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Amateurstatistiken

Phantomtor |20.10.2018|10:09

Phantomtor in Kreisliga: Spieler bleibt fair

Tobias Weingarten zeigt nicht zum ersten Mal selbstlose Ehrlichkeit.[Foto: privat]

Sinsheim, Freitagabend. 9. Spieltag der Bundesligasaison 2013/2014. Es läuft die 70. Minute zwischen der TSG Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen. Leverkusens Gonzalo Castro schlägt eine Ecke knapp hinter den Fünfmeterraum und findet den Kopf von Mannschaftskollege Stefan Kießling. Dessen Kopfball geht knapp links am Tor vorbei, streift nur das Außennetz. Der Leverkusener schlägt ob der verpassten Großchance die Hände über den Kopf zusammen.

Doch dann das: der Schiedsrichter entscheidet auf Tor. Die Mitspieler versammeln sich um den Angreifer, der die Situation nicht so richtig zu verstehen scheint, und bejubeln das vermeintliche 2:0 für ihre Mannschaft. Ein Loch im Netz des Hoffenheimer Tores ließ den eigentlich zu weit links platzierten Ball ins Tor kullern. Die Bundesliga hatte 19 Jahre nach Thomas Helmer wieder ein Phantomtor.

Fünf Jahre ist es her, dass Stefan Kießling jenes kuriose Tor erzielte, das ein Fall fürs DFB-Sportgericht wurde. Vor knapp zwei Wochen, am 3. Oktober 2018, ereignete sich allerdings ein ähnlicher Vorfall in der Kreisliga B Olpe .

Ich dachte: "Mist, knapp daneben"

"Als ich mich zum Tor umdrehte, sah ich, dass der Ball im Tor lag. Ich war erst einmal irritiert, als der Schiedsrichter auf den Mittelpunkt zeigte."

Bei der Partie zwischen dem SV Rahrbachtal und der VSV Wenden II lief die 87. Spielminute, als Wendens Tobias Weingarten das vermeintliche 3:3 für sein Team erzielte. "Wir lagen 2:3 zurück. Kurz zuvor habe ich durch einen Elfmeter den Anschlusstreffer gemacht und wir waren drauf und dran noch den Ausgleich zu schaffen", schildert Weingarten die Situation vor dem Tor. "Der Ball wurde von der linken Seite aus lang zwischen Fünfmeterraum und 16-Meter-Eck geschlagen, wo ich freistand. Ich nahm den Ball mit rechts volley und traf diesen auch nicht schlecht, aber der Ball flog nur an‘s rechts Außennetz."

"Ich habe mich dann umgedreht und gedacht: Mist, knapp daneben. Es jubelte auch niemand und es war, als hätte ich den Ball 20 Meter über das Tor geschossen. Als ich mich zum Tor umdrehte, sah ich, dass der Ball im Tor lag. Ich war erst einmal irritiert, als der Schiedsrichter auf den Mittelpunkt zeigte." Ehe es zu Protesten oder Diskussion kommen konnte, lief Weingarten zum Unparteiischen.

Schiedsrichter: "Der liegt aber im Netz"

"Bevor ich darüber nachdenken konnte, ging ich zum Schiedsrichter und sagte ihm, dass es kein Tor gewesen und der Ball am Außennetz gelandet sei. In dem Moment waren bereits zwei, drei Spieler der gegnerischen Mannschaft direkt in der Nähe. Der Schiedsrichter sah mich sehr verwirrt an und fragte nur: Was? Ich sagte Ihm nochmals, dass der Ball nicht im Tor war, doch er antwortete nur: Der liegt aber im Netz. Nach der dritten Bestätigung und nochmaligem Nachfragen vom Schiedsrichter bedankte er sich und nahm das Tor zurück." Eine faire und selbstlose Geste des 26-Jährigen, schließlich wäre es der Treffer zum 3:3-Ausgleich und obendrein Weingartens drittes Tor im Spiel gewesen.

"Klar hätten wir einen eventuell wichtigen Punkt mitgenommen, doch ich habe in dieser Situation nicht daran gedacht, das zu verschweigen. Auch mit etwas Abstand gesehen war es die Richtige Entscheidung. Meine Mitspieler und Trainer waren derselben Meinung."

Tatsächlich war es nicht die erste faire Aktion des Stürmers, der diese Saison bereits in sieben Spielen neun Mal getroffen hat. "In meinem zweiten Seniorenjahr kann ich mich an eine Situation erinnern, in der ein Elfmeter gegeben wurde, ich allerdings klar außerhalb des Sechzehners vom Torwart gefoult wurde. Dazu kam, dass wir in der Saison nichts mehr reißen konnten und unser Gegner noch um den Abstieg spielte. Ich sprach kurz mit dem Schiedsrichter, der dann auf Freistoß anstatt Elfmeter entschied."

Für Weingarten eine Selbstverständlichkeit: "Insbesondere im Amateurfußball ist Ehrlichkeit sehr wichtig, da gerade in den unteren Ligen immer weniger Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen zur Verfügung stehen. Wir sollten diese so gut es geht unterstützen und sie bei Fehlentscheidungen zu den eigenen Gunsten darauf aufmerksam machen."

"Im Profifußball herrscht ein enormer Druck"

Dass es im Profibereich immer wieder zu Täuschungsversuchen und fehlender Ehrlichkeit kommt, kann er dennoch nachvollziehen: "Ich spiele Kreisliga, muss montags wieder arbeiten, egal wie wir gespielt haben. Im Profifußball herrscht dagegen ein enormer Druck, der von den Medien mit aufgebaut wird. Da wird jede Sekunde gefilmt und beobachtet. Wenn die TV-Bilder das Handspiel im Nachhinein beweisen können, gibt es keine andere Wahl als es zuzugeben. Dabei spielt ja auch immer noch der eventuelle Vorsatz eine Rolle."

Ob er nachbetrachtend wieder so handeln würde? "Ja, da ich von allen Seiten nur Zuspruch für die Aktion bekommen habe. Der Fußball ist seit meinem sechsten Lebensjahr eines meiner größten Hobbys und ich finde Fairness, Spaß und vor allem die Geselligkeit enorm wichtig", sagt der gelernte Automobilverkäufer.

Ein kleines "Gschmäckle" hat für ihn die Fairness am Ende allerdings doch noch. "Natürlich schmeckt das Bier nach einem Sieg besser als nach einer Niederlage. Aber das ist noch ein anderes Thema."

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