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Familienbande |07.06.2017|17:00

Friedrich: Wenn das Herz nicht mitspielt

Während es Marvin Friedrich (links) auf Schalke in die Bundesliga schaffte, kickte sein Bruder Steffen für Kassel in der Regionalliga. [Foto: Fotos Getty, imago; Collage FUSSBALL.DE]

Gerald Asamoah machte im Fußball ein medizinisches Gerät bekannt, das seit seiner Erkrankung bei Vereinen als Lebensretter zur Pflichtausstattung gehört: den Defibrillator. Der sogenannte Schockgeber hilft, Herzrhythmusstörungen zu beenden und ermöglicht nicht nur Kickern weiterhin ihren Sport auszuüben. Wie Nationalspieler „Asa“, der an einer angeborenen Verdickung der Herzwand leidet, oder Daniel Engelbrecht (TSV Steinbach), der mit einem in der Brust eingebauten „Defi“ spielt, ist auch Steffen Friedrich auf die Hilfe des Kardiogeräts angewiesen. Dessen Bruder Marvin, aktuell beim FC Augsburg unter Vertrag, hat schon für Schalke 04 in der Bundesliga gespielt – die neueste Folge unserer Serie Familienbande.

"Es fällt mir natürlich schwer, auf Sport zu verzichten, aber in meinem Alltag bin ich kaum eingeschränkt und kann ein weitestgehend normales Leben führen, das ist das Wichtigste"

Es ist der 7. April 2016, als Steffen Friedrich auf der Tribüne am Bieberer Berg kollabiert. Das Halbfinale im Hessenpokal bei den Offenbacher Kickers der Spieler des Regionalligisten KSV Hessen Kassel nur als Zuschauer. Zweimal war der Abwehrspieler zuvor auf dem Platz zusammengebrochen, einmal im August 2015 beim Training und dann noch einmal am 1. Dezember beim Regionalliga-Match ebenfalls in Offenbach. Der Grund: Herzprobleme. Leistungssport kann der heute 23-Jährige trotz eines unter der Haut implantierten Defibrillators nicht mehr betreiben. „Es fällt mir natürlich schwer, auf Sport zu verzichten, aber in meinem Alltag bin ich kaum eingeschränkt und kann ein weitestgehend normales Leben führen, das ist das Wichtigste“, sagt Steffen Friedrich heute, fast zwei Jahre nach dem ersten Vorfall.

Steffen Friedrich ist in Kassel geboren. Wie später sein eineinhalb jüngerer Bruder Marvin spielt er in der Jugend für die kleinen Klubs FSC Guxhagen und OSC Vellmar, ehe er sich dem SC Paderborn anschließt. Mit der U 17 der Ostwestfalen steigt der Innenverteidiger in die B-Junioren-Bundesliga auf, doch Profi wird er nicht. Während Marvin Friedrich schon mit 15 Jahren das elterliche Nest verlässt und in die Schalker „Knappenschmiede“ geht und Bundesliga- sowie Junioren-Nationalspieler wird, bleibt der ältere Bruder in der Heimat. „Natürlich hat man den Traum Fußballprofi zu werden, so wie jedes andere Kind. Für mich wurde aber früh klar, dass ich mich nicht auf den Fußball verlassen kann, ich wollte unbedingt mein Abitur in Kassel absolvieren, das war mir wichtig“, sagt Steffen Friedrich.

In Paderborn spielt er mit der U 19 in der Westfalenliga, der zweithöchsten Spielklasse, und kommt auf ein paar Einsätze in der U 23, ehe es ihn zum Regionalligisten KSV Baunatal zieht. Ein Jahr später kehrt Steffen Friedrich nach Kassel zurück und wird Stammspieler beim früheren Zweitligisten KSV Hessen – bis schon nach insgesamt 44 Partien in der Regionalliga Südwest (zwölf für Baunatal, 32 für Kassel) Schluss ist. Eine 1:2-Niederlage in Offenbach, bei der er in der 76. Minute ausgewechselt wird, ist bis heute der letzte Pflichtspiel-Einsatz für Steffen Friedrich.

2016 wird bei ihm eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert, eine Erkrankung, die normalerweise mit Medikamenten und Ruhe in den Griff zu kriegen ist. In der für ihn schwierigen Zeit ohne aktiven Fußball stehen Steffen Friedrich nicht nur seine Familie und die Freunde zur Seite, sondern auch sein Verein. Im Frühsommer 2016 bietet Hessen Kassel dem nach wie vor körperlich außer Gefecht gesetzten Kicker einen neuen Einjahresvertrag an: als Spieler und Teammanager. Als er sich im Januar 2017 im Rahmen einer Trainerfortbildung wieder bewegen will, erleidet er einen Rückschlag. Seitdem gilt absolutes Sportverbot, was Steffen Friedrich auch in seinem Studium einschränkt. An der Uni Kassel studiert er Sport, Politik und Wirtschaft auf Lehramt, doch Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte kosten viel Zeit und Nerven. „Im Moment geht die Gesundheit vor“, sagt Steffen Friedrich.

Nicht gesund, aber in einem ganz anderen Sinne, ist auch Hessen Kassel. Der Traditionsklub ist klamm, zwar konnte während der nun abgelaufenen Saison ein Insolvenzverfahren verhindert werden, doch die Finanzierung der nächsten Serie soll noch nicht gesichert sein. Steffen Friedrich hofft, dass es in Kassel weiter geht und er als Teammanager nah an der Mannschaft bleiben kann. Er weiß: Fußball ist auch aus einer anderen Perspektive schön.

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