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Themenwoche|21.01.2020|10:30

"Fußballer verbessern sich durch Futsal"

Philipp Ropers, für Regensburg selbst am Ball: "Wir sind auf einem guten Weg."[Foto: Thomas Schneider]

Eine Futsalkarriere ist wohl der schnellste Weg ins DFB-Dress. Philipp Ropers spielt beim SSV Jahn 1889 Regensburg in der Regionalliga Süd und verantwortet beim Bayerischen Fußball-Verband (BFV) unter anderem den Bereich Futsal. Im FUSSBALL.DE-Interview mit Redakteur Tobias Bach spricht der Verbandstrainer über seinen eigenen Weg ins Nationalteam, die Talentförderung in Deutschland und seine Trainertätigkeit an den beiden Futsal-Stützpunkten in Bayern.

FUSSBALL.DE: Herr Ropers, Ronaldinho, Lionel Messi und Cristiano Ronaldo spielten alle in ihrer Kindheit Futsal. Alle drei sind der festen Meinung, Futsal sei ein wichtiger Baustein für ihre spätere Karriere gewesen. Da muss ja etwas dran sein. Was macht den Futsal aus?

Philipp Ropers: Aus meiner Sicht ist Futsal gar keine andere Sportart als Fußball. Das wird ja oft so gesehen. Es ist aber auch nicht die gleiche Sportart. Es ist eine Variante vom Fußball in der Halle.  Jeder Fußballer, der regelmäßig Futsal spielt, verbessert sich dadurch. Ob technisch, taktisch, konditionell oder mental. Die Technik und Handlungsschnelligkeit, die man beim Futsal auf dem engen Raum braucht, hilft einem draußen auf dem Feld ungemein. Die Erfahrung habe ich auch bei mir selbst gemacht. An den Punkt, dass ein 13-Jähriger nur noch Futsal statt Fußball spielt, kommen und wollen wir vielleicht auch gar nicht. Aber es wäre ein wichtiger Schritt, wenn die Kinder und Jugendlichen im Winter regelmäßig Futsal spielen und sich dadurch im Fußball verbessern.

Wie sehen Sie denn den Futsal in Deutschland derzeit aufgestellt? 

"Aus meiner Sicht ist Futsal gar keine andere Sportart als Fußball"

Ropers:  Im internationalen Vergleich sieht man, dass da noch ein weiter Weg vor uns liegt und wir noch nicht dort stehen, wo wir stehen sollten. Alleine aufgrund der Größe des Landes, der Anzahl an Fußball- oder Futsalspielern und der Ressourcen, die wir im Vergleich zu anderen Ländern haben. In der Weltrangliste ist Deutschland auf Platz 63 direkt hinter Albanien und Malaysia. Dennoch glaube ich, dass wir aufgrund der Arbeit des DFB und der Landesverbände auf einem guten Weg sind. Die Nationalmannschaft hat eine gute Entwicklung gemacht, es gibt sie ja noch nicht lange. Um Richtung Weltspitze zu kommen oder so erfolgreich zu werden, wie wir das im Fußball als große Nation sind, fehlt noch relativ viel. Mit der Einführung der Bundesliga 2021 wird ein sehr wichtiger Schritt für Spieler, Trainer und Vereine gegangen.

Als U 19-Stützpunkttrainer sind Sie mit jungen Futsalspielern in Kontakt. Auf welchem Stand ist die Talentförderung in Deutschland?

Ropers:  Da sind Zeit und Geld wichtige Faktoren, weil die gewachsenen Strukturen anderer Länder bei uns einfach noch nicht vorhanden sind. Da fehlt uns natürlich noch die Erfahrung in gewissen Bereichen. In anderen Ländern beginnen die Kinder sehr früh mit Futsal, wir sind gerade dabei, das andersherum aufzubauen. Wir schulen Spieler derzeit im Herren- und U 19-Bereich um, die im Fußball nicht den Sprung nach ganz oben schaffen. Das ist auch ein guter Weg, aber um langfristig große Schritte nach vorne zu gehen, müssen wir das Ganze früher angehen. Also Kinder und Jugendliche bereits im Futsal ausbilden.

Wie sieht die Talentförderung an einem Stützpunkt zurzeit aus?

Ropers:  Bayern sieht den Futsal als sehr wichtig an und der BFV investiert viel in diesen Bereich. Wir haben in Bayern zwei Stützpunkte. Einen mit der Sportschule Oberhaching in München und einen in Regensburg. Ich bin für beide Stützpunkte verantwortlich, habe aber an beiden Orten jeweils noch einen Co- und einen Torwarttrainer. In unseren Stützpunktteams haben wir meistens noch Spieler, die auch parallel Fußball spielen. Training findet jeweils einmal die Woche zusätzlich zum normalen Fußballtraining der Jungs in ihren Mannschaften statt. Das wird genauso wie bei den Fußballstützpunkten gehandhabt. Bei uns gibt es auch schon seit letztem Jahr Juniorenligen, die in den verschiedenen Altersbereichen von A- bis F-Jugend über den Winter spielen.  

Wie weit ist der Weg vom Einsteiger zum Stützpunkt bzw. in die Nationalmannschaft? 

Ropers:  Die ganzen Strukturen sind noch relativ klein und dadurch die Wege auch kurz. Das ist der Riesenvorteil, den es im Futsal gerade noch gibt. Wenn man bei uns am Stützpunkt ist, hat man eine große Chance, relativ schnell einen guten Weg zu machen. Zum Beispiel hat beim Landesauswahlturnier Anfang Januar auch eine U 19-Stützpunktauswahl des DFB mitgespielt. Da waren drei von unseren Jungs aus Bayern dabei. Für die war der Weg vom Beginn des Stützpunkttrainings im September 2019 bis ins deutsche Nationaltrikot Anfang Januar 2020 sehr kurz. Zudem: Die meisten U 19-Stützpunkttrainer sind auch für die jeweilige Herrenauswahl des Landesverbandes zuständig. Gute Stützpunktspieler haben dadurch auch eine große Möglichkeit, dort reinzurutschen, weil entweder gar keine Absprachen nötig sind - oder höchstens über eine Ecke.

Ein gutes Beispiel dafür sind Sie selbst.

Ropers:  Von meinem ersten Futsalspiel bis zum ersten Länderspiel 2018 gegen die Schweiz hat es nur ein Dreivierteljahr gedauert. Das ist auch immer etwas, was ich den Jungs mitgebe: Schaut mal, wie schnell das gehen kann. Dadurch kenne ich Nationaltrainer Marcel Loosveld. Mit ihm stehe ich regelmäßig wegen unserer Spieler in Kontakt. Gerade haben wir auch wieder ein aktuelles Beispiel. Unser Stützpunkttorwart in München, Michael Loroff vom FC Deisenhofen, war Teil der besagten U 19-Stützpunktauswahl des DFB und stand jetzt schon im erweiterten Kader der Nationalmannschaft für die EM-Qualifikation. Das ist ein Beispiel, das für die anderen Jungs Gold wert ist.

Wie sind Sie selbst eigentlich zum Futsal gekommen? 

Ropers:  Ich habe in der Jugend bei Bayern München Fußball gespielt, bin aber schon früh mit 14 Jahren auf die Idee gekommen, Trainer zu werden. Ich habe dann alle Trainerscheine bis zur A-Lizenz gemacht und als Trainerausbilder für den Bayerischen Fußball-Verband an der Sportschule Oberhaching gearbeitet. Dort bin ich im Herbst 2017 zum Futsal gekommen, weil die Mannschaft von Regensburg da trainiert hat. Ich bin zufällig an der Halle vorbeigelaufen und habe gefragt, ob ich einfach mal mitkicken kann. Ich habe dann im ersten Training überzeugt. So gut war ich nie wieder. (lacht)  Da machen wir jetzt immer Witze drüber. Seitdem spiele ich für Regensburg in der Regionalliga Süd.

Welche Stärken sollte man als Fußballer haben, wenn man den Weg in den Futsal gehen möchte?

Ropers: Das Grundverständnis beider Sportarten ist erstmal ähnlich. Da sind schon viele Parallelen und Überschneidungen. Viele technische und taktische Elemente, beispielsweise im Eins-gegen-Eins, finden sich in beiden Sportarten wieder. Natürlich gibt es mannschaftstaktische Unterschiede. Grundsätzlich muss ein guter Futsalspieler technisch hervorragend sein, aber vor allem muss er spielintelligent sein. Ein Spruch unseres Spielertrainers in Regensburg ist: "Ein Fußballspieler muss stark sein, ein Futsalspieler muss schlau sein." Das finde ich ganz treffend, weil es entscheidend ist, im richtigen Moment das Richtige zu tun. Zum einen, weil man weniger Zeit zur Verfügung hat, um Entscheidungen zu treffen. Zum anderen, weil durch den engen Raum und das schnelle Spiel jede gelungene Aktion zu einem Tor und jeder Fehler zu einem Gegentor führen kann. Beim Fußball geht das Ganze deutlich langsamer, weil einfach mehr Spieler auf dem Feld stehen.

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