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45 Jahre im Amt |26.09.2020|13:00

Nach 45 Jahren: Der Mann mit dem Hut tritt ab

Beim FSV Merkelbach nach 45 Jahren abgetreten: Hans Jürgen Müller.[Foto: Willi Simon/Collage FUSSBALL.DE]

Turniere, Festivals, Aktionstage: Was die UEFA Grassroots Week normalerweise auszeichnet, ist in diesem Jahr durch die Corona-Pandemie nicht möglich. Trotzdem soll auch 2020 vom 23. bis 30. September in allen 55 UEFA-Nationalverbänden der Fußball an der Basis im Mittelpunkt stehen - diesmal vor allem online. FUSSBALL.DE ist mit einer Themenwoche natürlich dabei.

Eine Schiebermütze war das Markenzeichen des einstigen Bundestrainers Helmut Schön. Sie erhielt Berühmtheit und auch einen speziellen Song: Udo Jürgens, Schlagersänger mit Weltruf, widmete "dem Langen", wie Helmut Schön auch genannt wurde, 1978 einen wehmütigen Abschiedssong – "Der Mann mit der Mütze geht nach Haus". Im Fußballkreis Westerwald-Sieg ist es ein Hut, der für seinen Träger zum Markenzeichen wurde. Zugegeben: Ein Image, das er auch ein wenig pflegt. Die Rede ist von Hans Jürgen Müller, den man ohne diese Kopfbedeckung (fast) nie sieht und sah.

Das "Markenzeichen" ist das Eine, eine unglaubliche lange Zeit als Vorsitzender des FSV Merkelbach das Andere. 45 Jahre lang stand Jürgen, wie er meist genannt wird, an der Spitze des Vereins, den er einst mitbegründete. Es war der 27. Dezember 1975, als der FSV bei "Lang's", der Gaststätte Weber (heute "Merkelbach Hof"), gegründet wurde. Ein Vorläufer war der SV Merkelbach-Hütte (Hütte war damals noch ein selbstständiger Ort). Man fand sich seit 1960 zusammen, um mit Fußball die Sonntagnachmittage sinnvoll zu verbringen. Anfang der 1970er-Jahre musste der Spielbetrieb jedoch mangels Akteuren eingestellt werden, der Verein wurde folgerichtig aufgelöst.

In Merkelbach erfolgte 1974 ein Neustart, der 1975 dann in eine Vereinsgründung mündete. An die Spitze wählte man Hans Jürgen Müller, von dem bekannt war, dass er die Ärmel aufkrempeln konnte. "Ich war fußballerisch nicht hochbegabt. Aber ich wollte etwas bewegen", bekennt Hans Jürgen Müller heute. Fortan war er der Funktionär, der Macher und Vorangeher beim FSV – und blieb dies bis zum Frühjahr dieses Jahres.

"Ich war fußballerisch nicht hochbegabt. Aber ich wollte etwas bewegen"

"Um 18 Uhr war stets Schluss"

Zunächst musste ein geeignetes Sportfeld geschaffen werden. Von der Ortsgemeinde erhielt man fünf LKW-Ladungen "Rote Erde". Der Rest war Eigenleistung, Organisator war der Vorsitzende. Bis 1982 kickte man im Bereich Freizeitmannschaften, ehe man sich offiziell dem Fußballkreis Westerwald-Sieg anschloss. "Wir brauchten ein Vereinsheim", erzählt Hans Jürgen Müller. Das wurde 1986/1987 in Blockhaus-Bauweise und in Eigenleistung erstellt. Man hatte nunmehr ein eigenes Zuhause. "Um 18 Uhr war aber stets Schluss. Wir wollten kein Konkurrent der örtlichen Gastronomie sein", stellte der Vorsitzende von Anfang an klar.

Ein Jahr nach der Grenzöffnung war Müller 1990 Initiator einer Partnerschaft zu einem Verein, der im "Thüringer Westerwald" zu Hause war, dem MSV Martinfeld . Sogar ein Hotel "Zum Westerwald" gab es dort. Doch es fehlte an allem. Fußbälle, Trikots, Tornetze und anderes Equipment wanderten vom Westerwald-West in den Westerwald-Ost. Gegenseitige Besuche schlossen sich an.

1992 erfolgte der Spatenstich zu einem neuen Rasenplatz. "Es wurde ein Vorzeigeplatz", berichtet Hans Jürgen Müller voller Stolz. Ab 2015 aber schuf "der Mann mit dem Hut" einen weiteren Höhepunkt in seinem Lebenswerk: die Integration von Asylanten. Uwe Hummrich, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Arbeitskreis "Integration und Asyl" von Hachenburg/Altstadt, fragte bei Müller an, ob sein Verein Migranten in den FSV Merkelbach aufnähme. Jetzt schlug die Stunde des Mannes mit einem großen Herz: Sukzessive wurden 60 (!) Flüchtlinge und Asylbewerber aus Merkelbach und vielen Nachbarorten in den Verein integriert. Enorme Kosten kamen auf den Verein zu, denn es galt, die Fußballinteressierten auszurüsten. Hier halfen sowohl der Fußballverband, der Landessportbund, Lotto Rheinland-Pfalz, der Sportkreis, Orts- und Verbandsgemeinde, Banken und Sparkassen. Im Jahr 2016 wurde der FSV vom DOSB als anerkannter Stützpunktverein "Integration durch Sport" benannt.

Joachim Burbach, Dirk Seiler und Bastian Sartor betreuten mit vielen ehrenamtlichen Helfern die Migranten, die vollständig in den Spielbetrieb der beiden Teams des FSV und auch in die Dorfgemeinschaft integriert wurden. Hans Jürgen Müller war stets mit am Steuer, wenn es galt, den Zusammenhalt auch im Heimatort herzustellen. Frauengymnastik, Lauf- und Wandertage, Tischtennis, Karnevalsveranstaltungen zur Unterstützung der örtlichen Gastronomie und vieles mehr stellte er auf die Beine.

450 Einwohner, 325 davon FSV-Mitglieder

Wie schafft man das alles? Mit Durchsetzungsvermögen und Treue zum Verein. Und auch mit seiner Ehefrau Marlies, die das alles mitmachte, aber 2019 verstarb. Darüber hinaus erwähnt der Vorsitzende, der auch beruflich seinem Arbeitgeber 50 Jahre die Treue hielt, einen besonderen Mitstreiter, ohne damit andere zurückzusetzen: seinen Freund Werner Schneider, der ihm stets zur Seite stand.

Welchen Stellenwert der FSV in Merkelbach hat, belegt die Tatsache, dass in dem rund 450 Einwohnern zählenden Ort nicht weniger als 325 Mitglieder im FSV sind, darunter auch zahlreiche treue passive Beitragszahler. Das darf sich Hans Jürgen Müller zu einem erheblichen Teil gutschreiben. 2019 wurden von einigen Vorstandsmitgliedern die Weichen für die Zukunft gestellt, um den Staffelstab nach einer Einarbeitungsphase an Jüngere weiterzugeben. Der Übergang erfolgte dann im Frühjahr 2020, nahezu reibungslos.

Nun sieht man Hans Jürgen Müller oft mit Hut und Hund unterwegs bei ausgedehnten Spaziergängen. Der "Mann mit dem Hut" ist nun Geschichte beim FSV Merkelbach – ohne jedoch "seinen" Verein aus den Augen zu verlieren.

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