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Fußballlehrerlizenz|03.02.2016|10:42

Roger Stilz als Praktikant beim HFV

Roger Stilz ist derzeit in der Ausbildung zum Fußballlehrer. [Foto: 2015 Getty Images]

Am 28.01.2016 sah man ein altbekanntes Gesicht auf dem Gelände des Hamburger Fußball-Verbands. Roger Stilz, der 2013/2014 als Co-Trainer auf der Trainerbank des HSV saß, machte im Rahmen seiner Ausbildung zum Fußballlehrer ein Praktikum beim Verband und hat infolgedessen einige Fragen beantwortet.

Roger, du bist eigentlich gebürtiger Schweizer. Was hat dich nach Hamburg verschlagen?

Das war ein Mix aus verschiedenen Punkten: Ich war damals 27 Jahre alt, habe über sechs Jahre in der 2. Liga gespielt und wollte gerne eine andere Fußballlandschaft kennenlernen. Hinzu kam mein Germanistik-Studium, das ich gerne in Deutschland beendigen wollte. Und da war der Wunsch, aus meinem gewohnten Umfeld auszubrechen, etwas Neues zu sehen. Hamburg kannte ich von einem Besuch, und ich wusste sofort, dass es Hamburg sein muss. Ich konnte also zwei, drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Aus einem geplanten Jahr wurden dann plötzlich zehn.

Was hast du denn alles in deiner Zeit in Hamburg gemacht?

Ich war von 2004-2007 Spieler bei Altona 93, ab 2007 dann beim SC Victoria. Von 2007 bis 2013 war ich bei Vicky Jugendkoordinator, Spielertrainer und spielender Co-Trainer. 2007 begann ich meine Trainerlizenzen hier beim HFV unter Uwe Jahn. Hier absolvierte ich die Scheine bis zur B-Lizenz. Meine Selbständigkeit bestand aus einem zweiten Teil: dem Schreiben von Texten, journalistische und unternehmerische.

Viele kennen dich von der Trainerbank beim HSV aus der Saison 2013/2014. Wie kam es dazu, dass du Co-Trainer in dieser Saison beim HSV warst?

Wie gesagt, ich war Jugendkoordinator von 2007-2013. Die beiden Söhne von Thorsten Fink spielten bei uns und er fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, Profitrainer zu sein und ihm zu assistieren. Natürlich wollte ich das. Darauf hatte ich jahrelang hingearbeitet. Zudem ist Thorsten ein guter Trainer und ein positiver Typ. Auch als dann Bert van Marwijk und Mirko Slomka den Posten des Cheftrainers übernahmen, blieb ich Teil des Trainerteams.

Danach ging es für dich zum 1. FC Nürnberg oder?

Genau. Nach der Saison 2013/2014 ging ich mit Valérien Ismael nach Nürnberg. Als Co-Trainer.

November 2014 wurdet ihr freigestellt. Wie ging es dann bei dir weiter?

Es war die erste Freistellung für mich. Und da schüttelte ich mich zuerst ein paar Mal richtig. Das heißt: ich analysierte. Wo stehe ich? Was will ich? Was war geschehen? Solche wichtigen Fragen halt, die man sich selbst stellen und beantworten muss, um wieder weitergehen zu können. Es kam zur überzeugten Entscheidung, mich zum Fußballlehrer-Lehrgang anzumelden. Im März 2015 fand der Eignungstest für die Fußballlehrerlizenz statt, auf den ich mich dann vorbereiten konnte. Und ich bestand.

Was wird bei dem Eignungstest für die Fußballlehrerlizenz denn abgefragt?

Der Eignungstest besteht aus einer mündlichen Prüfung, in der Fußballinhalte und Psychologie abgefragt werden, einer schriftlichen Prüfung über die Fußballlehre und  – das wichtigste – eine Lehrprobe, bei dem ein Thema ausgearbeitet und auf dem Rasen durchgeführt wird.

Welche Gründe hast du, die Lizenz abzulegen und Cheftrainer zu werden?

Ich möchte mich immer weiterentwickeln, neue Inputs über den Fußball erhalten, mehr Meinungen abwägen, um meine zu finden. Kurzum: ich möchte mein Wissen erweitern. Primär verfolge ich das Ziel, Cheftrainer zu werden, leitende Positionen einzunehmen, weil ich davon überzeugt bin, dass ich Teams führen kann. Ich kann mir verschiedene Funktionen im Fußball vorstellen. Die höchste Qualifikation will ich und brauche ich dafür.  Deswegen habe ich mich für diesen Weg entschieden

Was umfasst die Fußballlehrerlizenz?

Der Lehrgang läuft seit Juni 2015 und endet im März 2016. Es ist ein guter Lehrgang, dessen Ausbildung auch immer besser wird. Er umfasst Psychologie, Physiologie und Fußballlehre und fügt diese drei Bereiche zum komplexen Bild des Fußballs zusammen. Ein großer Aspekt ist dabei auch die Selbstreflexion und das Durchdenken verschiedener Szenarien. Man legt u.a. eine Schiedsrichterausbildung ab, absolviert Praktika und schreibt Hausarbeiten. Einige davon in Gruppen, andere, wie „Meine Trainerphilosophie“ natürlich alleine.

Wo hast Du denn schon überall Praktika gemacht und in welchen Bereichen warst du tätig?

Die drei Praktikums-Teile habe ich bei RB Salzburg absolviert. Zweimal für zwei Wochen und einmal drei Wochen lang. Dort habe ich in alle Bereiche hineingeschaut. Spiele gesehen, den Trainingsbetrieb begleitet, aber auch im Jugendbereich und so weiter. Ich war der einzige des Lehrgangs, der ins Ausland gegangen ist. Das wollte ich so. Die erste und zweite deutsche Liga habe ich zuletzt ja als Aktiver erlebt. Jetzt mache ich sechs Tage beim HFV ein Praktikum unter dem Motto „Lehren lernen“. Dabei referiere ich z.B. über das Thema „D-Jugend das goldene Lehralter“ oder bereite und führe Praxiseinheiten durch, die natürlich auch unter einem bestimmten Thema stehen. Der Kontakt zu den Mitarbeitern hier beim HFV, gerade zu Uwe Jahn, ist nie abgebrochen und so habe ich mich auch sehr auf ein Wiedersehen gefreut.

Nun geht es jetzt ja in die finale Phase deines Lehrgangs. Was steht jetzt alles noch an?

Die Abschlussprüfungen finden demnächst statt. Die bestehen aus drei Teilen: Psychologie, Physiologie und Fußballlehre, welche schriftlich, mündlich und auch praxisorientiert geprüft werden.

Du hast deine eigene Trainerphilosophie erwähnt. Ist sie geprägt von deiner Zeit als Co-Trainer in der 1. und 2. Bundesliga?

Natürlich! Alles beeinflusst einen und hinterlässt Spuren. Aber auch die Zeit davor bei Victoria oder gewisse Trainer, die ich in der Schweiz hatte, beeinflussen meine Philosophie. Als ich 19 war, habe ich unter Marcel Koller trainiert (u.a. VfL Bochum, Österreichischer Nationaltrainer a.d.r.) Von ihm sind mir immer noch Sätze im Kopf. Gute Dinge bleiben. Fußball ist meine Passion, ich brenne für diesen Sport. Es ist Ernsthaftigkeit und ein gutes Gefühl zugleich.

Ist deine eigene Trainerphilosophie der Kern der Fußballlehrerlizenz?

Nein, es ist viel mehr ein Endprodukt dieses Lehrgangs. Die Philosophie ist nicht starr, sie bleibt veränderbar durch mich und passt sich auch Situationen an. Sie gibt aber dennoch meine Richtung vor.

Nach der Lizenz, wie soll es für dich weitergehen?

Ich kann mir verschiedene Aufgaben vorstellen, aber ich möchte einen Chefposten. Noch habe ich keinen Weg eingeschlagen. Ich lass mich überraschen.

Hamburger Fußball-Verband

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