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Wiegen der Weltmeister - TSV Pattensen|26.07.2014|11:17

Für Mertesacker begann alles bei Vater Stefan

Weltmeister aus der Kleinstadt: Per Mertesacker. [Foto: Bongarts/Getty Images]

Auch Weltmeister haben mal klein angefangen. Die meisten auch bei "kleinen" Vereinen aus dem Amateurfußball, der ab 29. Juli eine neue Online-Heimat auf FUSSBALL.DE bekommt. Wir stellen die "Wiegen der Nationalspieler" vor. Heute: Per Mertesacker, der seinem Heimatverein TSV Pattensen bis heute treu geblieben ist.

Pattensen ist eine beschauliche Kleinstadt südlich von Hannover. Zweigeschossige Fachwerkhäuser in der Altstadt und idyllische Kirchen prägen das Stadtbild. Besonders Pendler, die in Hannover berufstätig sind, ziehen in die rund 15.000 Einwohner-Stadt. So war es auch bei Stefan Mertesacker, der aufgrund einer neuen Arbeitsstelle als Dozent 1983 mit seiner Familie nach Norddeutschland zog. Als bei seinen Kindern das Interesse am Fußball wuchs, wurde er Jugendtrainer vom TSV Pattensen.

Ohne die Unterstützung des ehemaligen Viertliga-Spielers wäre die G-Jugend möglicherweise gar nicht gegründet worden - und die Fußballkarriere seines Sohnes Per Mertesacker hätte vielleicht niemals begonnen. Dass aus dem Zweitältesten von drei Brüdern später ein Nationalspieler und Weltmeister werden würde, konnte damals niemand ahnen. Sein Vater, der ihn als erster Trainer betreut hat, am allerwenigsten. "Er war kein Spieler, der sonderlich aufgefallen ist", erzählt Stefan Mertesacker.

"In der Pubertät war er lange verletzt. Auch als er mit zwölf Jahren zu Hannover 96 ging, ist er eher ein Mitläufer gewesen. Die Trainer haben auf andere Spieler gesetzt, die ihm in der körperlichen Entwicklung einen Schritt voraus waren", so "Papa Merte": "Erst als Per etwa 18 Jahre alt war, war festzustellen, dass er positionsbezogen möglicherweise weiter ist als andere seines Jahrgangs."

Familie blieb Pattensen treu

Per Mertesacker ist nicht der einzige in der Familie, der einmal vom TSV Pattensen zu Hannover 96 gewechselt ist. Die Bindung zum Heimatverein bleib aber bei allen erhalten. Sein jüngerer Bruder Timo wagte ebenfalls den Sprung in die Jugendabteilung des Profivereins, kehrte später aber wieder zurück und spielt nun für die 1. Herren des TSV in der Landesliga. Vater Stefan übernahm in der Saison 1994/1995 als Interimstrainer für eine Woche den damaligen Zweitligisten Hannover 96 und sitzt noch heute im Vorstand. Gleichzeitig aber kümmert er sich als Trainer um den Nachwuchs des TSV. Mutter Bärbel gibt im Verein zudem Nordic-Walking-Kurse. Sogar Per Mertesacker hält seine Mitgliedschaft aufrecht und hat dem Verein einen Kunstrasenplatz gesponsert. "Ohne ihn wäre das nicht möglich gewesen. Wir haben ihm viel zu verdanken", erzählt der 2. Vereinsvorsitzende Wolfgang Mehl.

Doch nicht nur finanziell unterstützt der Innenverteidiger von Arsenal London seinen Heimatverein. Sofern es die Zeit zulässt, schaut er auch persönlich vorbei. Im Sommer 2013, als er seine Frau Ulrike im Schloss Marienburg nahe Pattensen heiratete, gab er der C-Jugend sogar eine Trainingseinheit.

Überhaupt ist Per Mertesacker der große Stolz des TSV Pattensen. Dementsprechend wird bei den Spielen der Nationalmannschaft mitgefiebert. "Wir haben in einer Scheune eine Leinwand aufgehängt und mit allen Fußballern zusammen die Spiele der Weltmeisterschaft geguckt", so Mehl. Das Gemeinschaftliche spielt in dem Verein, der aktuell 1.423 Mitglieder vorzuweisen hat und auch im Schwimmen stark vertreten ist, eine große Rolle. Mehl führt fort: "Wir haben eine schöne Anlage und ein schönes Clubhaus mit einer schönen Terrasse. Aufgrund unserer vielen Jugendmannschaften ist auf unseren drei Rasenplätzen immer etwas los. Auch ältere Mitglieder kommen hierher, um einfach eine nette Zeit zu verbringen." Stefan Mertesacker kann das bestätigen: "Die Atmosphäre ist sehr familiär. Die Erwachsene kommen mit ihren Kindern auf den Sportplatz. Man kennt sich vom Dorf, unterhält sich und trinkt dabei ein Bierchen."

Im Mittelpunkt aber steht der sportliche Erfolg. Die 1. Mannschaft belegte vergangene Saison den 6. Tabellenplatz der Landesliga Hannover. "Das war unser bisher bestes Ergebnis", sagt Mehl. Von einem Aufstieg in die Oberliga möchte allerdings niemand träumen. "Das käme noch zu früh. Wir haben eine sehr verjüngte Mannschaft", sagt Mehl, der ohnehin nicht nur die 1. Herren im Blick hat. Die 2. Herren aus der Kreisliga und die 3. Herren aus der Kreisklasse sind nicht minder wichtig: "Es sollen regelmäßig Spieler von der 2. in die 1. Mannschaft hochgezogen werden. Der Sprung von der Kreisliga zur Landesliga ist natürlich groß. Aber vergangene Saison haben es zwei geschafft. Das macht uns sehr stolz."

Enge Zusammenarbeit mit 96

Im kommenden Jahr feiert der Verein das 125-jährige Bestehen. Weil es sich bei Pattensen um ein Zuzuggebiet von Hannover handelt, kann sich hier niemand über einen mangelnden Mitgliederzulauf beschweren. 21 Jugendmannschaften existieren bereits, darunter auch fünf Mädchenmannschaften. Ab der C-Jugend wird auf Spielgemeinschaften mit anderen Vereinen verzichtet. "Wir erreichen dadurch eine hohe Identifikation mit dem TSV Pattensen", erzählt Stefan Mertesacker, der mit seinen Jugendmannschaften zwei- bis dreimal die Woche trainiert.

Ohnehin spiele die Nachwuchsarbeit in der Philosophie des Vereins eine große Rolle: "Es ist unser Ziel, Jungs aus dem eigenen Dorf für die Herren-Mannschaften auszubilden. Sie sollen sich in dieser familiären Atmosphäre wohlfühlen." Die Zusammenarbeit mit Hannover 96 bleibt weiterhin bestehen. "Kürzlich bekamen wir einen Spieler vom 96er Nachwuchs, dem es dort zu viel wurde. Andersherum schicken wir unsere talentiertesten Spieler auch nach Hannover, damit sie sich weiterentwickeln können", sagt Mertesacker. Es ist also gut möglich, dass Per Mertesacker nicht der letzte Spieler gewesen ist, der es vom TSV Pattensen in den Profifußball schafft.

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