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Im Rückspiegel |30.11.2020|08:00

Marozsan: Immer mit Ball auf alten Fotos

Marozsan: "Ich habe einfach für den Fußballverein zugesagt, ohne vorher meine Mama zu fragen."[Foto: Thomas Böcker/DFB]

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Der 31. Oktober 1970 markierte einen Meilenstein in der Geschichte des deutschen Frauenfußballs - er wurde an diesem Datum vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) offiziell in seine Satzung aufgenommen. Aus diesem Anlass blicken Nationalspielerinnen auf ihre Anfänge zurück. Heute: Dzsenifer Marozsan (28), die ihre ersten Schritte beim DJK Burbach machte.

FUSSBALL.DE: Frau Marozsan, Sie haben die ersten vier Lebensjahre in Budapest gewohnt. Haben Sie auch in Ungarn schon Fußball gespielt?

Dzsenifer Marozsan: Ich habe leider keine bewussten Erinnerungen daran, weil ich da einfach noch zu jung war. Aber es gibt viele Fotos von mir aus dieser Zeit. Man sieht mich darauf fast immer mit einem Ball am Fuß. Meine Leidenschaft für diesen Sport war schon früh da. Das liegt natürlich auch daran, weil mein Papa Profifußballer war und mein Bruder auch liebend gerne Fußball gespielt hat. So hat sich das bei mir entwickelt.

Mit vier Jahren sind Sie mit Ihrer Familie nach Deutschland gekommen, weil Ihr Vater zum 1. FC Saarbrücken gewechselt ist. Wie ging es bei Ihnen fußballerisch weiter?

"Ich weiß noch, dass ich zuhause sein musste, wenn die Straßenlaternen angingen"

Marozsan: Dank des Fußballs habe ich in der neuen Umgebung schnell Anschluss gefunden. Ich weiß noch, dass ich mit sieben oder acht Jahren mit Freunden immer auf einer kleinen Wiese hinter der Anlage der DJK Burbach gekickt habe. Eines Tages kam dann ein Jugendtrainer des Vereins auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust habe, mitzutrainieren und auszuprobieren, ob mir Fußball im Verein Spaß machen könnte. Ich habe dann einfach zugesagt, ohne vorher meine Mama zu fragen...

... die anfangs nicht begeistert gewesen sein soll, dass Sie Fußball spielen.

Marozsan: Ja, so war es. Sie wusste damals noch nicht, wie ernst mir die Sache wirklich ist. Sie wollte nicht, dass ich als Mädchen fast ausschließlich mit Jungs zusammenspiele. Meine Mama hat vieles probiert, um mich vom Fußball loszubekommen.

Zum Beispiel?

Marozsan: Ich habe Klavierunterricht gehabt. Ich war beim Tanzen. Das habe ich auch alles schön brav mitgemacht. Aber sobald ich wieder zuhause war, habe ich mir den Ball geschnappt und bin zu den Jungs auf den Fußballplatz gerannt. Meine Mama hat dann gemerkt, dass das genau mein Ding ist und dass ich den Fußball liebe. Da hat sie es dann akzeptiert und unterstützt mich seitdem großartig. Dafür bin ich dankbar.

Wie war es für Sie als Mädchen in einer Mannschaft ausschließlich mit Jungs zu spielen? 

Marozsan: Ich hatte echt Glück, weil mich die Jungs praktisch vom ersten Tag an voll akzeptiert haben. Ich hatte gute Jungs um mich herum, die gerne mit mir Fußball gespielt haben.

Bestand Ihr Freundeskreis zu dieser Zeit größtenteils aus Jungs?

Marozsan: Das war tatsächlich so. Aber meine bis heute beste Freundin hat zu dieser Zeit auch dort im Verein mit mir in einer Mannschaft gespielt. Für sie ist der Fußball aber ein Hobby geblieben.

Wie blicken Sie heute auf die Zeit bei der DJK Burbach zurück?

Marozsan: Es war großartig. Ich war kürzlich mal wieder ein paar Tage zuhause. Da habe ich die Gelegenheit genutzt, um mit meinem Hund einen längeren Spaziergang zu machen. Unter anderem sind wir auch an dem Bolzplatz vorbeigekommen, auf dem ich jahrelang gekickt habe. Leider sah es dort so aus, dass auf der Anlage schon länger kein Mensch mehr gewesen ist. Das ist schade. Denn ich bin der Meinung, dass auf der Straße alles anfängt. Dort habe ich sehr schöne Momente erlebt. Ich erinnere mich liebend gerne an diese Zeit zurück. Nach der Schule habe ich mir den Ball geschnappt und bin losgezogen. Ich weiß noch, dass ich zuhause sein musste, wenn die Straßenlaternen angingen. Erst dann habe ich Hausaufgaben gemacht.

Kann man sagen, dass Sie auf dem Fußballplatz groß geworden sind?

Marozsan: Ja, durchaus. Ich habe dort meine komplette Kindheit verbracht. Bis ich 14 Jahre alt war, habe ich dort gespielt. 

Wie lief damals ein Fußballwochenende in der Familie Marozsán ab?

Marozsan: Wir haben gemeinsam viel Zeit beim Fußball verbracht. Aber manchmal konnten meine Eltern auch nicht dabei sein, weil sie viel gearbeitet haben. Zum Glück hatte ich immer die Möglichkeit, mit anderen Familien zum Beispiel zu Auswärtsspielen zu fahren. Die haben teilweise Touren mit vielen Kilometern auf sich genommen, um uns das Fußballspielen zu ermöglichen. Das hat riesigen Spaß gemacht.

Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern von damals?

Marozsan: Nicht regelmäßig, aber hin und wieder schon. Ich bekomme immer wieder mal Nachrichten und freue mich sehr darüber. Leider habe ich heutzutage nicht mehr die Möglichkeit, mit denen einfach irgendwo kicken zu gehen. Dafür ist die Verletzungsgefahr einfach zu groß. 

2003 sind Sie dann nach Saarbrücken gegangen. Begann damit für Sie der Profifußball?

Marozsan: Ja, ab dann habe ich auch nur noch mit Mädchen gespielt. Aber für mich war das kein Problem. Im Grunde war es sogar ein Vorsprung. Dadurch, dass ich vorher nur mit Jungs gespielt hatte, war ich körperlich und athletisch schon sehr weit und hatte da Vorteile. Ich habe auf dem Bolzplatz und später in Burbach viel gelernt. Teilweise habe ich mit Jungs gespielt, die fünf, sechs oder sieben Jahre älter waren als ich. Da blieb mir keine andere Wahl, als Wege zu finden, um mich durchzusetzen. Das war für meine weitere Karriere sehr hilfreich. Saarbrücken war dann auch eine tolle Zeit. Ich habe mich dort sehr wohlgefühlt und mit 15 Jahren auch mein erstes Spiel in der Bundesliga bestritten. Saarbrücken war für mich ein Sprungbrett.

Zum 1. FFC Frankfurt.

Marozsan: Da wurde es sportlich dann noch anspruchsvoller, weil die Ansprüche hoch waren. Auch privat war es nicht einfach, weil es im Grunde das erste Mal in meinem Leben der Fall war, dass ich auf mich alleine gestellt war. Meine Familie ist im Saarland geblieben, ich habe in Frankfurt gelebt. Aber auch das war eine sehr wichtige Erfahrung für mich.

Seit 2016 spielen Sie mittlerweile bei Olympique Lyon. Stehen Sie jetzt beim derzeit besten Frauenteam der Welt unter Vertrag?

Marozsan: Wir haben zuletzt viermal in Folge die Champions League gewonnen. Es ist großartig, jeden Tag mit den besten Fußballerinnen der Welt auf dem Platz stehen zu können. Es war ein langer Weg für mich dorthin. Ich bin wahnsinnig froh und dankbar, dass es so gekommen ist. Für mich ist das ein riesiges Glück. 

Hinzu kommt, dass Sie inzwischen mehr als 100 Länderspiele für die DFB-Auswahl bestritten haben.

Marozsan: Auch das macht mich stolz. Im Oktober 2010 habe ich erstmals das Trikot der A-Nationalmannschaft getragen, also ziemlich genau vor zehn Jahren. Was seitdem passiert ist, ist einfach unglaublich. Es sind viele schöne Erinnerungen aus dieser Zeit hängen geblieben. Es macht mich einfach nur stolz, das erreicht zu haben.

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