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|23.05.2020|13:15

Meister 1954: Hannover düpiert den FCK

Deutscher Meister 1954: Hannover 96 holt die bislang einzige Meisterschaft[Foto: imago sportfotodienst]

Heute vor 66 Jahren fand eines der turbulentesten Meisterschaftsfinals in der Geschichte des deutschen Fußballs statt. Außenseiter Hannover 96 deklassierte Titelverteidiger 1. FC Kaiserslautern mit 5:1 und löste dadurch eine Debatte über Sepp Herbergers WM-Planungen aus. DFB.de blickt ins Jahr 1954 zurück.

Die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, die seit 1948 in zwei Gruppen ausgetragen wurde und dazu diente, die Finalisten zu ermitteln, war 1954 von schmaler Ausprägung. Es gab nur zwei Dreiergruppen statt zuvor Vierergruppen und es gab nicht mal ein Rückspiel. Mit zwei Partien pro Team war alles vorbei.

Titelverteidiger 1. FC Kaiserslautern, der die Schale auch 1951 gewonnen hatte, setzte sich erwartungsgemäß in seiner Gruppe durch – mit zwei knappen Siegen über Eintracht Frankfurt (1:0) und, in der Woche vor dem Finale, gegen den 1. FC Köln (4:3). Da wurden die Abwehrschwächen der Pfälzer schon deutlich, aber manche schoben es auf die Einstellung der Walter-Elf. Fritz Walter selbst hatte beim Stand von 4:1 Signale gegeben, einen Gang runter zu schalten und sich fürs Finale zu schonen. So kam Köln noch mal auf und der kicker stellte fest: "Wenn man nach Chancen und Feldspiel-Überlegenheit wertete, hätte Köln gewonnen."

Hannover mit makelloser Gruppenbilanz

Keine Zweifel gab es am anderen Gruppensieger: Der Meister der Oberliga Nord, Hannover 96, hatte die Dominanz des HSV und die Liga mit acht Punkten (damals vier Siege) Vorsprung beendet. 84 Tore bedeuteten einen Schnitt von 2,9 pro Spiel. In der Endrunde hatte Hannover mit Außenseiter Berliner SV 92 zwar einige Mühe (2:1), überzeugte aber im abschließenden Spiel gegen den Meister von 1950 und 1952 VfB Stuttgart (3:1).

Erstmals seit 1938, als die Niedersachsen Meister wurden, standen die 96er wieder im Finale. Bis zur Einführung der Bundesliga 1963 wurde der Meister in einem klassischen Endspiel ermittelt. Bis Kriegsende wurde es in Berlin ausgetragen, danach wechselten die Spielorte ständig. Diesmal fand es in Hamburg statt und selten gab es einen klareren Favoriten. In der Vorwoche startete der kicker eine Umfrage unter 30 Fußball-Prominenten, darunter auch aktuelle Nationalspieler wie Max Morlock , Charly Mai oder Berni Klodt , die in Herbergers WM-Aufgebot standen. Nicht nur aus Rücksicht auf die fünf Pfälzer, die mit ihnen die Reise in die Schweiz antreten würden, tippten sie auf den FCK – wie alle anderen auch.

Brütende Hitze in Hamburg

30:0 würde kein Fußballspiel enden, aber alles sprach für eine klare Sache zugunsten der Walter-Elf. Fritz, sein Bruder Ottmar , Horst Eckel , Werner Liebrich und Werner Kohlmeyer wollten natürlich lieber als frisch gekürte Meister zum Kader in die Sportschule Grünwald stoßen, aber ihr Saisonhöhepunkt lag noch vor ihnen. Von Hannover 96 hatte es keiner in Herbergers Aufgebot geschafft, nicht mal ins vorläufige. Für diese Elf war die Saison mit dem Finale beendet. Vielleicht war das der Grund für das, was dann am 23. Mai 1954 im Hamburger Volksparkstadion passierte. Wenigstens besuchte "der Chef" am Endspielmorgen auch die 96er mal in ihrem Quartier, wo sie sich ihre Freizeit vor allem mit Federballspiel und Skat vertrieben. Eingeschworene FCK-Fans kannten einen anderen Grund für die Niederlage: Es war brütend heiß, es war kein "Fritz-Walter-Wetter". Hinterher durfte man im kicker tatsächlich lesen: "Fritz fand sein Selbstvertrauen nicht."

Hannover, vom 39-jährigen Helmut "Fiffi" Kronsbein trainiert, hatte dagegen so etwas wie einen Heimvorteil, hatten die Fans doch einen weit kürzeren Anreiseweg von 150 Kilometern. Entsprechend waren sie in der Überzahl. Mit die weiteste Anreise hatte Sepp Herberger , der aus Weinheim an der Bergstraße kam. Der Bundestrainer durfte sich das Schaulaufen seiner kommenden Weltmeister natürlich nicht entgehen lassen, denn die fünf Lauterer waren nicht nur sichere WM-Fahrer, sondern bis auf Liebrich auch Stammspieler.

"Kohlis Eigentor gab uns den endgültigen Knacks"

Das Volksparkstadion füllten 76.000 Menschen, natürlich war es zum jährlichen Festtag des deutschen Fußballs ausverkauft. Zunächst nahm alles seinen erwarteten Verlauf, mancher bereute schon sein Kommen. Wurde ein erster Treffer des FCK nach zwei Minuten noch wegen Abseits aberkannt, so hieß es nach 14 Minuten dennoch 1:0 für den Favoriten durch Horst Eckel: "ein trockener Schuß, halbhoch ins Eck." Der Treffer reizte die in frischen grünen Trikots spielenden 96er, FCK-Keeper Willi Hölzl bekam einiges zu tun. Dennoch waren die spielerisch reiferen Roten Teufel bis zur Pause die bessere Elf und hätten eine Halbzeitführung verdient gehabt. Dumm nur, dass man im Fußball wie im richtigen Leben nicht immer bekommt, was man verdient.

Der Expedient Hans Tkotz , Hannovers bester Torjäger, glich praktisch mit dem Pausenpfiff aus. Ein schwerer Dämpfer für die Walter-Elf, dem nach 49 Minuten der nächste folgte: "Kohli" unterlief ein Eigentor. Klemens Zielinski , ein kaufmännischer Angestellter, und Arbeiter Heinz Wewetzer  hatten den eigentlich an diesem Tag starken Kohlmeyer zu der letztlich missglückten Rettungstat getrieben. FCK-Trainer Richard Schneider sagte: "Kohlis Eigentor gab uns den endgültigen Knacks." 

Damit "war der Widerstand so gut wie gebrochen", heißt es in einem Buch über die Walter-Elf von 2010. Wenn auch nicht ganz zutreffend, schließlich traf Ottmar Walter noch die Latte. Tore aber schossen nur noch die Grünen aus Hannover. Wewetzer (76.), der Elektrotechniker Helmut Kruhl (82.) und der Schlosser Rolf Paetz (85.) verwandelten den erträglichen Rückstand der Lauterer in der Schlussviertelstunde in ein Debakel.

Herberger: "Lauterer waren bei bester Kondition, nur in schlechter Form"

"Die Mehrzahl aller Volksparkbesucher war wie versteinert", meldete der kicker . Wenn schon Hannover die halbe Nationalmannschaft mit 5:1 deklassiert, was würden erst die Ungarn mit ihr machen? So oder so ähnlich dachte das Fanvolk und tat es schon während des Spiels kund. "Herberger raus!", riefen die Ungehaltensten und standen zu Hunderten auf. Da stand auch Herberger auf, um sich dem Votum zu stellen. Nicht aber, um es zu akzeptieren. "Ich habe mich gestellt und bin stehen geblieben. Denn ich habe mich überzeugt: Die Kaiserslauterer waren bei bester Kondition, nur in schlechter Form." 

So schlecht, dass dem ersten Vorsitzenden Werner Krabler angst und bange wurde. Im besten Pfälzer Dialekt sprach er von "einer Kataschtroph – ei wir müsse uns ja schäme, wir dürfe ja gar nimmer hääm komme." Durften sie dann doch, die Pfälzer verziehen ihren Idolen schnell, und als die Hälfte von ihnen am 4. Juli 1954 in Bern Weltmeister wurde, ließen sie ohnehin nichts mehr auf sie kommen.

Hannover dagegen feierte seinen Meister schon etwas früher. Wie 1938 wurden die Spieler mit Pferdekutschen durch die Innenstadt gefahren. "Hannover Meister der Meister – Sensationelles 5:1 über 1. FCK", titelte das Sport Megaphon . Im Nachhinein wurde die Sensation immer größer. Während der FCK seine fünf Weltmeister bekam und 1955 noch mal im Finale stand, wurde Hannover nie mehr Meister, stand auch nicht im Endspiel und keiner aus der Meisterelf wurde je Nationalspieler.

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