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Interview |23.05.2020|10:15

Rainer Koch: "Verstehen uns als Ratgeber"

Rainer Koch: "Verbände müssen mit ihren Entscheidungen nah dran am Menschen sein" [Foto: GettyImages]

Im Profifußball rollt wieder der Ball. Doch wie gestaltet sich die Lage im Amateurbereich? Vielerorts ist Training unter deutlichen Einschränkungen wieder erlaubt, eine Rückkehr in den geregelten Spielbetrieb jedoch ist bisher kaum abzusehen. Was ist für die Amateurklubs aktuell zu beachten? Was ist für die zuständigen Verbände zu tun? Warum werden im Amateurfußball regionale Lösungen gefunden und keine bundesweit einheitlichen Regelungen? Dr. Rainer Koch, 1. DFB-Vizepräsident Amateure, nimmt auf FUSSBALL.DE Stellung und liefert Erklärungen.  

FUSSBALL.DE: Herr Koch, viele Sportanlagen in Deutschland dürfen wieder öffnen, zahlreichen Vereinen ist es grundsätzlich möglich, unter deutlichen Einschränkungen den Trainingsbetrieb wieder aufzunehmen. Die Unsicherheit an der Basis jedoch ist groß. Worauf müssen die Vereine jetzt besonders achten?

Dr. Rainer Koch: Uns allen ist bewusst, dass das, was jetzt möglich ist, nur ein kleiner Schritt und weit weg von dem Training ist, wie wir es aus der Zeit vor der Corona-Pandemie kennen. Nichtsdestotrotz ist der Anfang gemacht, wir können uns unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln wieder auf dem Platz mit den Teamkollegen treffen und in abgespeckter Form auch wieder trainieren. Das ist ein echter Lichtblick. Gleichwohl wissen wir natürlich, dass die Vielzahl an staatlichen Auflagen vielerorts nicht ganz so einfach umsetzbar ist und die Vereine vor große Herausforderungen stellt. Jeder Landesverband und wir beim DFB haben umfangreiche Leitfäden  erstellt, die die länderspezifischen Regelungen beinhalten und zudem klar aufzeigen, welche Übungen aktuell umsetzbar sind. Deshalb raten wir allen Verantwortlichen in den Vereinen klar dazu, sich intensiv mit den staatlichen Vorgaben zu beschäftigen und zu prüfen, inwieweit diese im jeweiligen Verein auch maßvoll umsetzbar sind und es sinnig ist, unter den gegebenen Voraussetzungen wieder ins eingeschränkte Training einzusteigen oder vielleicht doch noch etwas abzuwarten, bis es weitere Lockerungen gibt.

Wie können der DFB und seine Landesverbände helfen? Wie können die Vereine unterstützt und gestärkt werden, um sich nicht allein gelassen zu fühlen?

"Vorsicht und Fürsorge sind weiterhin oberstes Gebot"

Koch:  Eines gleich vorweg: Der DFB und die Landesverbände machen die Gesetze nicht, das muss allen klar sein. Wir können nur aufzeigen, was wie im Moment auf dem Platz möglich ist. Das haben wir getan und tun das auch weiter. Wir sind also der Ratgeber für alle, die wieder auf den Platz wollen. Deshalb bieten wir den Entscheidern in den Vereinen diesen Service an, sich an unseren praxisnahen Leitfäden zu orientieren. Diese Leitfäden werden regelmäßig überarbeitet und ergänzt. Bei all den Auflagen verliert man sehr schnell den Überblick, das gilt nicht nur für den Fußball, sondern merkt jeder, der in dieser Zeit der Pandemie in der Öffentlichkeit unterwegs ist. Was in Hessen gilt, sieht in Nordrhein-Westfalen schon wieder anders aus. Grundsätzlich sind alle Landesverbände im Austausch mit den politischen Entscheidern, um auch darauf hinzuweisen, was wir als praxisfremd erachten und was aus Sicht eines Fußballers vielleicht erlaubt werden könnte. Klar ist auch, dass es jetzt auf uns alle ankommen wird, dass wir uns an die staatlichen Regelungen halten und wohl überlegt sowie mit gesundem Menschenverstand die ersten Schritte auf den Plätzen machen. Wir sind im Kampf gegen das Virus noch lange nicht am Ende. Vorsicht und Fürsorge sind weiterhin oberstes Gebot. Wir Fußballer sind alle zusammen in der Pflicht, unserer großen Verantwortung auch gerecht zu werden. Dass wir das können, haben wir gerade in der aktuellen Krise bewiesen. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bei allen bedanken!

Vom Trainingsbetrieb zum Spielbetrieb: Die Konferenz der Landesverbandspräsidenten hatte ursprünglich als Ziel ausgegeben, eine bundesweit einheitliche Lösung zu finden, wie mit der aktuellen Saison im Amateurfußball verfahren wird. Warum ist dies nicht gelungen?

Koch:  Amateurfußball findet vor Ort oder in der Region statt. Wichtig ist, dass die Vereine vor Ort mit den Entscheidungen ihres Landesverbandes einverstanden sind. Wir haben nicht nur in der Politik ein föderales System, wonach Entscheidungen vor Ort und unter regionalen und lokalen Gesichtspunkten getroffen werden, sondern aus gutem Grund auch innerhalb des DFB. Eine bundesweit einheitliche Lösung wäre gleichbedeutend damit, dass in Mecklenburg-Vorpommern die Entscheidung genauso getroffen werden muss wie in Bayern. Gibt es dafür eine Notwendigkeit? Aus meiner Sicht nur dann, wenn regionale Unterschiede negative Auswirkungen über die Region hinaus haben. Dem Amateurfußballer in Stralsund ist es aber zurecht völlig gleichgültig, was in Passau passiert. Er wäre verärgert, wenn ihm für seinen lokalen Spielbetrieb gegen seinen Willen ein Vorgehen aufgezwungen würde, nur weil sich mehrheitlich in Deutschland eine andere Auffassung ergibt. Verbände müssen mit ihren Entscheidungen nah dran am Menschen sein. Das ist das Grundmotiv für die föderale Struktur unseres Landes. Das Gleiche gilt für den Sport. Und jetzt ist es eben so, dass in rund 80 Prozent unseres Landes die Vereine mehrheitlich für den Abbruch der Saison plädiert haben, im Rest des Landes die Vereine mehrheitlich die Saison verlängern und sportlich zu Ende spielen wollen. Ich finde es in dieser so schwierigen Frage, zu der es schlicht keine, sprich die eine richtige Lösung gibt, gut und richtig, dass jeder Landesverband sich auf ein Votum seiner Vereine stützen kann. Das ist viel wichtiger als eine bundesweit einheitliche Lösung. 

Was bedeutet der Umstand, dass es kein einheitliches Vorgehen geben wird, für den DFB? Welche Herausforderungen und Problemstellungen ergeben sich daraus?

Koch: Es ergeben sich aus meiner Sicht nahezu keine Probleme, weil es fast keine Berührungspunkte gibt. Probleme können nur an den Schnittstellen zu DFB-Spielklassen zutage treten - also von den Regionalligen zur 3. Liga, von den Frauen-Regionalligen zur 2. Frauen-Bundesliga, von den Junioren- und Juniorinnen-Oberligen zu den Juniorinnen- und Junioren-Bundesligen. Das in Einklang zu bringen, ist bei näherer Betrachtung nicht schwierig. Da alle Regionalligen ohne Zuschauer nicht zu Ende gespielt werden können, muss über die Aufsteiger zur 3. Liga unabhängig von Abbruch oder Fortsetzung der Saison am "grünen Tisch" entschieden werden. Die übrigen angesprochenen Ligen werden nach Lage der Dinge auf DFB-Ebene abgebrochen, sodass auch hier in jedem Fall die Auf- und Absteiger durch verbandsrechtliche Entscheidungen benannt werden müssen. Weitere Schnittstellen gibt es über den Landesverband hinaus nicht. In Bayern würde sich allein dann ein Problem ergeben, wenn bayerische Vereine aus der 3. Liga in die Regionalliga absteigen würden. Das ist aber nach Lage der Dinge nicht der Fall. 

I st schon absehbar, wie mit den Ligen verfahren wird, deren Unterbau mehrere Landesverbände mit gegebenenfalls unterschiedlichen Regelungen bilden? Wie kann hier Auf- und Abstieg geregelt werden?

Koch: Das müsste verbandsrechtlich entschieden werden. Das ist aber schon dann erforderlich, wenn auch nur ein einziger Landesverband abbricht. Tatsächlich handelt es sich aber um die große Mehrheit.

Nach aktuellem Stand werden die meisten Landesverbände einen Abbruch der laufenden Saison beschließen. Was sind die Gründe, warum sich in Bayern die Klubs anders entschieden haben und der BFV frühzeitig die Saisonfortsetzung beschlossen hat?

Koch: Niemand ist Hellseher und kann vorhersagen, was das Virus macht, was es uns noch beschert. Unterschiedliche Einschätzungen zu den Fragen, ab wann man wieder spielen kann und ob bei Fortsetzung einer Saison sportliche Entscheidungen noch einen Sinn machen, mögen die Hauptgründe für die unterschiedlichen Sichtweisen sein. Ich respektiere und unterstütze jede regional anders getroffene Entscheidung. Zu Ihrer Frage nach Bayern: Die Vereine wollten schnell Klarheit, deshalb gab es auch eine sehr frühzeitige Entscheidung, dass es vor dem 1. September auf keinen Fall weiter geht. In Bayern glaubt kaum jemand, dass die Saison 2020/2021 ordnungsgemäß, sprich mit vollständig absolviertem Spielplan, abgewickelt werden kann. Deshalb die Entscheidung, die Saison 2019/2020 sportlich und ohne Entscheidungen am "grünen Tisch" zu spielen und damit wenigstens eine Spielzeit zu retten. Und vor allem: Am 1. Juli 2021 ist alles wieder ordnungsgemäß aufgestellt und die Saison 2021/2022 steht, so denken wir, nicht mehr im Zeichen von Corona. So wird es in den Spielklassen auch keinen verstärkten Abstieg geben müssen. 

Ein weiterer, gern geäußerter Vorwurf lautet: Der DFB müsse in solchen Fällen eingreifen, ein Machtwort sprechen und klare Vorgaben machen. Was sagen Sie dazu?

Koch: Es ist im DFB nicht anders als sonst auch in Deutschland. Wir sind ein föderales Land. Föderale Strukturen führen unvermeidbar mitunter zu unterschiedlichen Regelungen. Dafür werden im föderalen System die Entscheidungen nah an und mit den Menschen getroffen. Ich finde das bei Entscheidungen ohne nationale Auswirkungen grundsätzlich gut und richtig. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass Föderalismus zu größerer Akzeptanz von Entscheidungen an der Vereinsbasis führt. Gerade in der aktuellen Pandemie-Problematik gilt das ganz besonders. Das Virus ist im Süden nun einmal viel präsenter als im Norden, die Schulferien liegen völlig unterschiedlich, das staatliche und kommunale Handeln im Umgang mit dem Virus ist völlig verschieden. 

Wann und wie können die Ligen und Spielzeiten wieder aneinander angeglichen werden?

Koch: Am 1. Juli 2021 beginnt für alle die Saison 2021/2022. Dann gelten für alle wieder die gleichen Saisondaten gemäß des Rahmenterminkalenders. Es gibt dann auch nichts mehr, was noch verbandsübergreifend einander angeglichen werden müsste. 

An der Basis wird zum Teil die Idee laut, die Ungewissheit und Pause durch die Corona-Krise zu nutzen, um den Saisonturnus im Amateurfußball auf das Kalenderjahr umzustellen. Was halten Sie davon – ein sinnvoller Gedanke oder unrealistisch?

Koch: Diese Idee gibt es, seit ich Verantwortung beim DFB trage und wir haben uns wiederholt intensiv damit auseinandergesetzt. Aus vielerlei Hinsicht, wäre das problematisch für den Amateurfußball in Deutschland. Nehmen wir nur die spannende Phase der richtungweisenden Entscheidungen, die stünden dann zu einer Jahreszeit an, die nicht wirklich attraktiv ist. Entscheidungsspiele und Relegation im tristen Spätherbst? Die ohnehin rückläufigen Zuschauerzahlen würden weiter sinken, wenn die Highlights bei schlechter Witterung stattfänden oder vielleicht sogar verlegt werden müssten, weil Plätze nicht bespielbar sind. Die Sommerpause ist in den vergangenen Jahren bereits weitgehend verkürzt worden, weil wenig Verständnis dafür vorhanden ist, in der Zeit des besten Wetters nicht zu spielen. Das geht in weiten Teilen Deutschlands zurecht soweit, dass sich die Phase der Regeneration und der intensiven Vorbereitung weitgehend auf die längere Winterpause verschoben hat. 

Den Sommer komplett durchzuspielen ist keine Option?

Koch: Ganz ohne Sommerunterbrechung lässt sich im Amateurfußball nicht spielen. Zum einen wollen Amateurfußballer im Sommer Urlaub machen, zum anderen können Plätze nur im Sommer saniert werden. Hinzu kommt die Schwierigkeit an den Schnittstellen zu den nationalen Ligen, die diesen Rhythmus nicht haben, sondern weiterhin wie bisher nach internationalem Kalender spielen, ja, spielen müssen. Eine Änderung Richtung Kalenderjahr könnte daher nur einheitlich in allen großen Fußball-Ländern Europas erfolgen.

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