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Spenden-Dackel |14.11.2019|12:00

Pöbelgemeinschaft: Labern für den guten Zweck

Unterstützen die Frauen vom FC Oste/Oldendorf Woche für Woche: Die Pöbelgemeinschaft Gräpel.[Foto: Jörg Struve]

Wer in der "Pöbelgemeinschaft Gräpel" einen dummen Spruch drückt, zahlt in die Dackel-Dose ein. "Pöbelpapst" Christopher Peters, Vorsitzender der Gruppe, erzählt, wie aus einer Schnapsidee verschiedene Projekte für den örtlichen Fußballverein entstanden sind.

FUSSBALL.DE: Herr Peters, Sie stehen nicht nur als Fanclub der Frauenmannschaft vom FC Oste/Oldendorf jede Woche am Spielfeldrand, sondern sind auch als "Pöbelgemeinschaft Gräpel" bekannt. Was verbirgt sich hinter dem Namen?

Peters: Wir hatten damals eine WhatsApp -Gruppe gegründet, um uns abzusprechen, wann wir auf dem Sportplatz sein wollen. Da hat irgendjemand aus der Schnaps-Laune, wer, weiß ich nicht mehr, einfach die Gruppe "Pöbelgemeinschaft" genannt und seitdem heißen wir so.

Hat sich Ihre Pöbelgemeinschaft seitdem noch vergrößert?

"Weil wir nicht so viel Fußball gucken, hatten wir schon ab und zu ein Spiel gehabt, bei dem wir nicht einmal genau wussten, wie es ausgegangen ist."

Peters: Ja, es ging ungefähr im Jahr 2012 los, da waren wir fünf, sechs Leute. Aktuell sind wir zehn. Die Gruppe ist also ein bisschen gewachsen, aber jetzt haben wir gesagt, dass bei zehn Leuten Schluss ist. Wir haben also unser Stammpersonal gefunden.

Welche Rolle spielt die Dackel-Spardose, die bei jedem Spiel mit auf Ihrem Tisch steht?

Peters : Damals haben wir das ein oder andere Bierchen zu viel getrunken. Die Zunge wurde ein bisschen lockerer und dementsprechend hat das "dumme Gelaber", so wie es auch auf dem Dackel steht, etwas Überhand genommen. Daraufhin haben wir gedacht, dass wir das ein bisschen unterbinden sollten. Um das Ganze in etwas Positives umzusetzen, haben wir uns einen Porzellan-Dackel angeschafft und mit "dummes Gelaber" beschriftet und seitdem sammeln wir 50 Cent, falls irgendjemand etwas Dummes kommentiert.

Wurde Ihr "aktueller" Dackel eigens für die Spenden angefertigt?

Peters: Ja, genau. Wir hatten zuerst den Porzellan-Dackel, der hat das alles aber nicht ganz so gut überlebt; dem sind die Füße abgebrochen. Wir haben bei uns aber einen Schlosser in der Runde, und der hat uns dann einen aus Metall geschweißt, und der sollte jetzt ein bisschen länger leben.

Wie muss man sich einen klassischen Spieltag am Tisch der Pöbelgemeinschaft vorstellen?

Peters: Wir treffen uns meistens ungefähr eine Stunde vor Anpfiff, dann holen wir den Tisch und den Dackel raus. Danach zählen wir immer das Geld vom letzten Mal, weil wir ganz genau für unsere Jahreshauptversammlung dokumentieren, wie viel Geld wir über unseren Dackel einnehmen. Dann zahlt jeder seinen Eintritt, das sind 2 Euro für alle Mitglieder und daraufhin wird meistens ein Bierchen bestellt und eigentlich wenig Fußball geguckt. Speziell die dritte Halbzeit feiern wir dann, egal, wie das Spiel ausgegangen ist – mit den Mädels und mit den ganzen Helfern, die den Kiosk bedienen, den Eintritt kassieren und den Platz fertig machen.

Da kommt bestimmt einiges an Einnahmen zusammen. In was haben Sie denn das ganze Geld aus dem Bauch des Dackels schon investiert?

Peters: Weil wir nicht so viel Fußball gucken, hatten wir schon ab und zu ein Spiel gehabt, bei dem wir nicht einmal genau wussten, wie es ausgegangen ist. Dann kam uns die Idee, eine Ergebnisanzeige zu bauen, was wir tatsächlich dieses Jahr im Mai auch geschafft haben. Nachdem wir viel im Internet recherchiert haben, wie teuer sowas wäre und überhaupt so etwas neu anzuschaffen, haben wir uns dann schnell gegen einen Kauf entschieden und beschlossen, das selbst zu bauen. Dabei hat jeder eine eigene Aufgabe gehabt: Ich bin Elektriker und habe mich um die ganze Steuerung gekümmert. Wir haben einen Tischler bei uns, der das ganze Holz besorgt und sich die Konstruktion ausgedacht hat. Der Schlosser hat das Gestell zusammengeschweißt, auf der die Anzeige draufsteht und so haben wir uns das Ganze erarbeitet und im Mai innerhalb von einer Woche hatten wir das Projekt umgesetzt.

Da waren Ihnen die Spielerinnen bestimmt sehr dankbar…

Peters : Ja, alle waren sehr erstaunt, als wir zum Saisonende 2018/2019 das Ding vorgestellt haben. Und dass die Anzeigentafel diese Größenordnung angenommen hat, hatten wir im Voraus nicht gedacht.

Hand aufs Herz: Wie viel wird denn wirklich gepöbelt während der Spiele?

Peters: Es gibt vielleicht mal einen dummen Spruch, aber das ist kein Gepöbel. Wenn der Ball zum Beispiel 20 Meter über das Tor geschossen wird, dann fällt mal ein Spruch, aber das ist alles lustig gemeint. Da lachen alle. Da wird niemand angepöbelt für sein schlechtes Verhalten oder für irgendwelche Fehler, die er gemacht hat.

Heißt also: Das meiste Geld kommt tatsächlich über den Eintritt und weniger durch dummes Gelaber zusammen?

Peters: Sprüche gibt's genug, die sind allerdings nicht alle Richtung Spielfeld gedacht, sondern vielmehr intern. Wir nehmen ungefähr 30 Euro ein, so 14 bis 20 Euro sind Eintritt und der Rest ist über dummes Gelaber. Ab und zu kriegen wir auch kleinere Spenden von Gästen, die um uns herumstehen und uns unterstützen wollen, weil sie unsere Aktion gut finden.

Haben Sie auch außerhalb des Fußballplatzes schon einmal Geld gesammelt?

Peters: Ja, tatsächlich. Unsere Haupteinnahme war unser Weihnachtsmarkt letztes Jahr, den wir veranstaltet haben. Dabei hat uns auch der Kindergarten hier in Gräpel unterstützt. Wir haben dort angefragt, ob die Kinder Deko basteln können und als Dankeschön haben wir ihnen einen kleinen Trettrecker gekauft mit einem kleinen Anhänger, und ihn ihnen dann überreicht. Aber auch die ganzen Nachbarn, die zum Beispiel Strom bereitgestellt haben oder deren Privat-WC wir nutzen konnten, haben uns bei der Aktion geholfen.

Klingt nach einem gelungenen Weihnachtsmarkt! In was wird denn dann als nächstes investiert?

Peters: Hier ist tatsächlich schon einiges in Gang gekommen. Vor drei Wochen hatten wir unsere Jahreshauptversammlung und da haben wir neue Ideen gesammelt. Unter anderem wollen wir neben die Ergebnisanzeige eine Uhr installieren und eine Spielminuten-Anzeige im Stil unserer jetzigen Ergebnis-Anzeige, die genau die aktuelle Spielminute anzeigt.

Das wird ja dann auch wieder einiges kosten…

Peters: Ja genau, deswegen hoffen wir, dass wieder genug Leute auf den diesjährigen Weihnachtsmarkt kommen. Die Planungen hierfür beginnen jetzt wieder langsam.

Wie soll der Weihnachtsmarkt denn umgesetzt werden?

Peters: Getränke werden zum Beispiel frei zur Verfügung stehen, dazu stellen wir unseren großen Wasserkocher auf. Die Fußballmädels haben wir gefragt, ob sie ein paar Snacks machen können; jeder kann sich also bedienen. Daneben steht dann der Spendentopf. Da kann jeder entscheiden, wie viel er reinschmeißen will, das ist jedem selbst überlassen. Dadurch hoffen wir, dass wir genug einnehmen, damit wir zumindest unsere Kosten wieder decken können. Und letztes Jahr war so viel übrig, dass wir uns noch zusätzlich die Ergebnisanzeige bauen konnten, die ungefähr 1000 Euro gekostet hat.

Nicht schlecht! Eine letzte Frage noch: Was war denn der beste Spruch, für den 50 Cent in die Dackel-Spardose fällig waren?

Peters: Das ist schwer zu sagen, es gibt immer wieder neue Sprüche, die kann man sich alle gar nicht merken. Da sind wir eigentlich sehr kreativ. Das kann ich jetzt so gar nicht sagen, ob es da einen besten Spruch gab oder gibt.

Dann bedanke ich mich für das Gespräch und wünsche Ihnen, dass sich Ihre Dackel-Spardose auch zukünftig gut füllt…

Peters: Nächstes Jahr wollen wir noch ein Benefizspiel machen. Wir treten als Pöbelgemeinschaft dann gegen eine gemischte Mannschaft der Damen an. Und die ganzen Einnahmen vom Getränkeverkauf wollen wir spenden. Wir müssen uns allerdings noch ausdenken, wo das Geld hingeht, da sind wir noch in der Planung.

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