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Wieder da |09.01.2020|15:00

Rückkehrer Schmidt: "War dem Burnout nahe"

Schmidt zurück bei Bischofswerda: "Damit hatte ich nie im Leben gerechnet."[Foto: imago/Picture Point]

Erst im September war Erik Schmidt (40) als Trainer beim Bischofswerdaer FV, Schlusslicht der Regionalliga Nordost, freigestellt worden. Nach nur vier Monaten ist er zurück und soll den Tabellenletzten jetzt doch vor dem Abstieg bewahren. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Schmidt über seine ungewöhnlich schnelle Rückkehr und eine wertvolle Fußballpause.

FUSSBALL.DE: Nur vier Monate nach Ihrer Freistellung sind Sie zurück beim Bischofswerdaer FV. Das ist ungewöhnlich. Erklären Sie uns, wie es dazu kam, Herr Schmidt!

Erik Schmidt:  Gewöhnlich ist das nicht, das stimmt. Dennoch ist meine Rückkehr unspektakulär abgelaufen.  (lacht)  Die Vereinsführung hat mich angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könne, wieder Cheftrainer zu werden. Wir hatten gute Gespräche und ich habe mich aus dem Bauch heraus dafür entschieden, das Angebot anzunehmen. Mein Vertrag lief ja ohnehin noch bis zum Saisonende.

Kurios war auch der Grund für die Trennung von Ihrem damaligen Nachfolger und jetzigen Vorgänger Fred Wonneberger, der nach Vereinsangaben keine gültige Trainerlizenz mehr vorweisen konnte.

"Mein Ehrgeiz, die Mannschaft wieder in die richtigen Bahnen zu lenken, war zu groß. Diese Verbissenheit hat mich fast kaputt gemacht"

Schmidt:  Unterschiedliche Faktoren haben dazu geführt, dass die Zusammenarbeit zwischen Verein und Trainer so schnell endete. Das geht mich aber nichts an und daher werde ich mich dazu auch nicht äußern.

Was war Ihre erste Reaktion, als der Verein Sie zurückholen wollte?

Schmidt:  Ich war überrascht. Damit hatte ich nie im Leben gerechnet. Als Außenstehender ist es vielleicht schwer zu verstehen, warum ich mich für eine Rückkehr entschieden habe. Aber dazu muss ich sagen: Wir hatten seit 2013 gemeinsam etwas aufgebaut, sind von der Landesliga bis in die Regionalliga aufgestiegen. Solche Erfolge schweißen zusammen. Wir haben bereits viel erlebt und geschafft. Ich freue mich, wieder ein Teil dieses Vereins zu sein.

Der Bischofswerdaer FV hatte Sie im September trotz der lange Zeit sehr erfolgreichen Zusammenarbeit freigestellt. Was waren Ihrer Meinung nach die Gründe dafür?

Schmidt:  Da muss ich ein wenig ausholen. Wir sind ein kleiner Verein mit geringem Etat. Dass wir in der Regionalliga an unsere Grenzen stoßen würden, war jedem im Klub bewusst. Sportliche Gründe hatte die Freistellung also nicht. Es lag am unterschiedlichen Umgang mit dem Fehlstart. Ich habe mich in der täglichen Arbeit zu sehr von meinen Emotionen leiten lassen, statt rational zu handeln, und bin über das Ziel hinausgeschossen. Mein Ehrgeiz, die Mannschaft wieder in die richtigen Bahnen zu lenken, war zu groß. Diese Verbissenheit hat mich fast kaputt gemacht. Im Nachhinein musste ich feststellen, dass ich zu dieser Zeit eine angeknackste Psyche hatte und tatsächlich dem Burnout nahe war. Ich schaffte es nicht mehr, die Familie, meinen Beruf als Fuhrparkleiter und den Regionalligafußball so zu vereinen, dass alles funktionierte. Daher war die Freistellung vermutlich das Beste, was mir passieren konnte - auch wenn ich sie erst einmal nicht hinnehmen wollte.

Wie haben Sie die zurückliegenden Monate ohne Fußball verbracht?

Schmidt:  Die ersten Wochen waren nicht einfach. Fußball war für mich wie eine Droge, die auf einmal nicht mehr existierte. Dann habe ich aber angefangen, das Leben zu genießen. Erstmals seit unzähligen Jahren konnte ich viel Zeit am Stück mit meiner Familie verbringen. Wir waren im Urlaub, in Erlebnisparks und haben die Zeit zu dritt genossen. Ich habe endlich mal wieder gemerkt, was wirklich wichtig ist im Leben.

Man kann also sagen, dass Ihnen die Fußballpause die Augen geöffnet hat und Sie jetzt ein glücklicheres Leben führen?

Schmidt:  Absolut. Nach so vielen Jahren als Fußballtrainer im Amateurbereich - zusätzlich zu meinen Verpflichtungen als Familienvater und Berufstätiger - kannte ich es gar nicht mehr anders, als ständig unter Strom zu stehen und Stress zu haben. Ich habe nicht auf meinen Körper gehört und meine Grenzen ignoriert. Mittlerweile weiß ich besser, wie belastbar ich bin, und gönne mir zwischendurch auch Pausen. Außerdem werde ich alles dafür tun, dass meine Familie nicht wieder unter meiner zeitintensiven Tätigkeit als Fußballtrainer leidet.

Denken Sie, dass es zwischenmenschlich zwischen der Vereinsführung und Ihnen noch passt?

Schmidt:  Da mache ich mir keine Sorgen, weil wir uns seit Ewigkeiten kennen, schon viele Erfolge zusammen gefeiert haben und uns aussprechen konnten. Vielmehr müssen sich die Mannschaft und ich wieder annähern. Mir ist bewusst, dass ich mit einigen Jungs nicht gut umgegangen bin und es Spieler gab, die froh darüber waren, dass ich weg war. Aber jeder macht Fehler und es gab auch andere Probleme als mich. Ich werde mich bessern und anders verhalten, als in meinem Stresszustand vor ein paar Monaten. Ich bin optimistisch, dass das Team und ich schnell wieder auf einer Wellenlänge sein werden.

Mit zehn Zählern rangiert Bischofswerda am Tabellenende, seit Anfang November gab es keinen Sieg mehr. Worauf liegt zu Beginn Ihrer Arbeit der Fokus?

Schmidt:  Wir waren in unseren erfolgreichen Jahren eine Mannschaft, die das Ballbesitzspiel perfekt beherrschte und das Spiel gelenkt hat. Diese Dominanz wollten wir auch in der Regionalliga zeigen. Allerdings müssen wir anerkennen, dass das nicht hingehauen hat. Deshalb geht es nun darum, eine andere Spielweise zu entwickeln, die in dieser starken Liga für uns zum Erfolg führen kann.

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