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Weltmeister-Papa|05.04.2017|17:05

Papa Zieler: Mit Hennef die Großen ärgern

Derzeit trennen sie rund 700 Kilometer: Vater Raimunt Zieler in Köln und Sohn Ron-Robert in Leicester. [Foto: Fotos Kämpf, Getty Images; Collage FUSSBALL.DE]

Weltmeister Ron-Robert Zieler mag weit weg in den in den englischen East Midlands leben, zu seinem Vater aber hat er immer noch einen ganz engen Draht. Denn Raimunt Zieler versteht etwas vom Kicken. Einst coachte er Lukas Podolski beim 1. FC Köln. Während Zieler Junior bei Leicester City um die Nummer eins im Tor kämpft, übernimmt Vater Raimunt beim FC Hennef die sportliche Verantwortung. Die neueste Folge unserer Serie Familienbande.

Das Trikot mit der Nummer 21 hat seinen endgültigen Platz noch nicht gefunden. Aber das ist nur eine Frage der Zeit. Denn irgendwann wird Raimunt Zieler eine Büste oder Schaufensterpuppe aufgetrieben haben, um den Dress von Leicester City seiner Bedeutung entsprechend zu präsentieren. Schließlich ist es jenes Trikot, das sein Sohn, Weltmeister Ron-Robert Zieler (28), bei seinem ersten Champions League-Match im November vergangenen Jahres trug.

Dass der Keeper das Leicester-Jersey nach dem Spiel ausgerechnet seinem Vater überreichte, hatte zwei Gründe. Nummer eins war praktischer Art: Raimunt Zieler war just beim 2:1 gegen den FC Brügge zu Gast in der 330.000 Einwohner zählenden Stadt in den englischen East Midlands und entsprechend ausnahmsweise im Stadion zugegen. Nummer zwei war emotionaler Art: Raimunt und Ron-Robert sind nämlich nicht bloß Vater und Sohn, sondern sie teilen auch Profession und Leidenschaft: Sie bestreiten ein Leben für den Fußball. „Ich habe mich schon unheimlich gefreut, dass er mir das Trikot geschenkt hat“, sagt Vater Raimunt, der seit vielen Jahren Nachwuchs-Vereinsmannschaften und -Auswahlteams im Rheinland coacht und Trainer ausbildet.

Natürlich ist es dank moderner Kommunikationsmittel kein Problem, auch über ein paar Hundert Kilometer Distanz steten Kontakt zu halten, aber Erinnerungsstücke, die man mitnehmen und jederzeit in die Hand nehmen kann, sind doch etwas Besonderes - etwas, das die Trennung erträglicher macht. Dass Zieler Senior an seinem Jungen hängt, muss er nicht ausdrücklich sagen, man sieht es ihm an, wenn er über ihn spricht. Es schwingt in seinen Worten mit. „Ich bin stolz, dass er seinen Weg so geht, wie er ihn geht. Er ist immer ehrlich, bodenständig und ehrgeizig geblieben und er hat seine Entscheidungen immer sehr selbstständig getroffen“, sagt der 55-Jährige über den Weltmeister von 2014.

"Ich hätte gerne mal so einen Keeper wie Ron-Robert trainiert"

Mut zum Neustart

Die beeindruckende Zielstrebigkeit des Juniors stellte Vater und Sohn vor einigen Jahren vor eine schwierige Herausforderung. Ron-Robert Zieler war gerade 15 Jahre alt, da weckte er als Torhüter der B-Junioren-Mannschaft des 1. FC Köln das Interesse der Scouts von Manchester United. „Der damalige Profi-Trainer Alex Ferguson wollte ihn bei United haben“, erinnert sich Raimunt Zieler. Und Ferguson bekam Ron-Robert Zieler. Denn Letzterer entschied sich, im Teenager-Alter Vater und Kölner Heimat zu verlassen, um bei einem der renommiertesten Vereine der Welt seine Chance zu suchen. „Mit 16 Jahren nach England zu gehen, war sicher sehr früh, aber ich habe die große Möglichkeit gesehen, mich bei einem Weltverein weiterzuentwickeln“, sagt Ron-Robert Zieler. Sein Vater legte ihm keine Steine in den Weg. „Es war schon hart, aber ich habe mich bemüht, ihn aus der Ferne nach Kräften zu unterstützen und er hatte Glück mit seinen Gastfamilien“, sagt Raimunt Zieler, der einst selbst vom kleinen Kölner Stadtteilklub Vingst 05 aufbrach, um seine Fußballkarriere voranzutreiben.

Zieler Senior spielte in der Jugend beim 1. FC Köln und bei Bayer 04 Leverkusen. Später lief der Stürmer für den damals drittklassigen FV Bad Honnef und den Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen auf, ehe es zurück zur Reserve des 1. FC Köln und dann zum Siegburger SV 04 und zum VfB Langenfeld ging. Die Vita beweist, dass auch Raimunt Zieler nie der Mut zum Neustart abging. „Aber natürlich hatte ich unter dem Strich nicht so durchschlagenden Erfolg wie mein Sohn“, sagt er. Vielleicht sei der Junior einfach noch einen Tick zielstrebiger, talentierter und ehrgeiziger, meint der 55-Jährige.

Zieler Senior fand aber schon mit 28 Jahren einen weiteren Weg, neben der Arbeit als kaufmännischer Angestellter seine Leidenschaft für den Fußball auszuleben. Er wurde Nachwuchscoach. „Die Leute in meinem Umfeld haben mir immer gesagt, ich sei ein Trainertyp und da war wohl auch etwas dran. Diese Aufgabe hat mich jedenfalls ziemlich schnell gepackt“, sagt er. Raimunt Zieler trainierte Jugendteams bei Bayer Dormagen, dem VfL Leverkusen, Viktoria Köln und dem 1. FC Köln sowie Auswahlmannschaften des Verbands Mittelrhein. Er verbrachte sogar ein Jahr in China. Und er feierte Erfolge. Mit der U 17-Mannschaft des FC um Lukas Podolski und Lukas Sinkiewicz erreichte er die Endrunde der Deutschen Meisterschaft, die U 17-Elf von Viktoria Köln führte er zum Bundesliga-Aufstieg. Ein Wunsch blieb jedoch unerfüllt. „Ich hätte gerne mal so einen Keeper wie Ron-Robert trainiert“, sagt der Trainer-Routinier. Fußballerisch stark, intelligent, ruhig und konzentriert, so beschreibt er den Torhüter Ron-Robert Zieler, der einst als talentierter Feldspieler begann.

Herausforderung Hennef

Nach der gemeinsamen Zeit beim 1. FC Köln, als der Senior die B-Junioren coachte und Ron-Robert in der C-Jugend spielte, trennten sich ihre Wege. Und doch blieben sie eng verbunden. Egal, ob beim ersten Versuch im englischen Profifußball Fuß zu fassen oder später beim deutschen Erstligisten Hannover 96, der Senior war immer wieder als Ratgeber gefragt. „Wir reden oft privat über Fußball. Der Austausch bedeutet mir viel, da mein Vater für den Fußball lebt und durch seine langjährige Erfahrung als Spieler und Trainer interessante Ansichten hat“, sagt der Torhüter. So erfuhr der Senior als einer der Ersten vom bevorstehenden Bundesliga-Debüt des Sohnes im Tor von 96, von der Berufung zur Nationalmannschaft und im vergangenen Sommer auch von Ron-Roberts Plan, zum englischen Überraschungsmeister Leicester zu wechseln.

„Ich habe nie versucht, ihn zu beeinflussen. Obwohl ich beispielsweise seinen letzten Transfer skeptisch gesehen habe“, sagt Raimunt Zieler. Tatsächlich hat sich der Filius in Leicester noch nicht als Stammkraft etabliert. „Er nimmt die Situation aber unheimlich professionell an und wartet auf seine nächste Chance“, sagt Vater Raimunt. Und die wird kommen, davon ist er überzeugt, wenn nicht in den East Midlands, dann eben woanders. Vielleicht ja auch irgendwann nochmal im Rheinland. „Es wäre natürlich perfekt, ihn wieder in der Nähe zu haben“, sagt der 55-Jährige.

Er selbst wird sich im Sommer einer neuen Herausforderung stellen und beim FC Hennef als Sportlicher Leiter des Nachwuchszentrums arbeiten. „Dort gilt es, die gute Nachwuchsarbeit auszubauen und einen familiären Verein als richtig gute Adresse im Jugendbereich zu etablieren. Das ist auf jeden Fall eine reizvolle Tätigkeit.“ Mit den B-Junioren, die in der Bundesliga auf den Nachwuchs der Profiklubs treffen, will er auch künftig die Großen ärgern. Diese Aufgabe wird ihm allerdings kaum Zeit lassen, um nach England zu reisen und seinen Sohn spielen zu sehen. Raimunt Zieler sollte sich also bemühen, möglichst bald eine Schaufensterpuppe für das Champions-League-Trikot seines Sohnes aufzutreiben.

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