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Depressionen |12.06.2020|10:30

Hoins: "Sich helfen zu lassen, zeugt von Mut"

Dennis Hoins: "Ich bin auf einem guten Weg"[Foto: privat]

Seit November absolvierte Dennis Hoins vom Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck kein Spiel mehr. Im Alter von nur 27 Jahren beendete der Offensivakteur des Regionalliga Nord-Meisters nun seine Karriere. Grund dafür sind Depressionen. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Hoins über seine Krankheit und macht Menschen mit ähnlichen Symptomen Mut.

FUSSBALL.DE: Wegen Depressionen beendeten Sie Ihre Karriere mit nur 27 Jahren. Wie geht es Ihnen jetzt, Herr Hoins?

Dennis Hoins:  Mir geht es soweit gut. Aktuell prasselt aber viel auf mich ein. Ich hätte nicht gedacht, dass das Thema so hohe Wellen schlägt.

Seit wann kämpfen Sie schon mit der Krankheit?

"Es ging nichts mehr. Ich war extrem unruhig und fand keine Motivation mehr - nicht einmal für alltägliche Dinge wie das Kochen. Mir war klar, dass ich schnell Hilfe benötige"

Hoins:  Seit Ende des vergangenen Jahres. Die Depressionen kamen sehr plötzlich. Ich habe sie nicht kommen sehen.

Wie machten sich die Depressionen bemerkbar?

Hoins:  Es ging nichts mehr. Ich war extrem unruhig und fand keine Motivation mehr - nicht einmal für alltägliche Dinge wie das Kochen. Es war eine neue und sehr belastende Situation für mich. Mir war klar, dass ich schnell Hilfe benötige.

War der Leistungsdruck im höherklassigen Fußball der Auslöser?

Hoins:  Er hat auf jeden Fall zur Depression beigetragen. Es gab vorher bereits einige Momente, an denen ich über ein mögliches Karriereende nachgedacht hatte. Meine Laufbahn lief teilweise nicht nach meinen Vorstellungen. Ich musste mich häufiger mit kleineren, aber auch größeren Verletzungen herumplagen. Nach mehreren Wehwehchen hat mir mein Körper jetzt das Zeichen gegeben, dass er das nicht mehr will und eine Veränderung braucht.

Würden Sie sich wünschen, dass mit Depressionen im Sport insgesamt noch offener umgegangen wird - auch, damit sich Fälle wie von Ex-Nationaltorwart Robert Enke im Jahr 2009 nicht wiederholen?

Hoins:  Definitiv. Deshalb habe ich mich auch dazu entschieden, die Ursache für mein Karriereende transparent und öffentlich zu kommunizieren. So kann jeder meinen radikalen Schritt verstehen und sich besser in mich hineinversetzen. Außerdem erhält dieses wichtige Thema Aufmerksamkeit.

Was legen Sie anderen Menschen mit Depressionen ans Herz?

Hoins:  Es ist entscheidend, sich Hilfe zu holen und die vielen psychischen Belastungen, die eine Depression mit sich bringt, nicht in sich hineinzufressen. Man muss sich eingestehen, dass es einem schlecht geht. Sich helfen zu lassen, ist weder peinlich noch unangenehm. Es zeugt vielmehr von Mut.

Wie haben Sie sich Hilfe geholt?

Hoins:  Über den VfB Lübeck. Der Verein konnte mich an einen Arzt vermitteln, der mir zwei Möglichkeiten aufgezeigt hat: Entweder eine ambulante oder eine stationäre Therapie. Ich habe mich für Letzteres entschieden und war vier Monate in einer Klinik.

Was war das für eine Erfahrung für Sie?

Hoins:  Ich bin in eine Welt eingetaucht, die ich bis dahin nicht kannte. In der Klinik habe ich viele Menschen mit den gleichen Problemen kennengelernt. Ich habe mich viel ausgetauscht und einige Freundschaften geschlossen. Es war ein einschneidendes Erlebnis und eine prägende Zeit, die mir definitiv dabei geholfen hat, mit meinen Gefühlen und Gedanken wieder besser umzugehen.

Wie geht es jetzt weiter?

Hoins:  Die Behandlung ist ein langer Prozess und noch nicht abgeschlossen. Ich bin weiterhin einmal pro Woche bei einem ambulanten Pfleger und habe alle zwei Wochen Termine bei einem Psychiater und einer Therapeutin. Bis wann das so sein wird, kann man nicht voraussagen. Es ist nahezu unmöglich, eine Prognose über das Ende einer Depression zu treffen. Man sagt aber, dass Zeit die Wunden heilt. Ich bin auf einem guten Weg und hoffe, dass ich ihn fortsetzen kann.

Welchen Stellenwert hat derzeit die Unterstützung von Familie und Freunden?

Hoins:  Dass mir meine Familie und engsten Freunde Halt geben und immer für mich da sind, bedeutet mir alles. Ich bin vorübergehend wieder zu meinen Eltern gezogen und froh, dass ich meine Familie tagtäglich um mich habe. Gerade in diesen Tagen merke ich auch, dass ich bei der Wahl meiner Freunde die richtige Wahl getroffen habe.  (lacht)  Sie geben mir viel Kraft und unterstützen mich dabei, mein Leben wieder in die richtige Bahn zu bringen.

Sie hatten zuvor mit Ihrem Mitspieler Yannick Deichmann in einer WG gelebt. Wie hat er Ihre Krankheit wahr- und aufgenommen?

Hoins:  Er hat natürlich im Alltag bemerkt, dass etwas mit mir nicht stimmt und wir haben darüber geredet. Auch er hat mir dringend empfohlen, professionelle Hilfe zu suchen. Yannick und die komplette VfB-Mannschaft haben Verständnis für meine Entscheidung, mit dem Fußball aufzuhören. Der Kontakt zu den Jungs wird auf keinen Fall abreißen und ich werde so oft wie möglich bei den Spielen zuschauen kommen.

Sportlich haben Sie mit dem VfB Lübeck die lange ersehnte Rückkehr in den Profifußball geschafft. Wie groß ist die Freude über den Aufstieg in die 3. Liga?

Hoins:  Wir haben viele Jahre darauf hingearbeitet und ich bin stolz, ein Teil der Aufstiegsmannschaft zu sein. Mit 14 Einsätzen in der abgebrochenen Saison habe ich ja auch zu diesem Erfolg beigetragen. Es ist ein schöner Abschluss - auch wenn ich gerne in der 3. Liga gespielt hätte.

Sie kündigten an, sich in Zukunft auf Ihr Berufsleben konzentrieren zu wollen und "nur noch nebenbei zu kicken". Wie sieht Ihre genaue Planung aus?

Hoins:  Konkret kann ich noch nicht sagen, was jetzt genau auf mich zukommt. Ich habe vor meinem Wechsel nach Lübeck im Jahr 2017 ein Wirtschaftsstudium abgeschlossen, würde nun gerne daran anknüpfen und in einem Unternehmen reinschnuppern. Allerdings muss ich vorher noch mit den Ärzten und Therapeuten abstimmen, wann und in welcher Form das möglich sein wird. Meine Gesundheit geht vor.

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