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Familienbande |30.08.2017|14:00

Knipser Dadashov: Held für eine Nacht

Rufat Dadashov im großen DFB-Pokalspiel gegen Schalke 04 (Bild links, links) und in jungen Jahren mit seinem Bruder Renat. [Foto: Fotos privat, imago; Collage FUSSBALL.DE]

Rufat Dadashov kriegt noch immer Gänsehaut, wenn er an diesen Moment zurückdenkt: Es ist der 11. Oktober 2013, als Aserbaidschan in der Qualifikation für die WM 2014 auf Nordirland trifft. Das vom deutschen 74er-Weltmeister Berti Vogts trainierte Team aus dem Kaukasus ist zwar in der Europa-Quali-Gruppe F nur Fünfter und hat keine Chance mehr auf die Fahrkarte nach Brasilien, aber für Rufat Dadashov wird der Abend dennoch unvergesslich. Beim 2:0-Sieg über die Briten gelingt ihm in der 58. Minute die 1:0-Führung, nach dem Abpfiff feiern ihn die Fans in Baku. Heute spielt der Bruder des Eintracht-Frankfurt-Youngsters Renat Dadashov beim BFC Dynamo – die neueste Folge unserer Serie Familienbande.

„Es war der Wahnsinn, was da im Stadion in Baku abging. Du hast das Gefühl, das ganze Land steht hinter dir“, erinnert sich Rufat Dadashov an den heißen Herbst vor fast vier Jahren. Bis heute zieren 13 Länderspiele seine Vita, das letzte vor knapp drei Jahren in der Qualifikation zur EM 2016 – eine 1:2-Niederlage in Italien. Drei Tage später steht er zwar noch einmal im Kader Aserbaidschans bei der 0:6-Niederlage in Kroatien, kommt aber nicht zum Einsatz. „Seit Berti Vogts als Nationaltrainer abgesetzt wurde, habe ich leider keine Einladung mehr erhalten“, sagt Rufat Dadashov.

Der heute 25-Jährige kommt 1992 in Baku zur Welt. Als Rufat noch ein Kind ist, zieht die Familie nach Deutschland. Renat wird bereits in Rüdesheim geboren und auf dem Bolzplatz an den Freiäckern in Taunusstein muss er sich gegenüber seinem älteren Bruder und dessen Kumpels behaupten. Über den Amateurklub TSV Bleidenstadt und den SV Wehen Wiesbaden landet Renat Dadashov früh im Nachwuchsleistungszentrum von Eintracht Frankfurt. Nach dem Gewinn der Süddeutschen U 15-Meisterschaft wechselt er zu RB Leipzig, Anfang dieses Jahres kehrt er nach Frankfurt zurück.

Profiluft schnuppern

"Es war der Wahnsinn, was da im Stadion in Baku abging. Du hast das Gefühl, das ganze Land steht hinter dir"

Auf sein Debüt in der Nationalelf Aserbaidschans muss Renat Dadashov bis heute ebenso warten wie in der Bundesliga. Eintracht Frankfurt gibt dem 18-Jährigen zwar einen Profivertrag, doch in der laufenden Saison spielt das Talent weiterhin in der U 19 der Hessen. Sein älterer Bruder Rufat ist dennoch natürlich „stolz darauf, dass er Profi ist und zum Bundesliga-Kader von Eintracht Frankfurt gehört“.

Er selbst hat vor wenigen Wochen am großen Fußballgeschäft schnuppern dürfen. In der ersten Runde des DFB-Pokals zieht der Regionalligist BFC Dynamo das große Los Schalke 04. Fast 15.000 Zuschauer bringen den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark zum Beben, aber die Sensation bleibt aus, die Gelsenkirchener gewinnen 2:0. „Das Spiel gegen Schalke war natürlich ein absolutes Highlight für uns alle. Wir haben uns gut verkauft und über weite Strecken des Spieles keinen Dreiklassen-Unterschied zwischen beiden Mannschaften erkennen lassen“, sagt Rufat Dadashov.

Seit diesem Sommer kickt er in der deutschen Hauptstadt. Nach den ersten fünf Spieltagen steht der BFC Dynamo mit zehn Punkten auf Platz zwei in der Regionalliga Nordost. Es läuft beim früheren DDR-Serienmeister. „Wir wollen in dieser Saison oben mitspielen“, sagt Rufat Dadashov, der gleich in der Nähe des Trainingsgeländes in Hohenschönhausen lebt.

Im Alter von sechs Jahren hatte er beim FV Biebrich 02 angefangen, Fußball zu spielen, ehe er sich in der A-Jugend dem SV Gonsenheim anschloss. Im Herrenfußball hießen die Stationen dann 1. FC Kaiserslautern II, SVN Zweibrücken und 1. FC Saarbrücken , ehe er den Südwesten Deutschlands verließ und für jeweils eine Saison für Germania Halberstadt beziehungsweise den ZFC Meuselwitz kickte. 125 Einsäze in der Regionalliga stehen auf dem Konto des Mittelstürmers, der den Traum vom Profifußball noch nicht abgeschrieben hat. „Am liebsten mit dem BFC Dynamo“, macht Rufat Dadashov klar.

Und wer weiß, vielleicht öffnet sich für ihn ja im Falle eines Aufstiegs in die 3. Liga auch noch einmal die Tür zur Nationalmannschaft …

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