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Gehörlos |12.07.2020|12:00

Gehörloser Torwart Bölker: "Gestik hilft"

Christian Bölker: "Man ist als Gehörloser nicht automatisch stumm".[Foto: imago]

Christian Bölker (32) ist gehörlos. Dennoch spielt der Torwart der deutschen Gehörlosen-Nationalmannschaft hochklassig Fußball. Nach zwei Jahren beim 1. FC Kaan-Marienborn aus der Oberliga-Westfalen spielt er künftig für den Ligakonkurrenten RSV Meinerzhagen. Im FUSSBALL.DE-Interview, das per E-Mail geführt wurde, erzählt Bölker von seiner Einschränkung und damit verbundenen Herausforderungen.

FUSSBALL.DE: Herr Bölker, Sie wechseln vom 1. FC Kaan-Marienborn zu Ligakonkurrent RSV Meinerzhagen. Was sind die Gründe für den Schritt?

Christian Bölker: Nach einem guten Start in die vergangene Saison konnte ich meine Top-Leistung leider nicht immer abrufen. Grund dafür war auch die Gehörlosen-Europameisterschaft auf der griechischen Insel Kreta im Juni 2019, die mir viel abverlangt und meine Sommerpause verkürzt hatte. Ich habe während der Oberliga-Saison gemerkt, dass ich etwas platt bin. Dann kam auch noch eine Verletzung dazu und unser Ersatztorwart Jonas Brammen hat mich sehr gut vertreten. Deshalb musste ich auch nach der Verletzung auf der Bank Platz nehmen. Zu Beginn der Rückserie warf mich eine Grippe zurück und der neuverpflichtete Torwart Julian Bibleka spielte. Ich hatte nun den Eindruck, dass eine Veränderung für mich sinnvoll ist. Deshalb bat ich um die Auflösung meines Vertrages und die Erlaubnis, den Verein zu wechseln.

Bei Kaan-Marienborn kickten Sie auch ein Jahr in der Regionalliga, waren als gehörloser Torwart Stammkeeper. Was war das für eine Erfahrung?

"Ich kann mich verbal äußern und meinen Mitspielern etwas zurufen. Die Antworten höre ich natürlich nicht. Hierbei hilft uns Gestik"

Bölker: Eine sehr schöne Erfahrung. Alleine die Spiele in den Stadien von ehemaligen Bundesligavereinen wie Rot-Weiss Essen oder Alemannia Aachen mit den großartigen Fans waren unglaublich. Aber auch die Partien gegen die Nachwuchsmannschaften von aktuellen Erstligisten haben viel Spaß gemacht. Ich möchte die Zeit in der Regionalliga auf keinen Fall missen und würde dort gerne noch einmal spielen.

Als gehörloser Fußballer haben Sie Einschränkungen. Wie verständigen Sie sich mit Ihren Mitspielern?

Bölker: Man ist als Gehörloser nicht automatisch stumm. Das wird von vielen fehlinterpretiert. Ich kann mich verbal äußern und meinen Mitspielern etwas zurufen. Die Antworten höre ich natürlich nicht. Hierbei hilft uns Gestik.

Laute Stadionatmosphäre, nervige Zwischenrufe, provokante Gegnersätze: Kann die Gehörlosigkeit manchmal vielleicht auch ein Vorteil sein?

Bölker: Definitiv. Durch die Gehörlosigkeit bekomme ich die Unruhe und Provokationen nicht mit, so dass ich meinen Fokus komplett auf das Spiel legen kann. Deshalb erkenne ich manche Situationen früher als andere Spieler.

Sie kommen jetzt zu einem neuen Verein mit neuen Mitspielern und neuen Absprachen. Ist ein Vereinswechsel für Sie nicht kompliziert und anstrengend?

Bölker: Nur am Anfang. Aber das ist für Hörende sicher auch so, wenn man in ein neues Umfeld mit anderen Funktionären, Spielern und Zuschauern kommt. Ein Vorteil ist, dass man mich mittlerweile kennt und weiß, auf was sich eingestellt werden muss. Es ist mir bisher bei jedem Klub sehr leicht gemacht worden und ich wurde überall gut aufgenommen.

Wie lange wird es dauern, bis sich Ihre neuen Teamkollegen an die besondere Kommunikation mit Ihnen gewöhnt haben?

Bölker: Schon nach ein paar Trainingseinheiten wird das, denke ich, zur Normalität. Jeder weiß dann, wie er mit mir umzugehen hat. Das ging bei allen meinen Stationen zügig.

In Ihrer fußballerischen Laufbahn ging es von der Kreisliga hoch bis in die Regionalliga. Jetzt sind Sie ein etablierter Oberligatorwart. Sind Sie damit zufrieden?

Bölker: Wenn ich ehrlich bin, nur bedingt. Ärgerlich war der Abstieg aus der Regionalliga West mit dem 1. FC Kaan-Marienborn in der Saison 2018/ 2019 aufgrund eines fehlenden Punktes. Wären wir drin geblieben, hätte ich sicher noch ein zusätzliches Jahr in der 4. Liga spielen können. Aber auch die Oberliga ist sportlich attraktiv und mit Gegnern wie der SG Wattenscheid 09 oder Westfalia Herne eine Herausforderung.

Sie sind jetzt 32 Jahre. Welche Ziele verfolgen Sie noch?

Bölker: Ich würde gerne mit Meinerzhagen in die Regionalliga aufsteigen und dort dann mindestens ein bis zwei weitere Jahre auf hohem Niveau spielen. Ans Aufhören denke ich noch nicht. Als Torhüter muss ich das in meinem Alter auch nicht unbedingt. Die italienische Legende Gianluigi Buffon spielt schließlich auch noch mit 42 Jahren auf Top-Niveau. (lacht)

Wie stolz sind Sie darauf, dass Sie trotz Ihrer Behinderung so hochklassig Fußball spielen?

Bölker: Klar bin ich stolz auf das bisher Erreichte. Wichtig sind aber auch die Menschen, die mich begleitet und mir die Möglichkeiten zum Aufstieg aus der Kreisliga beim SV Heggen über Landes- und Westfalenliga mit der SpVg Olpe bis in die Regionalliga mit dem 1. FC Kaan Marienborn gegeben haben. Dass ich so hochklassig spielen durfte und immer noch darf, werde ich wohl erst richtig begreifen, wenn ich das später einmal mit etwas Abstand betrachte.

Welche Tipps können Sie anderen gehörlosen Fußballern geben, die in Teams mit Mitspielern mit funktionierendem Gehör spielen?

Bölker: Als Sportler - oder besser generell als Mensch - muss man mit einem Handicap immer ein paar Prozent besser sein als andere. Es ist also wichtig, dass man konstant an sich arbeitet, sich stetig verbessert und sich immer wieder neue Ziele setzt. Entscheidend ist auch, offen auf die Mitspieler zuzugehen und sich nicht in seine eigene Welt zurückzuziehen. Sonst klappt das Miteinander im Team nicht und der eigene Erfolg bleibt auch aus.

Denken Sie, dass Sie als gehörloser Mensch auch Trainer werden können? Schließlich hängt die Arbeit als Coach unter anderem mit vielen taktischen Erklärungen zusammen.

Bölker: Ich glaube schon, dass das möglich wäre. Dann aber eher in den unteren Ligen. Höherklassig wäre das wohl sehr schwer, weil es da - wie Sie schon sagen - viele taktische Feinheiten gibt, die mit den Spielern kommuniziert werden müssen. Für mich kommt aber ohnehin nach meiner Spielerlaufbahn eher ein Job als Torwarttrainer in Frage. In diesem Bereich könnte ich meine Erfahrungen auch bei Vereinen aus höheren Ligen einbringen.

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