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Historie|11.02.2020|16:00

Gründungsmitglied, Viertligist, Pokalschreck

Geschichte geschrieben: Saarbrücken kehrt nach 35 Jahren ins Pokalviertelfinale zurück.[Foto: imago images/Eibner]

Die Frage, wo der einstmals ruhmreiche 1. FC Saarbrücken eigentlich abgeblieben sei, stellen sich in diesen Tagen nicht mehr ganz so viele Menschen wie noch vor ein paar Wochen. Weiß doch jeder Fußballinteressierte, wo sie sich derzeit (auch) befinden: im Viertelfinale des DFB-Pokals, nach einem Sieg im Elfmeterschießen gegen den Karlsruher SC. Zuvor warfen sie Bundesligist 1. FC Köln raus. Sie leben also noch, spielen aber seit 2014 in der viertklassigen Regionalliga Südwest, sind dort aber immerhin Tabellenführer. Die ganz großen Zeiten kommen dennoch so schnell nicht wieder, es wird noch ein Weilchen dauern bis zum nächsten Sieg bei Real Madrid.

Wie bitte? Jawohl, den gab es. Beim AC Mailand gewannen sie übrigens auch, damals in den Goldenen Fünfzigern der Klubgeschichte. Als deren Highlight galt bis Kriegsende noch die Teilnahme am Finale um die Deutsche Meisterschaft anno 1943 in Berlin.

Das bestritten sie noch unter dem alten Namen FV Saarbrücken - und quasi in Unterzahl. 80 Minuten humpelte der früh verletzte Hugo Decker als Statist übers Feld, auf Dauer konnten die Kollegen dem Druck des Dresdner SC nicht widerstehen. Am Ende hieß es 0:3, alle Tore gegen die "Molschder" fielen nach der Pause. Der ehemalige Reichstrainer Otto Nerz kommentierte: "Die Saarbrücker nahmen ihr Schicksal mit Anstand hin." Für Herbert Binkert, FCS-Legende und damals als 19-Jähriger dabei, war das Finale vor rund 95.000 Menschen "das Größte, was man als Fußballer erreichen kann", weshalb er sich noch oft ärgert, wenn jüngere Zeitgenossen etwa das 6:1 über die Bayern 1977 in der Bundesliga höher einschätzen. Doch dazu später mehr.

"Interessanteste Fußballmannschaft Europas"

Die größte Zeit des nun als 1. FC Saarbrücken firmierenden Klubs begann im Jahrzehnt nach dem Krieg. 1946 gewannen sie die Südwestmeisterschaft, waren somit Meister der "Französischen Zone". 1948 musste Saarlands Fußball das deutsche Ligensystem verlassen, denn das Saarland gehörte noch nicht zu Deutschland - und der 1. FCS spielte deshalb außer Konkurrenz in der 2. Liga Frankreichs als "FC Sarrebruck" mit. Wo er auf Anhieb mit 148:50 Toren Erster, aber nicht Meister wurde. Der Aufstieg wurde der "Geistermannschaft" verwehrt.

Binkert schoss sagenhafte 41 Tore und durfte sich trotzdem nicht Torschützenkönig nennen. 1949 wurde der Klub ganz ausgeschlossen und bestritt nur noch Freundschaftsspiele. Er nutzte die Zeit der Missachtung und polierte sein Image durch internationale Spiele auf. Mit Aufsehen erregendem Erfolg. FIFA-Präsident Jules Rimet bezeichnete den FCS 1951 gar als "interessanteste Fußballmannschaft Europas". Vor allem wegen dem bis heute legendären 4:0 bei Real Madrid (!) am 21. Januar 1951, es war der erste "deutsche" Sieg bei den Königlichen und die erste Heimpleite Reals nach zwölf Jahren.

Auch der Skalp des FC Liverpool baumelte am "Kieselhumes", wie das Spielfeld - ein Aschenplatz - hieß. Die Engländer, damals noch nicht ganz so renommiert, wurden am 31. Mai 1950 mit 4:1 vom Platz gefegt.

Nur der VfB Stuttgart war 1952 besser

Dann wurde es endlich wieder ernst: 1951/1952 war das Saarland zwar immer noch autark, aber man ließ den 1. FCS (wie Borussia Neunkirchen) nun in der Oberliga Südwest mitspielen. Prompt lösten sie den Deutschen Meister Kaiserslautern als Staffelsieger ab, zogen in die Endrunde ein, setzten sich dort als krasser Außenseiter gegen den HSV, Nürnberg und Schalke durch und standen am 22. Juni 1952 im Finale. Aber auch in Ludwigshafen war ihnen das Glück nicht hold, nach großem Kampf und trotz Führung durch Konrad Schreiner unterlag der FCS dem VfB Stuttgart mit 2:3. Der DFB kam so um die Verlegenheit herum einen Deutschen Meister zu küren, der nicht zu Deutschland gehörte. "Aber der Schönheitspreis für Saarbrücken!", titelte der Kicker , und meldete: "85.000 klatschten für den Besiegten mit dem eleganteren, vielseitigeren Spiel: 1. FC Saarbrücken!"

Binkert war immer noch dabei, assistiert von begeisternden Flügelflitzern Werner Otto und Herbert Martin, dem Schützen des 2:2. 29 Stunden nach dem Finale saßen die Vizemeister im Flieger nach Sao Paulo, um ihre Fußballkünste in Brasilien vorzuführen. Der FCS wurde zum Exportschlager des deutschen Fußballs, auch wenn er immer noch eine Sonderrolle inne hatte. So standen zwölf Spieler des FCS 1953 in den beiden WM-Qualifikationsspielen des Saarlands, dessen Elf vom späteren Bundestrainer Helmut Schön angeleitet wurde, gegen Sepp Herbergers kommende Weltmeister. Der Dreizehnte, Kurt Clemens, kam auch vom FCS, spielte aber damals für Lokalrivale Saar 05.

Die These sei gewagt: Hätte das Saarland schon 1954 zu Deutschland gehört, hätte die Elf von Bern gewiss auch einen Saarbrücker Spieler enthalten.

Gründungsmitglied der Bundesliga

Obwohl der FCS nach dem Superjahr 1951/1952 stets oben mitspielte, konnte er erst nach fünf Jahren wieder einen der beiden ersten Plätze, der zur Endrundenteilnahme berechtigte, erreichen. Kaiserslauterns Walter-Elf erlaubte sich keine Schwächephase mehr und wies auch die Saarbrücker in die Schranken, einmal sogar mit 9:0 (1952/1953). 1957 aber reichte es wieder für Platz zwei hinter dem FCK und zum Auftakt der Endrunde gab es ein respektables 2:2 gegen den 1. FC Nürnberg, doch knappe Niederlagen gegen Duisburg und den HSV beendeten den Traum vom dritten Finale.

Durch den Gewinn der Südwestmeisterschaft 1960/1961 schafften es die "Molschder" ein letztes Mal vor Gründung der Bundesliga in die Endrunde. Nun gehörten sie längst zur BRD und Toptorjäger Heinz Vollmar brachte es zu Länderspielehren. In der Endrunde blieb dem FCS aber wieder nur der letzte Platz, immerhin gab es einen Sieg über Borussia Dortmund (4:3). Im letzten Oberligajahr belegte man den fünften Platz, stellte mit Dieter Krafczyk den Torschützenkönig (29).

Zur allgemeinen Überraschung und zum Verdruss einiger Konkurrenten wurde Saarbrücken 1963 in die neue Bundesliga aufgenommen. "Wir hatten die meisten Zuschauer, das beste Umfeld und Saarbrücken war Landeshauptstadt, also lag es nahe dass wir in die Bundesliga kommen", sagte im Rückblick FCS-Stürmer Horst Remark. Das Stadion, der 1953 eröffnete Ludwigspark, schoss aber keine Tore. Die Saarbrücker waren in der Bundesliga überfordert, gewannen erst ihr 13. Spiel und stiegen sofort wieder ab.

1977: Kantersieg gegen die Bayern

Fortan waren sie zwölf Jahre Stammgast in der 2. Liga, ehe es von 1976 bis 1978 zwei weitere Bundesligajahre gab. Der gefeierte Aufstiegstrainer Slobodan Cendic musste bald weichen, unter Feuerwehrmann Manfred Krafft gelang 1977 die spektakuläre Rettung und das erwähnte 6:1 gegen die Bayern am Ostersamstag. Den Ludwigspark füllten an jenem 16. April 42.500 Zuschauer und die bereuten ihr Kommen nicht. Der FCS nahm die mit Weltmeistern gespickte Bayern-Elf um die berühmte Achse Maier-Beckenbauer-Müller regelrecht auseinander. Es war vor allem der große Tag des Roland Stegmayer, der vier Tore schoss.

Kaum zu glauben, aber damals noch möglich: Nach dem Spiel trafen sich die Kicker beider Teams zur dritten Halbzeit im "Club 1900". "Sepp Maier zeigte sein Unterhaltungstalent, indem er die Profis mit Kartentricks und anderen Zauberkunststückchen unterhielt", heißt es in einer Chronik des Saarfußballs. Es wurde eine lange Nacht, zu der immer mehr Neugierige stießen, so dass die Polizei das Lokal irgendwann abriegeln musste. Krafft hatte wenig Erbarmen und setzte das Training für den nächsten Tag auf neun Uhr morgens an.

Geschichten aus der guten alten Bundesligazeit und der einzigen von fünf, in denen die Saarbrücker die Klasse hielten. 1978 ging es wieder runter und die Spielzeiten 1985/1986 unter Trainer Uwe Klimaschefski und 1992/1993 unter Peter Neururer endeten mit dem sofortigen Abstieg. Danach sah der Ludwigspark nur noch im Pokal zuweilen erstklassigen Fußball. Wie 1985, als der FCS den amtierenden Meister VfB Stuttgart im Elfmeterschießen rauswarf, wobei Torwart Carsten Hallmann die Elfmeter von Karl-Heinz Förster und Karl Allgöwer hielt. "Saarbrücken im Taumel", titelte der Kicker . Der junge Jürgen Klinsmann flog übrigens damals nach 89 Minuten vom Platz, was den Sieg der "Molschder" nicht schmälern sollte. Sie kamen damals bis ins Halbfinale. Ein Sieg im Achtelfinale nach Elfmeterschießen gegen eine Mannschaft aus Baden-Württemberg - wenn das kein gutes Omen ist?

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