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Kultfigur |12.08.2016|13:36

Gulatz: Erle, Schalke und eine echte Ferkelei

Alfons Gulatz in den 90er-Jahren bei der Platzpflege und heute auf der Anlage des Erler SV 08. [Foto: Fotos privat, www.appeltundhuth.de; Collage FUSSBALL.DE]

Alfons Gulatz bekam durch Zufall den Platzwart-Posten beim Erler SV 08. Er hatte zunächst keine Ahnung, wie man Linien zieht oder Tornetze aufhängt. Im Laufe der Zeit entwickelte er für die Aufgabe eine Leidenschaft. Der heute 84-Jährige erlebte beim Gelsenkirchener Klub ein dramatisches Spiel gegen den FC Schalke und eine echte Ferkelei. Alfons Gulatz ist unsere FUSSBALL.DE-Kultfigur der Woche.

Alles begann 1964 an der Theke. Alfons Gulatz stand dort mit Vorstandmitgliedern des Erler SV 08 zusammen. Die Runde kam auf einen vakanten Posten im Gelsenkirchener Klub zu sprechen. „Der Vorsitzende suchte damals einen neuen Platzwart. Er schaute zu mir rüber und fragte mich, ob ich nicht aushelfen könnte. Es sollte nur für eine Saison sein. Außerdem war noch ein zweiter Mann eingeplant, mit dem ich mir die Aufgaben teilen sollte“, erzählt Gulatz.

Er wollte ablehnen, stand dann aber doch eines Morgens um acht Uhr am Platz. Allerdings alleine. „Der zweite Mann kam einfach nicht“, sagt Gulatz. Er hatte damals keine Ahnung, wie man die Linien zieht oder Tornetze aufhängt. „Am Ende habe ich alles gut hinbekommen, so dass mittags ein Spiel stattfinden konnte“, sagt der Gelsenkirchener. Schnell war den Vorstandsmitgliedern klar, dass sie Alfons Gulatz zu einem längerfristigen Engagement überreden müssen. Und so wurde aus einer Saison ein halbes Jahrhundert. Selbst mit 80 Jahren markierte Gulatz noch den Rasen.

Keine Auswärtsfahrten mehr

"Einige wollten mir fünf Mark extra zustecken, damit ich sie reinlasse. Doch es war einfach kein Platz mehr"

Nach mehreren Eingriffen am Herzen trat er zuletzt etwas kürzer und hörte als Platzwart auf. „Ich bin aber trotzdem weiterhin jeden Tag an unserem Sportplatz. Der liegt ja nur hundert Meter von meiner Haustür entfernt“, sagt Gulatz. Der 84-Jährige wartet die Heizungen, führt Telefonate mit seinen Bekannten von der Organisation Gelsensport und leert auf der Geschäftsstelle den Briefkasten. Und wenn Erles Bezirksliga-Mannschaft ein Heimspiel hat, steht Alfons Gulatz selbstverständlich am Rand. „Auswärts bin ich nicht mehr dabei. Die Fahrten dorthin sind mir zu anstrengend geworden“, sagt der frühere Bergmann.

Dafür verbringt er am 08-Sportplatz täglich mehrere Stunden. Wenn es mal keine Aufgaben zu erledigen gibt, erzählen sich Alfons Gulatz und seine Bekannten gerne Anekdoten aus der Erler Vereinsgeschichte. In 70 Jahren Mitgliedschaft hat das Urgestein einiges erlebt. Ein Spiel gegen den großen Nachbarn ist Gulatz besonders in Erinnerung geblieben. Es war in den 1960er-Jahren, als der FC Schalke 04 zu einem Pokalspiel an die Cranger Straße kam. Der Andrang war enorm, manche Zuschauer fanden nur in den Baumkronen einen Sitzplatz. „Vor den Kassenhäuschen standen kurz vor dem Anpfiff immer noch Leute. Einige wollten mir fünf Mark extra zustecken, damit ich sie reinlasse. Doch es war einfach kein Platz mehr“, sagt Gulatz. Er musste Fußball-Fans nach Hause schicken. Wer noch einen Platz bekommen hatte, erlebte eine spannende Partie. Erle ging in Führung, am Ende setzten sich die favorisierten Schalker aber mit 2:1 durch.

Ferkel auf dem Sportplatz

Neben dramatischen Spielen sind Gulatz besonders kuriose Ereignisse in Erinnerung geblieben. Wie die Geschichte mit den Ferkeln: ein Vereinskollege hatte so ein Jungtier zum 50. Geburtstag geschenkt bekommen. Er baute am Sportplatz einen Stall. Dort zogen im Laufe der Zeit zwei weitere Ferkel ein. Als Gulatz eines Tages zum Sportplatz kam, waren die Tiere ausgebrochen. „Die rannten über den Rasen, und ich bin denen hinterhergerannt. Das hat erstmal lange gedauert, bis ich alle Ferkel eingefangen hatte“, erzählt der langjährige Platzwart und schmunzelt.

Weniger lustig fand er einen Streich, der ihm gespielt wurde. Aus dem Vereinsheim heraus sah Gulatz, dass jemand mit einem Strick um den Hals an der Torlatte hing. „Ich wollte die Polizei rufen. Doch dann habe ich gemerkt, dass es nur eine Gummipuppe war. Wir hatten den ersten April, da wollte sich wohl jemand einen Scherz mit mir erlauben. Wer das war, weiß ich bis heute nicht“, sagt Gulatz.

Auf solche Scherze kann er verzichten, auf seinen Verein hingegen nicht. Wenn der Erler SV 08 am kommenden Wochenende das erste Heimspiel der neuen Bezirksliga-Saison austrägt, ist Gulatz wieder da. Einige Bekannte werden ihn mit den Worten „Hallo, Herr Platzwart“ begrüßen. Auch wenn Alfons Gulatz keine Linien mehr zieht und keine Netze mehr aufhängt, bleibt diese Anrede bestehen.

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