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Unterstützer |07.05.2020|13:00

Peter Lohmeyer: "Krise als Anstoß begreifen"

Unterstützer bei Altona 93 und begehrt bei Autogrammjägern: Peter Lohmeyer.[Foto: Leonie Seifert/getty images]

Schauspieler Peter Lohmeyer (58) wurde durch den Kinofilm "Das Wunder von Bern" bekannt, der sich um Deutschlands legendären WM-Triumph von 1954 dreht. Der Wahl-Hamburger ist bekennender Schalke-Fan, unterstützt aber auch Amateurklubs wie den Traditionsverein Altona 93 aus der Regionalliga Nord. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht der Sohn eines evangelischen Pfarrers über soziale Verantwortung, Kopfkino beim Fußball und Lehren aus der Corona-Krise.

FUSSBALL.DE: Warum unterstützen Sie Altona 93 in der Corona-Krise, Herr Lohmeyer?

Peter Lohmeyer:  Ich lebe bereits seit 30 Jahren in Hamburg. Die soziale Verantwortung, die ein Amateurfußballverein hat, ist enorm. Ich bin privilegiert, wohne in einer schönen Altbauwohnung. In unserem Stadtteil leben aber Menschen, die nicht so viel Glück hatten und von den Sportvereinen aufgefangen werden. Durch die Corona-Krise ist auch Altona 93 in eine finanzielle Schieflage geraten. Da helfe ich sehr gerne.

Wie ist die Beziehung zu Altona 93 entstanden? Gibt es einen direkten Bezug zum Klub?

"Der Fußball hat eine große gesellschaftliche Verantwortung"

Lohmeyer:  Mein Sohn Louis, der heute unter anderem als Moderator beim Fernsehsender  n-tv  tätig ist, hat von der "Pampers-Liga" bis zur C-Jugend für Altona 93 gespielt. Dort kickte er übrigens zusammen mit Eric Maxim Choupo-Moting, der jetzt bei Paris Saint-Germain spielt. In der Adolf-Jäger-Kampfbahn habe ich mir beispielsweise in der Saison 1994/1995 auch das DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund angeschaut. Vor allem die extreme Kopfballstärke von Karl-Heinz Riedle, der beim 2:0 der Dortmunder auch einen Treffer beisteuerte, ist mir in Erinnerung geblieben.

Warum steht Ihnen als Wahl-Hamburger Altona 93 näher als beispielsweise der große Nachbar HSV oder der FC St. Pauli?

Lohmeyer:  Mit Schalke 04 favorisiere ich bekanntlich bereits einen großen Verein  (lacht).  Damals habe ich für meinen Sohn einfach einen Fußballklub gesucht. Da bot sich Altona 93 schon wegen der räumlichen Nähe an. Durch die hervorragende Jugendarbeit, die dort geleistet wird, ist die Verbindung nie abgerissen. Dabei war mir damals überhaupt noch nicht bewusst, dass Altona früher die dritte Kraft in Hamburg war.

Altona 93 gilt als einer der ältesten Fußballvereine überhaupt. Die Adolf-Jäger-Kampfbahn ist legendär, aber auch in die Jahre gekommen. Würden Sie sich als Fußball-Romantiker beschreiben?

Lohmeyer:  Wer romantisch ist, muss nicht realitätsfern sein. Der frühere Nationaltorhüter Jens Lehmann hat mir in einer Talkshow mal Fußballromantik geradezu vorgeworfen. Dabei gehen mir in erster Linie die Auswüchse der Kommerzialisierung des Fußballs auf den Keks. Ich will das Rad nicht zurückzudrehen. Aber so wie es jetzt teilweise läuft, kann es nicht weitergehen.

Wie meinen Sie das?

Lohmeyer:  Die Sehnsucht nach "back to the roots", einer Rückkehr zu den Wurzeln, sollte man nicht als Rückschritt, sondern als Fortschritt begreifen. Der Profifußball ist meiner Meinung nach in seiner Spitze total überfrachtet. Man sollte etwas herunterfahren. Dann würde ich mich gerne wieder daran erinnern, warum ich überhaupt zum Fußball gekommen bin. Da spielten Werte wie gegenseitiger Respekt, Leidenschaft, Einsatz, Zusammenhalt und Teamgeist die Hauptrolle. Das alles sollte wieder mehr im Mittelpunkt stehen.

War auch wegen Ihrer engen Verbindung zum Fußball und den gerade zitierten Werten die Hauptrolle im Kinofilm "Das Wunder von Bern" für Sie eine besondere berufliche Herausforderung?

Lohmeyer:  Jede Arbeit ist für mich eine andere Art der Herausforderung. Wenn ich im Theater auf der Bühne stehe, habe ich mehr Schiss  (lacht).  Das Wunder von Bern war in vielerlei Hinsicht großartig. Das Drehbuch sowie die Drehbedingungen waren wunderbar. Mit dem eigenen Sohn zu spielen, war für mich aufgrund der Vertrautheit eine große Herausforderung. Der Film war auf jeden Fall eine besondere Arbeit in meinem Berufsleben.

Nicht nur die Profi-, sondern vor allem auch die Amateurvereine haben stark mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Welche Bedeutung haben für Sie der Amateur- und der Nachwuchsfußball?

Lohmeyer:  Wenn am Sonntagmorgen irgendwo Fußball gespielt wird, bleibe ich stehen, schaue gerne zu. Da ich früher selbst gekickt habe, beginnt für mich als Zuschauer sofort das Kopfkino. Wäre ich an den Ball noch herangekommen? Oder hätte ich die Flanke genauer geschlagen?

Ebenso wie Altona 93 haben viele Vereine oder auch deren Fans Hilfsaktionen ins Leben gerufen. Sie engagieren sich auf der anderen Seite aber auch für verschiedene soziale Projekte oder für einzelne Mitmenschen. Hat die Corona-Krise also auch ihr Gutes?

Lohmeyer:  Die Krise als Anstoß zum Nachdenken zu begreifen, wäre auf jeden Fall gut. Ich würde mir wünschen, dass sich Fans und Funktionäre an einen Tisch setzen und auf Augenhöhe diskutieren. Ich bin ein hoffnungsvoller Mensch - in diesem Sinne auch Romantiker.

Sie haben es angesprochen: Als Jugendlicher waren Sie selbst im Nachwuchs des VfB Stuttgart am Ball. Wollten Sie Fußballprofi werden?

Lohmeyer:  Ich habe nur ein Jahr beim VfB in der C-Jugend gekickt. Das war ein großer Spaß. Für eine Profikarriere muss man aber entdeckt und gefördert werden. Meine Mutter hätte sich damals sicher geweigert, mich mehrmals pro Woche zum Training zu bringen. Zum Glück sind wir dann zurück ins Ruhrgebiet gezogen, weil mein Vater als Pfarrer eine Anstellung in der Dortmunder Reinoldikirche bekam. Außerdem habe ich mich später mehr für Mopeds und Mädels interessiert, bin mit dem Dialekt der Schwaben ohnehin nicht so gut zurechtgekommen  (lacht).

Sind Sie heute noch regelmäßig am Ball?

Lohmeyer:  Neulich habe ich bei einem Prominenten-Kick gegen Ex-Nationalspieler Stephan Engels gespielt. Er konnte mich nicht einordnen, fragte mich ernsthaft, ob wir früher im Pokal gegeneinander gespielt hätten. Auch Weltmeister Frank Mill, dem ich einen Treffer aufgelegt hatte, meinte erkannt zu haben, dass ich kein "Blinder" bin  (lacht).

Sie sind bekennender Schalke-Fan, als Vereinsmitglied aber im vergangenen Jahr ausgetreten. Schlägt Ihr Herz weiterhin für "Königsblau"?

Lohmeyer:  Ja, sowieso! Ich habe schriftlich gekündigt und muss seit Januar keinen Mitgliedsbeitrag mehr zahlen. Nach den als rassistisch eingestuften Äußerungen des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies wollte ich mit meinem Austritt Haltung zeigen. Sollte aber Ex-Profi Hans Sarpei demnächst in den Schalker Aufsichtsrat gewählt werden, könnte ich mir durchaus überlegen, vielleicht bei der nächsten Jahreshauptversammlung aufzutauchen.

Besuchen Sie denn noch die Spiele in der Arena?

Lohmeyer:  Ich habe mir selbst eine Pause auferlegt. Daher hoffe ich, dass der Hamburger SV und der FC St. Pauli aufsteigen, damit ich mir die Spiele mit Schalker Beteiligung in Hamburg anschauen kann. Werder Bremen ist auch nicht so weit entfernt und zum VfL Wolfsburg kann man zur Not auch hinfahren  (lacht).

Was halten Sie in der aktuellen Situation von den sich abzeichnenden Geisterspielen?

Lohmeyer:  Der Fußball in Deutschland kann sich immer auf seine Fans verlassen. Deshalb finde ich es sehr traurig, dass in absehbarer Zeit wohl keine Zuschauer zugelassen werden können. Bei den Geisterspielen wird man sehen, wie trist Fußball ohne Zuschauerbeteiligung ist. Ohne Fans funktioniert der Fußball nicht, auch das Sponsoring nicht. Nicht nur die Amateurvereine, sondern auch die Bundesliga benötigt dringend ihre Fans.

Welche Lehren sollte der Profifußball aus der Corona-Pandemie ziehen?

Lohmeyer:  Der Fußball hat eine große gesellschaftliche Verantwortung. Über die Werte, die der Fußball eigentlich vermitteln soll, muss nachgedacht werden. Viele Schlagzeilen, die in jüngster Zeit von verschiedenen Profis durch ihren Lebenswandel provoziert wurden, sind nicht gut für den Sport. Liebend gern würde ich mir mehr Verantwortliche wie etwa Schalkes U 19-Trainer Norbert Elgert wünschen, der mit seiner Art der Pädagogik versucht, die jungen Spieler auf den richtigen Weg zu führen. Ein anderer Punkt ist die Chancengleichheit der Vereine innerhalb der Bundesliga. Damit meine ich eine Aufteilung der Fernsehgelder zu gleichen Teilen. Meiner Meinung nach müssten die Leistungen des SC Paderborn 07 finanziell genauso gewürdigt werden wie die eines Deutschen Meisters.

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