Hilfe-Center

Hilfe-Center

Regionalliga

Regionalligen

Verbände

Verbände

Wenn Du dich bei unserer Community einloggst, kannst du Vereine und Mannschaften als Favoriten speichern und direkt von hier aus schnell und einfach erreichen.

Matchkalender

Begegnungen in deiner Nähe

{{typeaheadInput.text}}

* Pflichtfelder

Amateurstatistiken

Kultfigur |19.05.2017|12:15

König bei Viktoria: Arbeit bis zum Lebensende

Gibt immer was zu tun: FUSSBALL.DE-Kultfigur Gerd König und seine Frau Monika vom FC Viktoria 1889 Berlin. [Foto: Bieckmann]

In München geboren, in Berlin-Lichterfelde zuhause und seit 58 Jahren mit dem FC Viktoria 1889 Berlin verheiratet. Als Mannschaftsleiter und Persönlichkeit ist er bei dem Klub aus der Hauptstadt unersetzlich. Verantwortliche und Spieler kamen und gingen. Er blieb immer. Gerd „Gerdchen“ König, gute Seele und Ehrenmitglied des Vereins. Zum dritten Mal nimmt er mit seinem Verein am Landespokalfinale teil, nun die Premiere beim Finaltag der Amateure. Beim Regionalliga-Heimspiel gegen den FC Schönberg 95 haben wir die Kultfigur der Woche besucht.

Es ist Sonntagmittag, Heimspieltag für Viktoria Berlin. Über dem Stadion Lichterfelde scheint die Sonne. Dreieinhalb Stunden vor Anpfiff bekommt Gerd König nur wenig davon mit. In den Katakomben des Stadions hat er alle Hände voll zu tun. Immer an seiner Seite: seine Frau Monika, im Verein auch „Moni“ genannt. Gemeinsam richtet das Ehepaar König die Kabine für das Spiel her. Sie sortieren die Kleidung, schmieren Brötchen, kochen Kaffee, bereiten das Obst vor. Für einen erfolgreichen Spieltag geben die beiden alles. „Das ist kein Job, sondern eine Berufung“, erzählt der 67-Jährige, als er sich vor dem Spiel mit seiner Frau Monika für ein Gespräch mit FUSSBALL.DE Zeit nimmt. Seit 1990 ist er als Betreuer dabei. Erst bei der zweiten und später bei der ersten Mannschaft. „Meine Frau ist seit vorigem Jahr auf Rente. Jetzt machen wir diese Sache gemeinsam.“

Bis zu seinem 60. Lebensjahr stand Gerd König noch selbst für den größten Verein Deutschlands auf dem Rasen. „1959 ging es los. Da habe ich bei den Knaben gespielt.“ Sein Verein hieß da noch Lichterfelder Sportunion. Für den Verein rief er 16 Jahre später zusammen mit einem Kollegen die Vereinszeitung ins Leben. „Da gab es noch keine Computer oder sowas. Wir haben damals noch auf Matrizen gedruckt. Die ganze Nacht“, erinnert er sich. Finanziert wurde das Heft über Mitgliederbeiträge. „Das war damals eine Mark. Das kann man sich heute ja nicht mehr vorstellen.“

Nach Fusionen in den Jahren 1988, 2004 und 2013 entstand schließlich der FC Viktoria 1889 Berlin Lichterfelde-Tempelhof e.V.. Bei der Aussprache des Vereinsnamens muss der Mannschaftsleiter schmunzeln. Früher war der Name deutlich kürzer. Trotz der Fusionen kam es für ihn nie in Frage, den Verein zu verlassen. „Ich bin hier in Lichterfelde groß geworden. Wir haben hier 1970 geheiratet. Ich wohne jetzt zwar 26 Kilometer entfernt, aber ich bin kein Wechselmensch“, sagt der 67-Jährige und verspricht: „Ich bin hier Ehrenmitglied, habe das Ehrenschild und bin im Ältestenrat. Hier bleibe ich bis an mein Lebensende. Hundertprozentig.“

"Wenn ich nach zehn Jahren ehemalige Spieler wiedertreffe, drücken mich alle und fragen, wie es mir geht"

Die Spieler des Vereins wissen die Arbeit ihres Betreuers zu schätzen. „Ich habe bisher noch nie ein Problem mit den Spielern gehabt. Wenn ich nach zehn Jahren ehemalige Spieler wiedertreffe, drücken mich alle und fragen, wie es mir geht.“ Generell sieht er sich als vermittelndes Element zwischen Spielern und Trainern. Wenn die Kicker etwas auf dem Herzen haben, stoßen sie bei ihrem Gerdchen immer auf offene Ohren. „Ich gehöre zur Mannschaft und nicht zu den Trainern“, verdeutlicht er.

Eine Anekdote aus früheren Zeiten bringt ihn heute noch zum Schmunzeln. Es war das letzte Spiel unter dem Namen LFC Berlin im Jahr 2013. „Da hat ein Spieler kurzfristig abgesagt, weil er die Frau seines Lebens kennengelernt hat“, sagt Gerd König und fasst sich an den Kopf. „Ich habe auch die Frau meines Lebens gefunden. Das sind ja bald 50 Jahre, die wir verheiratet sind.“

Das bevorzugte Wohnzimmer von Familie König war schon immer der Fußballplatz in Lichterfelde. 1990 gründete Gerd König hier selbst eine Männermannschaft. Es war die neunte Seniorenmannschaft im Verein. Seine Frau Moni denkt heute noch gern an diese Zeit zurück: „Unsere neunte Männer werde ich nie vergessen. Das war die schönste Zeit. Absolut. Der Zusammenhalt dieser Mannschaft – der war grandios.“ Gerd ergänzt: „Da haben viele im Betriebssport gespielt oder auch bei uns im Verein. Oder die kamen aus der A-Jugend. Da hat ein Vater mit seinen vier Söhnen zusammen in einer Mannschaft gespielt.“ Vereinzelte Kicker aus der damaligen Mannschaft kicken heute noch in der Ü 50 der Viktoria. Viele andere haben ihre Schuhe bereits an den Nagel gehängt.

Während Gerd König von „seiner“ neunten Männermannschaft erzählt, treffen die ersten Spieler der Regionalliga-Mannschaft von Viktoria Berlin im Stadion Lichterfelde ein. „Die sind schon da die Jungs“, sagt Monika und macht sich auf den Weg zurück in die Katakomben des Stadions. Gerd König bleibt entspannt sitzen und erzählt weiter. Er weiß, dass er sich auf seine Frau zu 100 Prozent verlassen kann. „Es ist richtig, dass sie hier mitmacht. Ansonsten wäre sie nur alleine zuhause.“ Die eigenen vier Wände seiner Doppelhaushälfte in Berlin-Rudow sieht Gerd König nur selten. Englische Wochen sorgen beim Ehepaar König regelmäßig für eine Sieben-Tage-Woche. Hinzu kommt Gerdchens knapp 20-jähriges Engagement für den Meldeausschuss im Berliner Fußball-Verband. „Ehrenamtlich. Klar. Immer freitagsnachmittags.“

Zum dritten Mal ist er jetzt im Landespokalfinale dabei. Seine Bilanz lässt sich sehen: Zweimal führte der Weg in den DFB-Pokal. Das erste Mal mit einer Portion Glück. „Wir hatten im Endspiel gegen Tennis Borussia Berlin verloren. Da Tennis Borussia aber in die zweite Liga aufgestiegen war, wurde der Platz im DFB-Pokal für uns frei.“ 1998 gastierte Schalke 04 in der ersten DFB-Pokalrunde im Stadion Lichterfelde. Am Ende unterlag Königs Team mit 0:6.

16 Jahre später fiel das Ergebnis mit 0:2 gegen Eintracht Frankfurt im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion deutlich enger aus. Und 2017? „Jetzt müssen wir erstmal das Endspiel gewinnen und dann hoffen wir mal, die Bayern zu bekommen, nä? Dann würden wir garantiert im Olympiastadion spielen.“ Um diesem Traum ein wenig näher zu kommen, werden Gerd und Monika auch am 25. Mai wieder alles geben. „Da bin ich natürlich vier Stunden vorher da. Denn da muss ja alles hinhauen“, sagt Gerd und gibt lachend zu: „Und dann ist man ja auch ein bisschen nervös, nä? Ein bisschen ist gut.“

Dass ihm der Finaltag der Amateure zusätzliche Arbeit beschert, nimmt Gerd König gerne in Kauf. Auch wenn der Urlaub dadurch in diesem Jahr etwas kürzer ausfällt. Drei Wochen nach dem Finaltag beginnt bei Viktoria schon wieder die Saisonvorbereitung. Gerd König nimmt es gelassen: „Wir fahren ja ins Trainingslager. Da hat man vielleicht ein bisschen mehr Freizeit. Zumindest meine Frau. Ich geh' immer mit auf den Sportplatz, um die Bälle einzusammeln oder Hütchen zu verteilen. Man muss ja nicht rumstehen.“

Rumstehen, das war noch nie sein Ding. Außer auf der Tribüne. Da wo er auch an diesem Sonntag wieder seinen Platz findet. Gegen den FC Schönberg kann er gleich viermal die Arme jubelnd in die Höhe strecken. Am Ende feiern seine Jungs einen 4:0-Heimsieg . Zeit zum Genießen bleibt Gerd und Moni nicht. Nach dem Abpfiff geht für die Beiden die Arbeit wieder los. Die Wäsche muss gewaschen werden. Schon am Mittwoch wartet das nächste Spiel. Doch Sieben-Tage-Wochen sind die beiden inzwischen gewöhnt. Ihr Posten bei der Viktoria? Berufung und Full-Time-Job zugleich.

Anzeige

Hinweis

Bitte prüft zunächst, das Spiel mit eurer Spielberichtskennung im DFBnet aufzurufen und die Torschützen selbstständig zu korrigieren. Wenn das nicht mehr möglich ist, ist eine Korrektur nur noch über den Staffelleiter möglich. Um den zuständigen Staffelleiter zu kontaktieren öffnet das betroffene Spiel hier auf FUSSBALL.de, klickt auf „Falsches Ergebnis melden“ und versendet das ausgefüllte Formular. Bitte verwendet die Kontaktfunktion nur, wenn euch diese Informationen nicht geholfen haben.Für die Pflege der Staffeln, die Kontrolle und Freigabe der Ergebnisse ist der jeweilige Staffelleiter zuständig. Hinweise auf falsche oder fehlende Ergebnisse oder Tabellen richtest Du bitte an den zuständigen Staffelleiter. Wenn du über die Wettbewerbsnavigation zur entsprechenden Staffel gehst, findest du direkt unter der Liste der Begegnungen den Button „Falsches Ergebnis melden“ Dort kannst Du Dein Anliegen beschreiben. Bitte gib so viele detaillierte Daten wie möglich an, mindestens Mannschaftsart, Spielklasse, Gebiet und Spielnummer. Alternativ gelangst Du auch über das Profil deiner Mannschaft unten auf die aktuellen Wettbewerbe.

Weiter