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Pflegekraft |17.04.2020|16:30

Reich: "Auf- und Abstieg sind momentan egal"

Marco Reich: "Selbstverständlich wollen wir alle wieder Fußball spielen."[Foto: imago/Eibner]

Marco Reich hat 1998 mit dem 1. FC Kaiserslautern Geschichte geschrieben. Heute arbeitet der 42-Jährige in verantwortlicher Position in einem ambulanten Hilfezentrum für Senioren in seiner Heimat in Rheinland-Pfalz. Im FUSSBALL.DE-Interview erklärt Reich, wie sie die alten Menschen vor dem Coronavirus schützen und was ihn als Spielertrainer der SG Schmittweiler/Callbach umtreibt.

FUSSBALL.DE: Herr Reich, wie erleben Sie gerade im ambulanten Hilfezentrum für Senioren in Meisenheim die Corona-Pandemie?

Marco Reich: Wir sind nicht nur ein ambulanter Pflegedienst, wir haben auch eine Tagesstätte und Wohnungen, in denen Senioren leben. Wir haben alle Vorkehrungen getroffen, um die älteren Menschen und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen. Diese Maßnahmen greifen bis jetzt. Wir betreuen auf den verschiedenen Wegen 200 Senioren und haben bislang zum Glück keinen einzigen Coronafall. Wir tun alles, damit das auch so bleibt. Aber man darf dabei nicht vergessen, dass wir uns hier auf dem Land befinden. Das kann in diesem Fall ein Vorteil sind. Man darf uns nicht mit New York oder London vergleichen. Das sind andere Welten. Bei uns haben die Menschen viel stärker als in den großen Städten der Welt ihren eigenen Lebensraum. Dennoch ist es selbstverständlich möglich, dass das Coronavirus uns ebenfalls erreicht. Diese Krankheit wird uns jetzt dauerhaft begleiten. Sie ist mehr oder weniger von heute auf morgen gekommen, wird aber auf diese Weise leider nicht wieder verschwinden.

Wie gehen Sie mit der Unsicherheit und den Ängsten der alten Menschen um?

"Die Probleme der Profivereine und der Amateurklubs sind ähnlich"

Reich: Wir erklären ihnen alle Vorkehrungen, die wir getroffen haben, um sie zu schützen. Außerdem weisen wir sie immer wieder auf die Regeln hin, die unsere Regierung getroffen hat. Wenn sich alle daran halten, ist das aus meiner Sicht schon mal ein wichtiger Schritt. Bis jetzt gibt es bei uns keine Probleme. Aber natürlich nehmen wir auch die Nachrichten aus Seniorenheimen wahr, in denen sich das Coronavirus sehr schnell ausbreitet. Das ist schlimm und macht einen sehr betroffen.

Wie ist das Feedback der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die alten Menschen in ihren Wohnungen betreuen?

Reich: Unsere Pflegedienstleitung hat alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dieser Hinsicht nochmal geschult. Auch hier kann ich nur sagen, dass wir bisher gut aufgestellt sind. Das ist auch das Feedback, das wir von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekommen. Es ist eine schwierige Situation für alle. Aber bisher gehen wir als Teams sehr gut damit um. Das ist zumindest mein Eindruck.

In vielen Einrichtungen fehlen den Pflegekräften zum Beispiel Mund- und Nasenschutz oder Handschuhe. Auch Desinfektionsmittel ist knapp. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Reich: Wir hatten schon vor Ausbruch des Coronavirus einen guten Bestand im Lager, den wir regelmäßig kontrolliert haben. Das kommt uns heute zugute. Als die ersten Meldungen aus Wuhan uns erreicht haben, haben wir sehr schnell reagiert und unseren Bestand aufgestockt. Ob das Weitsicht oder reines Glück war, sollen andere beurteilen. Sicher ist aber, dass wir hier gut aufgestellt sind und bei uns bisher kein Engpass entstanden ist.

Mussten Sie die Hygienevorschriften zuletzt verschärfen?

Reich: Nein, eigentlich nicht. Wir halten uns immer an die Hygienevorschriften. Klar ist das Coronavirus neu und verunsichert alle. Aber grundsätzlich gibt es ja auch andere Viren und Erkrankungen, die vor allem für ältere und geschwächte Menschen schnell lebensbedrohlich werden können. Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass wir 2017/2018 eine Grippewelle in Deutschland hatten. An dieser sind meines Wissens nach über 20.000 Menschen gestorben. Die Dunkelziffer wird noch deutlich höher sein. Auch das Norovirus, das oft mit Durchfall verbunden ist, kann für Senioren gefährlich werden. Das mag krass klingen, aber das begleitet uns in der Altenpflege schon immer. Das Coronavirus kommt als neue und sehr hartnäckige Erkrankung jetzt noch hinzu. Das große Problem ist, dass wir darüber noch viel zu wenig wissen und dass es noch keine Medikamente und noch keinen Impfschutz dagegen gibt. Wenn das der Fall ist, können wir vielleicht langsam wieder die Ängste und Sorgen abbauen.

Und dann auch wieder ins normale Leben zurückkehren?

Reich: Ich denke, dass dieser Schritt schon vorher erfolgen sollte. So lange können wir nicht warten. Im Moment ruht ja wirklich alles. Das war für den Augenblick ganz sicher die richtige Entscheidung, kann aber kein Dauerzustand sein.

Bei Ihnen ruht derzeit auch der Fußball. Sie sind Spielertrainer der SG Schmittweiler/Callbach in der Landesliga. Wie geht es da weiter?

Reich: Gute Frage, auf die ich keine Antwort habe. Der Fußball muss im Moment total in den Hintergrund rücken. Das ist auch richtig so, weil wir derzeit eine andere Baustelle haben. Mir geht es im Amateurfußball aktuell ziemlich auf die Nerven, dass eine Diskussion entstanden ist, wie man mit Auf- und Abstiegen umgeht. Aus meiner Sicht ist das die uninteressanteste Frage, die man sich im Amateurfußball stellen kann. Für mich persönlich spielt es keine Rolle, ob wir in der Landesliga oder der Kreisliga spielen. Das ist überhaupt nicht wichtig.

Was ist Ihnen wichtig in diesem Zusammenhang?

Reich: Wie die Amateurvereine, die gerade bei uns im ländlichen Raum eine sehr wichtige gesellschaftliche Rolle einnehmen, überleben können. Selbstverständlich wollen wir alle wieder Fußball spielen, selbstverständlich wollen wir alle wieder Fußball schauen, selbstverständlich wollen wir alle wieder in die Gemeinschaft kommen. Aber das geht nur, wenn die Vereine diese Krise überstehen. Die Frage ist aus meiner Sicht nicht, in welcher Spielklasse es mit den einzelnen Mannschaften weitergeht. Ich mache mir große Sorgen, wie die Vereine überleben können.

In finanzieller Hinsicht?

Reich: Ja, natürlich. In der Bundesliga wird darüber diskutiert, welche Auswirkungen es hat, wenn die Fernsehgelder und Zuschauereinnahmen nicht mehr fließen. Aber was passiert denn im Amateurfußball, wenn das Vereinsfest nicht stattfinden darf? Die Einnahmen daraus sind für viele Klubs existenziell wichtig. Wenn das Geld nicht reinkommt, kann man keinen Trainer bezahlen, kann man den Platz nicht in Ordnung halten. Die Probleme der Profivereine und der Amateurklubs sind doch ähnlich – wenn auch natürlich auf einem ganz anderen Niveau. Bei uns sind es nicht die Fernsehgelder, sondern die Einnahmen aus Speisen und Getränken beim Sommerfest. Wenn das wegfällt, haben wir ein Problem. Das sind meiner Meinung nach für den Amateurfußball existenzielle Fragen – und nicht wer auf- oder absteigt.

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