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Bundesligastar|22.02.2017|16:40

Wollscheid: Darum geht er in die 4. Liga

Im September 2016 lief Philipp Wollscheid (rechts), hier im Duell mit dem Hoffenheimer Sandro Wagner, noch für den VfL Wolfsburg in der Bundesliga auf. [Foto: Getty Images]

Vor ziemlich genau fünf Monaten stand Ex-Nationalspieler Philipp Wollscheid noch für den Bundesligisten VfL Wolfsburg in der Partie beim SV Werder Bremen (1:2) in der Startformation. Seitdem kam der 27-jährige Innenverteidiger allerdings zu keinem Einsatz mehr, gehörte meist nicht einmal zum Kader der Mannschaft von VfL-Cheftrainer Valerien Ismael. Künftig kickt Wollscheid zunächst einmal für die U 23 in der Regionalliga Nord - und zwar auf eigenen Wunsch.

Im aktuellen FUSSBALL.DE -Interview spricht Wollscheid über die Gründe für seinen Schritt in die U 23 sowie seine Zeit bei Bayer 04 Leverkusen, Mainz 05 sowie dem englischen Erstligisten Stoke City, bei dem der Leihspieler des VfL Wolfsburg immer noch unter Vertrag steht.

FUSSBALL.DE: Sie waren zuletzt noch angeschlagen, verpassten deshalb das 2:0 gegen die U 23 des FC St. Pauli. Wann sind Sie erstmals für die U 23 der „Wölfe“ in der Regionalliga Nord am Ball, Herr Wollscheid?

Philipp Wollscheid: Ich hoffe, dass es in der Partie beim VfB Lübeck am Samstag mit meinem Einstand klappt. Bereits seit Sonntag bin ich wieder im Training. Ich fühle mich fit und freue mich darauf, endlich wieder auf dem Platz zu stehen.

"Ich werde mich in der vierten Liga genauso in jeden Zweikampf werfen und für das Team alles geben, wie ich es auch in der Bundesliga tun würde"

Sie galten vor einigen Jahren als großes Abwehrtalent, wechselten zu Bayer 04 Leverkusen und wurden unter Joachim Löw Nationalspieler. Wie haben Sie diese Zeit in Erinnerung?

Wollscheid: Es war sicher eine aufregende Phase, in der ich viele schöne Momente erleben durfte. Ich lebe aber im Hier und Jetzt und schwelge nicht in Erinnerungen.

Später waren Sie bei Bayer nicht mehr glücklich, ließen sich an den FSV Mainz 05 und später an den englischen Erstligisten Stoke City ausleihen. Warum?

Wollscheid: Ich war mit meiner Rolle in der Mannschaft unzufrieden. Ich gehörte zwar zum Stammpersonal und bestritt über 20 Pflichtspiele. Aber in den entscheidenden, wichtigen Spielen bekam ich nicht das Vertrauen. Das war für mich nicht in Ordnung, ich wollte wieder häufiger spielen. Dafür musste ich mir einen neuen Verein suchen. Auf den letzten Drücker klappte es mit dem Wechsel nach Mainz.

Aber dort kamen Sie kaum zum Einsatz ...

Wollscheid: Das stimmt - obwohl mir in den Gesprächen klar gesagt wurde, dass auf mich gesetzt wird. Mainz wollte mich unbedingt haben. Doch als ich dann beim FSV war, schenkte mir der Trainer kein Vertrauen und ich kam nie wirklich zum Zug.

In England erkämpften Sie sich dagegen wieder einen Stammplatz. Was sind die größten Unterschiede zwischen dem englischen und dem deutschen Fußball?

Wollscheid: Der Fußball auf der Insel ist aus meiner Sicht weniger taktisch geprägt. Es entscheidet häufiger die individuelle Klasse eines einzelnen Spielers über Sieg oder Niederlage. Außerdem geht es in England ruppiger zu. Die Zweikämpfe werden härter geführt und die Schiedsrichter lassen mehr laufen.

Warum sind Sie dann nach Deutschland zurückgekehrt und auf Leihbasis zum VfL Wolfsburg gewechselt?

Wollscheid: Als sich die Möglichkeit ergab, in die Bundesliga zu einem Klub zu wechseln, der in dieser Saison um die Champions League-Qualifikation mitspielen wollte, hatte das sofort mein Interesse geweckt. Es war noch einmal die Chance, mich bei einem ambitionierten deutschen Erstligisten durchzusetzen.

Das gelang aber bisher nicht. Nachdem Sie zu Saisonbeginn zunächst mehrmals durchgespielt hatten, verloren Sie Ihren Stammplatz und kamen seit Ende September nicht mehr zum Einsatz. Können Sie sich das erklären?

Wollscheid: Das ist schwer zu sagen. Es haben nun einmal andere Spieler den Vortritt vom Trainer erhalten. Klar hat der Trainerwechsel Mitte Oktober auch eine Rolle gespielt. Wenn man von einem Trainer geholt wird, der danach den Verein verlässt, ist das nie einfach. Für mich war es schwierig, den neuen Trainer von mir zu überzeugen. Damit ich trotzdem wieder auf dem Feld stehen kann und Spielpraxis bekomme, habe ich den Wunsch geäußert, bis zum Saisonende für die U 23 spielen zu dürfen.

Sie haben also darum gebeten?

Wollscheid: Ja, die Initiative ging von mir aus. Sicherlich haben die sportliche Führung und ich das gemeinsam besprochen. Ich denke, dass beide Seiten von dieser Lösung profitieren. Und wenn die Profis wieder meine Unterstützung benötigen, stehe ich selbstverständlich zur Verfügung. Ich freue mich jetzt tatsächlich auf die kommenden Monate in der Regionalliga und bin heiß, endlich wieder zum Einsatz kommen zu dürfen.

Was für eine Meinung haben Sie über die Regionalliga Nord?

Wollscheid: Sicherlich herrschen in der vierten Liga andere Bedingungen als in der Bundesliga. Die Plätze sind beispielsweise in einem nicht vergleichbaren Zustand. Das ist wegen der geringeren finanziellen Mittel kleinerer Vereine auch vollkommen verständlich. Dennoch wird in der Regionalliga genauso 90 Minuten gerannt und gekämpft wie im Profibereich. Das weiß ich bereits aus eigener Erfahrung. Ich werde mich in der vierten Liga genauso in jeden Zweikampf werfen und für das Team alles geben, wie ich es auch in der Bundesliga tun würde.

Hand aufs Herz: Im September standen Sie noch gegen Borussia Dortmund und den SV Werder Bremen in der Startelf. Am Samstag könnten Sie in der Partie beim VfB Lübeck, eine Woche später dann gegen die SpVgg Drochtersen/Assel zum Einsatz kommen. Das ist doch eine große Umstellung, oder?

Wollscheid: Das ist korrekt. Es ist ein riesiger Unterschied. Allerdings kenne ich solche Gegner zum Beispiel aus DFB-Pokalspielen und weiß, wie unangenehm sie zu bespielen sind. Ich werde ganz bestimmt kein einziges Spiel auf die leichte Schulter nehmen.

Was haben Sie sich bis zum Sommer für Ziele gesetzt?

Wollscheid: Ich möchte einfach nur spielen, der Mannschaft weiterhelfen - und das so oft wie möglich.

Wohin geht die Reise nach Saisonende?

Wollscheid: Noch stehe ich bei Stoke City unter Vertrag. Ob ich in der kommenden Spielzeit in England spiele, steht aber in den Sternen. Um ehrlich zu sein, mache ich mir darüber aktuell noch keine Gedanken.

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