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Kultfigur |27.05.2017|13:30

Kult auf Schalke: Wichmann übergibt an Neuer

Manfred Wichmann und die Currywurst: Beides Kult bei Schalke 04. [Foto: Karsten Rabas]

36 Jahre lang hat Manfred Wichmann die Schiedsrichter bei Heimspielen in der Schalker Arena betreut. Mit dem Heimspiel der Königsblauen am vorvergangenen Samstag gegen den Hamburger SV hat der 79-Jährige das Amt an seinen Nachfolger übergeben. Der heißt Marcel Neuer, ist der ältere Bruder des amtierenden Welttorhüters und schwärmt von der grauen Eminenz: „Er ist extrem ausgeglichen und sehr freundlich.“ Marcel Neuer weiß, dass er in große Fußstapfen tritt, denn Wichmann war und ist in der gesamten Bundesliga geschätzt, und zwar nicht nur, weil er den Referees auf Schalke immer Currywurst serviert – unsere Kultfigur der Woche.

Am 2. Oktober 1937 in Arnsdorf im früheren Ostpreußen geboren, zieht Manfred Wichmann mit seiner Familie Anfang der 1950er Jahre nach Gelsenkirchen. 1954 schließt er sich der DJK Sportfreunde Buer an, allerdings nicht um selbst Fußball zu spielen. „Ich hatte nicht genügend Talent“, weiß Wichmann. Er wird nämlich Schiedsrichter. Nachdem er bei einem Spiel zweier Schülermannschaften an der Pfeife einen guten Job macht, überreden ihn die Klubverantwortlichen einfach dabei zu bleiben, und so macht Wichmann Karriere. Er besucht Lehrgänge, steigt jedes Jahr eine Klasse auf, wird 1968-DFB-Schiedsrichter und landet in der Bundesliga. „Am 30. April 1970 habe ich mein erstes Bundesligaspiel gepfiffen, Hannover 96 gegen Werder Bremen“, erinnert sich „Manni“ Wichmann. Im Werder-Trikot damals: Rudi Assauer.

"Ich hatte nicht genügend Talent"

Bis 1981 kommt er auf insgesamt 43 Partien als Unparteiischer in der höchsten deutschen Spielklasse, zudem 50 in der zweiten Liga und zehn im DFB-Pokal. „Früher hatten die Schiedsrichter ja nicht so viele Einsätze, da kam man pro Saison auf fünf, sechs in der Bundesliga“, weiß Wichmann. In einer Zeit, in der Fußballprofis noch keine Millionen verdienen, ist auch die Entschädigung für die Schiedsrichter bescheiden. „72 Mark gab es vom DFB pro Spiel“, nickt Wichmann. Ihm geht es nicht ums Geld, denn als Lehrer für Deutsch, Erdkunde und katholische Religion an der Willy-Brandt-Gesamtschule in Bottrop hat er sein redliches Einkommen. Ein Fußballspiel gut zu leiten, ist Wichmanns Beitrag zu einem möglichst gerechten Sport. Außerdem kommt er ein wenig in der Welt herum, so etwa in den 70er Jahren als er dem legendären Walter Eschweiler bei einem Pokalendspiel in Kairo als Linienrichter assistiert.

Als er 1981 schließlich die Pfeife aus dem Mund nimmt, bleibt er seinem Metier treu und wird Schiedsrichter-Betreuer beim FC Schalke, erst im Parkstadion und ab 2001 in der Arena. Bei Schalke-typischen Dramen wie dem 6:6 im Pokalhalbfinale 1984 gegen Bayern München, als Olaf Thons Stern aufgeht, den rauschen „Eurofighter“ -Abenden in der UEFA-Cup-Saison 1996/97 oder der Vier-Minuten-Meisterschaft 2001, ist er hautnah dabei. Seit 1982 fehlt er bis heute genau zweimal: Beim Abschiedsspiel von „Senor“ Raúl am 27. Juli 2013 und beim Bundesliga-Match am 20. September 2014 gegen Eintracht Frankfurt. „Da war ich im Urlaub“, verrät Wichmann, der von 1990 bis 2013 auch dem Gelsenkirchener Fußballkreis vorsteht, fast schon entschuldigend.

Vor knapp zwei Wochen nun hat er zum letzten Mal einen Bundesliga-Schiedsrichter bei seinem Einsatz in der Schalker Arena begleitet. Der Ablauf ist seit Jahren gleich, denn auch in seinem Metier haben sich die Zeiten natürlich geändert. Etwa drei Stunden vor dem Anpfiff holt Wichmann die Schiedsrichter vom Hotel ab, inzwischen ist es das gut zehn Kilometer von der Arena entfernte Sheraton in Essen und nicht mehr das Maritim im Gelsenkirchener Stadtgarten. „Das ist eigentlich nicht mehr als ein Fahrdienst“, sagt Wichmann.

Früher hingegen ist es üblich, dass die Unparteiischen schon einen Tag vor der Partie anreisen und mit Wichmann abends essen gehen. Ebenso gang und gäbe ist ein Gastgeschenk – zum Beispiel am 21. März 1992, als Jörg Neuner das Derby Schalke gegen den MSV Duisburg pfeift. Weil es Neuners 100. Bundesligaspiel als Schiedsrichter ist, schenkt der damalige S04-Präsident Günter „Sonnenkönig“ Eichberg dem passionierten Jäger ein teures Jagdgewehr. Als der Spiegel Wind von der Nummer kriegt und über einen vermeintlichen Schalker Bestechungsversuch berichtet, ist Gerechtigkeitsmensch Wichmann fassungslos, zumal das Gewehr im Kofferraum seines Autos zu Neuner transportiert worden sein soll.

Wichmann kann schließlich den Verdacht entkräften und später, als die Entschädigungen für die Unparteiischen deutlich angehoben werden, ist es auch vorbei mit Gastgeschenken aller Art – bis auf die beliebte Currywurst, auf die sich die Schiedsrichter auf Schalke immer besonders freuen. Klar wird für die Spielleiter auch ein kleines Büffet aus dem Arena-Catering-Service in der Kabine aufgebaut, aber die Currywurst muss sein. Während die Partie läuft, sitzt Wichmann dann neben dem Schiri-Beobachter auf der Medientribüne – und verhält sich dort möglichst passiv. Bloß nicht laut jubeln, wenn Schalke ein Tor schießt, als Schiri-Betreuer muss Wichmann schließlich neutral sein, auch wenn sein Herz für die Königsblauen schlägt.

Mit den Kollegen, denen er in den vielen vergangenen Jahren auf Schalke ein treuer Begleiter war, hätte Wichmann nicht mehr tauschen wollen. „Wenn du zu meiner aktiven Zeit als Schiedsrichter mal einen Fehler gemacht hast, ist das oft gar nicht aufgefallen. Heutzutage möchte ich kein Bundesliga-Schiedsrichter mehr sein, denn durch die vielen Kameras im Stadion wird jeder Fehler sofort eingefangen und in den Medien rauf und runter diskutiert“, winkt Wichmann ab.

Nicht mehr seine Angelegenheit, künftig kann er sich die Spiele der Königsblauen einfach als Fan anschauen. Dann bringt auf Schalke Marcel Neuer, der Bruder des Welttorhüters, nach dem den Schiedsrichtern die Currywurst Spiel in die Kabine.

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