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Regionalliga |01.08.2016|15:44

Richter: Hier spricht der Sieben-Tore-Mann!

Klingt unglaublich, ist aber wahr: Der FC Augsburg siegt in der vierten Liga mit 12:0 und der 18-jährige Marco Richter trifft sieben Mal. [Foto: Getty Images (Archivfotos) / Collage: FUSSBALL.DE]

Marco Richter ist seit Samstag doppelter Rekordhalter. Beim höchsten Sieg der Regionalliga-Historie (12:0 für den FC Augsburg II gegen den SV Seligenporten) stellte der 18-jährige FCA-Angreifer mit sieben Treffern ebenfalls eine Bestmarke auf. Richter, der vor seinem Engagement in Augsburg (seit 2011) insgesamt sieben Jahre auch in der Nachwuchsabteilung des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München ausgebildet wurde, steht noch bis zum Ende der Saison beim Bayern-Regionalligisten FCA unter Vertrag.

Im aktuellen FUSSBALL.DE -Interview spricht Marco Richter mit dem Journalisten Ralf Debat über die Torrekorde, seinen Trainer Christian Wörns, den großen Traum von einer Profikarriere und die WhatsApp-Nachrichten seiner Großeltern.

"Es war in der Vergangenheit schon mal vorgekommen, dass ich nach einer oder zwei vergebenen Tormöglichkeiten ein wenig den Kopf habe hängen lassen. Ich hatte mir fest vorgenommen, an dieser Schwäche zu arbeiten"

FUSSBALL.DE: Stand das Telefon nach Ihren sieben Treffern gegen Seligenporten überhaupt einmal still, Herr Richter?

Marco Richter: Es kamen schon sehr viele Glückwünsche - auch via Facebook oder Instagram. Da waren sogar einige Leute dabei, die ich noch gar nicht kenne. Meine Eltern und meine Freundin Lea, die alles im Stadion live miterlebt hatten, waren sehr stolz. Auch meine Oma Ingrid und mein Opa Dieter haben sich sofort nach dem Spiel per WhatsApp gemeldet. Das war schon ein geniales Gefühl.

Die Frage muss gestellt werden: Waren Ihnen zuvor schon jeweils sieben Treffer in einem Spiel geglückt?

Richter: In der E- oder F-Jugend ist das sicher mal passiert, seitdem aber nicht mehr. In der vergangenen Saison habe ich für die U 19 in der Bayernliga gegen den Baiersdorfer SV fünfmal, gegen die SpVgg Unterhaching sogar sechsmal getroffen. Sieben Tore in einem Regionalliga-Spiel zu erzielen, ist aber noch einmal eine andere Hausnummer.

Wieviele Torchancen waren für diese Rekordmarke nötig?

Richter: Gleich zu Spielbeginn traf ich die Latte, kurz vor dem Abpfiff hatte ich noch einen Treffer auf dem Fuß. Alle anderen Versuche waren drin.

Wie erklären Sie sich diesen Lauf?

Richter: Es war in der Vergangenheit schon mal vorgekommen, dass ich nach einer oder zwei vergebenen Tormöglichkeiten ein wenig den Kopf habe hängen lassen. Ich hatte mir fest vorgenommen, an dieser Schwäche zu arbeiten. Umso mehr freue ich mich, dass es diesmal so gut geklappt hat.

War Ihnen sofort klar, dass Sie gleich zwei Regionalliga-Rekorde aufgestellt hatten?

Richter: Zunächst nicht. Wenige Stunden nach dem Spiel habe ich es aber im Internet gelesen. Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, ich wäre nicht ein wenig stolz darauf.

Was hat insgesamt aus Ihrer Sicht zu dieser Torflut geführt?

Richter: Da ist mit Sicherheit einiges zusammengekommen. Zum einen arbeiten wir im Training sehr hart, unser Trainer Christian Wörns kann die Mannschaft ausgezeichnet pushen. Wir waren von Beginn an sehr gut drauf, während der SV Seligenporten sicher einen ganz schlechten Tag erwischt hatte. Immerhin hatte unser Gegner wenige Tage zuvor gegen die U 23 des FC Bayern nur ganz knapp 1:2 verloren. Ich selbst habe bei meinen sieben Toren von der sehr guten Vorarbeit meiner Teamkollegen profitiert. Ohne eine starke Leistung der gesamten Mannschaft wäre ein solches Ergebnis nicht möglich.



Als Ex-Nationalspieler verfügt Christian Wörns über große Erfahrung. Spüren Sie das im Training?

Richter: Auf jeden Fall. Er weiß als langjähriger Profi, der praktisch alles erreicht hat, ganz genau, wie er mit den Spielern umgehen muss. Wenn es sein muss, kann er auch schon mal laut werden. Er bringt jeden Einzelnen weiter. Mir persönlich kommt aber auch die Arbeit in den zurückliegenden Jahren in der U 19 unter Alexander Frankenberger zu Gute. Diese Entwicklung möchte ich auch in der U 23 fortsetzen.

Muss Christian Wörns Sie nach Ihren sieben Toren wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen?

Richter: Ich denke nicht, dass das notwendig sein wird. Seit ich mit drei Jahren beim SV Ried, einem kleinen Dorfverein bei Mering im Landkreis Aichach-Friedberg, mit dem Fußballspielen begonnen habe, ist es mein großes Ziel, Profi zu werden. Ich weiß, dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist.

Nur einen Tag vor dem Spiel gegen Seligenporten wurde FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter in einem Medienbericht zitiert, Sie müssten „im Männerbereich bei der U 23 erst einmal einen stabilen Rhythmus bekommen“. Da sind sieben Tore in einem Spiel sicher nicht die schlechteste Empfehlung, oder?

Richter: Ich gebe zu, dass mich der Artikel schon ein wenig zusätzlich motiviert hat, zumal Stefan Reuter ja auch davon gesprochen hatte, ich könnte vielleicht während der anstehenden Länderspielpausen die Chance bekommen, oben mitzutrainieren, wenn die Leistung stimmt. Das würde mich sehr freuen. Im vergangenen Jahr durfte ich bereits mit den Profis ins Wintertrainingslager nach Spanien fahren. Für einen Stürmer sind Tore nun mal grundsätzlich die beste Möglichkeit, um auf sich aufmerksam zu machen.

Schon am Dienstag geht es für Ihre Mannschaft mit der Partie beim SV Wacker Burghausen weiter. Werden Ihre Gegenspieler jetzt noch aufmerksamer sein?

Richter: Das ist schwer zu beantworten. Sollte es so sein, dann darf mich auch das nicht stören. Grundsätzlich erwartet uns in Burghausen aber mit Sicherheit ein ganz anderes Spiel und ein stärkerer Gegner. Da wird es erst einmal darum gehen, als Mannschaft gut zu stehen und defensiv stabil zu sein. Selbstverständlich werden wir dann auch versuchen, Tore zu erzielen. Diesmal würde mir aber schon ein knapper Sieg reichen. (lacht)

Lässt sich ein Schützenfest wie gegen Seligenporten überhaupt wiederholen? Oder war es ein wohl einmaliges Erlebnis?

Richter: Um ganz ehrlich zu sein: Vor der Partie hätte ich ein solches Ergebnis gar nicht für möglich gehalten - und wurde eines Besseren belehrt.

Für die U 19 hatten Sie mit 24 Treffern in 16 Spielen entscheidend zum Wiederaufstieg in die A-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest beigetragen. Hatten Sie sich auch vor dieser Saison eine bestimmte Tormarke als persönliches Ziel gesetzt?

Richter: Ich hatte mir vorgenommen, verletzungsfrei zu bleiben, möglichst viele Spiele zu bestreiten, zwischen 15 und 20 Toren zu erzielen. Dabei bleibt es jetzt auch.

Noch nicht an die Torjägerkrone gedacht?

Richter: Das wäre zweifellos eine coole Sache, ist aber noch weit weg.

In der Vorsaison hatte die Augsburger U 23 den Abstieg in die Bayernliga erst in der Relegation verhindert, mischt jetzt nach dem guten Saisonstart aber ganz oben mit. Was ist in dieser Saison drin?

Richter: Erst einmal ist es für uns wichtig, den Klassenverbleib zu sichern. Je früher, umso besser. Wir werden aber unser Bestes geben, um das Maximale herauszuholen.

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