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Gegentor-Flut |26.03.2019|14:30

Futsal-Team aus Flüchtlingen: 40:720 Tore

Heftige Niederlagen, doch ans Aufgeben denkt bei Kine em Halle (gelb-schwarze Trikots) niemand.[Foto: privat]

Fußball verbindet Menschen. Generationsübergreifend, geschlechterunabhängig und über alle Nationen hinweg – auch beim Konzept "Kine em Halle e.V." (aus dem Kurdischen übersetzt: Wer sind wir?) aus Halle an der Saale. Seit 2017 existiert der Verein und gibt Migranten unter anderem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak die Gelegenheit, der Faszination Fußball auf Rasen und in der Halle nachzueifern. Seit dieser Saison stellt der noch junge Klub erstmals eine Mannschaft für die Futsal-Regionalliga, der höchsten Spielklasse in Deutschland.

"Sport ist ein Hauptmerkmal für Integration. Aber es gab bis zu diesem Zeitpunkt kein Projekt in der Umgebung, das ausschließlich von Flüchtlingen gegründet wurde. Da waren wir Vorreiter", sagt Frank Ohse, Trainer der Futsal-Mannschaft des "Kine em Halle e.V.". Der ehemalige Torwart leitet zeitgleich das Projekt social Streetsoccer . Ein Programm, das hilfsbedürftigen Menschen bei Amtsbegleitung, Vermittlung von Wohnräumen und Arbeitsplätzen und bei der Integration unterstützt.

Ohse ist seit Ende 2017 dabei. Aufmerksam wurde "Balou" – so sein Spitzname – bei einem Freundschaftsspiel zwischen PSV Halle und Kine em Halle, bei dem der heutige Trainer als Schiedsrichter fungierte. "Ihre Art zu spielen, hat mich fasziniert. Nach der Partie habe ich den Spielern erklärt, warum sie so oft im Abseits standen. Die Jungs haben meinen Namen notiert, mich wenige Tage später zum Essen eingeladen und gefragt, ob ich deren neuer Coach sein möchte", erklärte der ehemalige Fußballer.

Seit der Vereinsgründung 2017 zeigt die Entwicklungskurve des Klubs rasant nach oben. Mit Obeid Cheilmous ist ein neuer Trainer für das Fußballteam dazugekommen, Ohse trainiert seither nur noch die Futsal-Auswahl und die Kinder- und Jugendabteilung. "Wir haben rund 30 bis 40 Fußballer und Futsaler im Herrenbereich und 20 Kinder im E- und F-Jugendalter. Unsere Spieler sind vorwiegend Kurden, einige kommen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, aber auch aus Deutschland. Ich möchte eine gesunde Mischung aus Einheimischen und Menschen mit Migrationshintergrund. Nur so funktioniert Integration", erklärt Ohse, der zugleich als technischer Koordinator des Vereins tätig ist. "Wir wollen bei der Bevölkerung ein Umdenken erreichen. Vorurteile und Ängste sollen abgebaut werden."

"Wir wollen uns anständig aus der Saison verabschieden"

Traum-Bilanz auf dem Rasen

Auf dem Rasen läuft es für Kine em Halle optimal. Nach 19 Begegnungen führt der noch junge Verein die Tabelle in der 1. Kreisklasse im Saalekreis an. Der Aufstieg in die Kreisliga sei fest angepeilt. Ein Teil dieser Auswahl, erklärt Ohse, gehöre zusätzlich dem Futsal-Regionalligakader an. Dort liegen die Sachsen-Anhaltiner allerdings mit 40:720-Toren auf dem letzten Tabellenplatz. Zuletzt gab es unter anderem ein 1:101 (!) gegen den Zweiten, CFC Hertha 06. "Das Leistungspensum ist der absolute Wahnsinn. Als würde man als Kreisligist jeden Tag gegen Real Madrid spielen", meint er anerkennend. Beim Landesfußballverband Sachsen-Anhalt sieht man die Entwicklung zwiegespalten.

Zwar leiste Trainer Ohse außergewöhnliche Arbeit, doch die Wertschätzung seitens der Gegner würde kontinuierlich abnehmen, bemängelt Frank Krella, Vorsitzende des Ausschusses für Freizeit- und Breitensport beim Landesverband. "Am Anfang wurden die Leistungen von den Gegnern noch respektiert. Jetzt machen sich die Teams einen Spaß daraus, den höchsten Sieg gegen Kine em Halle einzufahren." Trotz der oftmals klaren Niederlagen, ein vorzeitiges Aufgeben bei den Spielen oder ein Rückzug aus der Meisterschaft kommt für die Kicker im Alter von 18 bis 52 nicht infrage. "Das ist eine Sache des Fair Plays und das unabhängig davon, ob wir pro Spielminute ein Tor kassieren. Wir wollen uns anständig aus der Saison verabschieden", macht Ohse deutlich. Angesichts der Bilanz von bisher null Punkten aus 19 Spielen steht der Abstieg der neugegründeten Mannschaft aus sportlicher Sicht bereits fest.

Derzeit laufen die Planungen für die kommende Spielzeit auf Hochtouren. Zwar gehört die Futsal-Abteilung zum Verein, soll aber künftig in Eigenregie unter neuem Namen und verändertem Kader auflaufen. Damit würde wohl auch der Verein finanziell entlastet werden. Neben einigen finanziellen Förderern unterstützt Ohse den Verein aus eigener Tasche. "Wir haben keine Sponsoren, sonst wäre es definitiv einfacher. Ich habe das Projekt angefangen und werde es auch durchziehen." Mehrere hundert Euro investiert der Ex-Fußballer monatlich, um die Kosten zu decken, die damit verbundene Existenz des Klubs aufrechtzuerhalten und das Ziel für die nächste Saison zu erfüllen. Ohse: "Definitiv weniger als 720 Gegentore kassieren."

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