als Fußballer und wird schon im ersten A-Juniorenjahr für ein Tespiel der Profis gegen die Bundeswehr-Nationalmannschaft nominiert. "Ich habe sogar ein Tor geschossen", bemerkt Dali Baku.

In Darmstadt steht der zu der Zeit 17-Jährige unter anderem mit Sascha Amstätter, Yannick Stark, Abdelaziz Ahanfouf und Jan Zimmermann auf dem Platz. 98-Trainer Kosta Runjaic hält viel von dem schnellen Stürmer – der dennoch im zweiten A-Jugendjahr zum FSV Frankfurt weiter zieht.

Am Bornheimer Hang sieht er die bessere sportliche Perspektive für sich, die Frankfurter bieten ihm einen Amateurvertrag für die zweite Mannschaft in der Regionalliga Südwest an. Außerdem klopft Viktoria Aschaffenburg bei Dali Baku an. Aus persönlichen Gründen muss der gerade Volljährige aber mit dem Fußball kürzer getreten und sein Geld woanders verdienen. Er arbeitet, beginnt später eine Ausbildung und spielt beim FSV sowie danach beim SV Wehen jeweils mit der U 23 in der Hessenliga . Eine weitere Station ist der SV Wiesbaden, ehe er bei seinem aktuellen Klub SV Zeilsheim landet. "Leider habe ich mir letztes Jahr im September eine schwere Knieverletzung zugezogen und kann momentan nicht spielen, sondern befinde mich noch im Aufbautraining", bemerkt Dali Baku.

So hat er viel Zeit, auf die Zwillinge "aufzupassen". Weil Aspach von Mainz fast 200 Kilometer weg ist, kann er Rudi beim SG Sonnenhof nur selten live spielen sehen. Ridle hingegen geht vor den Augen seines älteren Bruders gerade steil. "Ich sehe mir im Grunde jedes Heimspiel der Mainzer an, ob es die U 23 in der Regionalliga ist oder jetzt die erste Mannschaft in der Bundesliga", sagt Dali Baku.

Er selbst will vom aktiven Fußball vorerst eine Pause einlegen oder im Sommer zu einem Klassentieferen Verein gehen. Seine Konzentration gilt den Zwillingen, auf ihrem weiteren Weg im Profifußball möchte er Ridle und Rudi als Berater unterstützen. Das nächste Duell Baku gegen Uth, Letzterer dann auf Schalke, dürfte also in der ersten Liga stattfinden.

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