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"Quantensprung" |20.09.2019|11:45

Kulturschock: Ex-Regionalliga-Coach in Liga 8

Wölpper: "Ich betrete sportliches Neuland, muss mich anpassen und die Umstände akzeptieren"[Foto: imago]

Manfred Wölpper geht wieder seiner Leidenschaft nach. Der 61-Jährige, der zuletzt den Traditionsverein ETB Schwarz-Weiß Essen in der Oberliga Niederrhein trainierte, hat den münsterländischen Bezirksligisten Sportfreunde Merfeld übernommen. Nach mehr als 25 Jahren in der Ober- und Regionalliga ist Wölpper jetzt in der 8. Liga tätig. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht er über seine neue Aufgabe.

FUSSBALL.DE: Wie kam es dazu, dass Sie plötzlich einen Bezirksligisten trainieren, Herr Wölpper?

Manfred Wölpper: Ich wollte als Trainer eigentlich aufhören, war aber dennoch zwei- bis dreimal in der Woche auf Fußballplätzen unterwegs. So auch in Merfeld. Für meinen Vorgänger Holger Flossbach, mit dem ich sehr gut befreundet bin, ging dann vor wenigen Wochen ein Herzenswunsch in Erfüllung. Er unterstützt ab sofort das Team um Trainer Torsten Fröhling, Manager Gerald Asamoah und Scout Manfred Dubski bei der Schalker U 23 in der Regionalliga West, ist dort ebenfalls im Scouting-Bereich tätig. Holger hat mich gefragt, ob ich für ihn einspringen und die Aufgabe bei den Sportfreunden Merfeld übernehmen möchte. Nach kurzer Bedenkzeit habe ich zugesagt.

Wie lange wollen Sie den Job machen?

"Der Weg für einen Bezirksliga-Kicker bis ganz nach oben ist sehr weit. Aber mit eisernem Willen kann man alles schaffen"

Wölpper: Das ist nicht fixiert. Solange die Chemie zwischen Trainer und Mannschaft stimmt und wir Spaß miteinander haben, ist alles in Ordnung. Sollte es mal nicht mehr so sein, dann muss man sich unterhalten.

Welche Unterschiede haben Sie bei Ihrer neuen Trainertätigkeit im Vergleich zu Ihren vorigen Stationen in deutlich höheren Spielklassen ausgemacht?

Wölpper: Ich habe mit der Mannschaft bereits trainiert. Ohne es despektierlich zu meinen: Der Unterschied kommt einem Quantensprung gleich. Sicher: Auch in der Bezirksliga wird Fußball gespielt, guter Fußball sogar. Aber einige Dinge laufen eben ganz anders. Da kann es schon einmal vorkommen, dass sich ein Spieler kurzfristig in den Urlaub verabschiedet oder aus anderen Gründen eine Woche nicht zum Training kommt. Das bin ich nicht gewohnt. Ich betrete sportliches Neuland, muss mich anpassen und die Umstände akzeptieren, wie sie sind. Das war mir aber auch vorher schon bewusst.

Mit welchen Zielen haben Sie Ihren neuen Job angetreten?

Wölpper: Tabellarisch habe ich mir keine Ziele gesetzt. Ich möchte jungen Leuten etwas beibringen, ihnen Spaß am Fußball vermitteln und selbst nicht mehr unter dem immensen Druck arbeiten, unbedingt das nächste Spiel gewinnen zu müssen. Das bedeutet nicht, dass ich Dienst nach Vorschrift mache, aber das Arbeiten ist in der Bezirksliga doch wesentlich entspannter. Wenn die Spieler müde, aber lächelnd in der Kabine liegen, ist mir das am liebsten (lacht) .

In Ihrer langen Trainerkarriere haben Sie viele Spieler kommen und gehen gesehen. Wer von denen ist Profi geworden?

Wölpper: Es waren bestimmt an die 100 Spieler, die den Sprung in den Profibereich geschafft haben. Ich war ja allein sechs Jahre für die U 23 beim VfL Bochum tätig, habe mit den damaligen Cheftrainern Peter Neururer und Marcel Koller ganz eng zusammengearbeitet. Anschließend war ich vier Jahre beim MSV Duisburg beschäftigt, dort hat die spätere Profimannschaft bei mir trainiert und gespielt. Es freut mich auch sehr, dass meine ehemaligen Spieler Sebastian Schindzielorz in Bochum oder Rouven Schröder in Mainz nach ihrer aktiven Karriere jetzt auch als Manager sehr erfolgreich sind.

Was können Sie jungen Amateurkickern für ihre Karriere mit auf den Weg geben?

Wölpper: Der Weg für einen Bezirksliga-Kicker bis ganz nach oben ist sehr weit. Aber mit eisernem Willen kann man alles schaffen. Der Lebenswandel spielt dabei eine ganz große Rolle. Gerade wenn einem der Wind ins Gesicht bläst, muss ein Spieler widerstands- und kritikfähig sein. Nur dumme Menschen nehmen keine Kritik an.

Wie ist Ihr bisheriger Eindruck vom Team der Sportfreunde Merfeld?

Wölpper: Die Mannschaft hat drei Spiele hintereinander mit jeweils einem Tor Unterschied gewonnen und dabei jeweils die knappe Führung über die Zeit bekommen. Die Truppe verfügt über sehr viel Einsatzwillen, hatte aber auch das notwendige Glück. Hinzu kommt ein guter Torhüter, der in der entscheidenden Phase auch mal einen Elfmeter halten kann. Die Mentalität ist vorhanden, das ist schon einmal eine gute Basis.

Wo wollen Sie zuerst anpacken und wo besteht noch Luft nach oben?

Wölpper: Ich werde den Fußball sicher nicht neu erfinden (lacht) und die Spielweise sofort verändern. Fakt ist, dass sich die Mannschaft spielerisch weiterentwickeln muss. Das wissen alle, denn im Moment lebt die Truppe von ihrer Mentalität und Kampfkraft. Irgendwann werde ich auch taktische Abläufe mit einfließen lassen. Aber im Fußball nutzt die beste Taktik nichts, wenn keine Zweikämpfe gewonnen werden.

Am Sonntag werden Sie beim Spiel gegen den RC Borken-Hoxfeld erstmals auf der Trainerbank sitzen. Wie sehr kribbelt es bei Ihnen?

Wölpper: Das hält sich bei mir tatsächlich in Grenzen. Ich hoffe, die Mannschaft macht dort weiter, wo sie zuletzt aufgehört hatte. Wir können die Ergebnisse schon richtig einordnen. Kämpfen können die Jungs, aber es war auch ein bisschen Glück dabei.

Ein Vierteljahrhundert waren Sie als hauptamtlicher Trainer tätig. Wird man Sie noch einmal in der Ober- oder gar in der Regionalliga sehen?

Wölpper: Man soll im Fußball bekanntlich niemals "Nie" sagen. Ich wollte im Sommer Schluss machen und keine drei Monate später galt mein eigenes Wort nicht mehr. Ich bin jetzt mehr als 30 Jahre im Trainergeschäft. Dass ich noch einmal für einen Trainerjob täglich zwei Stunden auf der Autobahn verbringe und erst abends um elf Uhr nach Hause komme, kann ich mir aber wirklich nicht mehr vorstellen.

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