Hilfe-Center

Hilfe-Center

Regionalliga

Regionalligen

Verbände

Verbände

Wenn Du dich bei unserer Community einloggst, kannst du Vereine und Mannschaften als Favoriten speichern und direkt von hier aus schnell und einfach erreichen.

Matchkalender

Begegnungen in deiner Nähe

{{typeaheadInput.text}}

* Pflichtfelder

Amateurstatistiken

Wandervogel|05.02.2017|10:00

Sabaly: Afrika-Cup, 2. Liga, jetzt Heider SV

Früher Nationalspieler, heute Oberliga-Trainer in Schleswig-Holstein: Mamado Sabaly ist seit 13 Jahren in Norddeutschland zu Hause. Neben dem Fußball arbeitet er als Bewegungstherapeut in einer Klinik in Heide. [Foto: Privat]

In Senegal wurde er zum Nationalspieler, in Spanien zum Fußballprofi, in Deutschland zum Amateurtrainer. Mamadou Sabaly (43) kümmert sich heute um den Heider SV in der Schleswig-Holstein-Liga. Seine Erfahrungen beim Africa-Cup und bei UD Levante kommen ihm dabei zugute.

Guédiawaye ist eine mittelgroße Stadt in Senegal. Die Einwohner dort haben einen geringen Lebensstandard und sind vielfach von Armut betroffen. Der Fußball kann die Tür zu einem besseren Leben sein. Beispiele gibt es genügend: Der aus Guédiawaye stammende Tony Sylva brachte es als Torwart zum AS Monaco, Diafra Sakho zum millionenschweren Premier-League-Spieler bei West Ham United. Auch Mamadou Sabaly, der heute den Heider SV in der Schleswig-Holstein-Liga trainiert, zählt zu den berühmten Söhnen der Stadt. Er schaffte es von den sandigen Straßen Senegals zum Fußballprofi in Spanien. „Alles, was ich erreicht habe, verdanke ich dem Sport“, sagt er im Gespräch mit FUSSBALL.DE.

"Die ersten Monate wollte ich einfach nur zurück"

Der Verteidiger spielte in seiner Heimat in der 1. Liga. Er lief vor mehreren tausend Zuschauern auf, war trotzdem zu dieser Zeit Amateur. „Wir bekamen nur etwas Geld für die Reisen oder für das Essen. Die Verdienstmöglichkeiten sind in meiner Heimat gering. Daher kämpfen alle afrikanischen Fußballer darum, den Sprung nach Europa zu schaffen“, erzählt Sabaly. Damals ließen sich keine europäischen Scouts bei den Spielen der senegalesischen Liga blicken. Man musste den Sprung in die Nationalmannschaft schaffen, um von den Talentsuchern überhaupt gesehen zu werden. „Dafür braucht man Glück. Es gibt viele gute Fußballer in Afrika“, so Sabaly.

Er hatte Glück. Sabaly wurde Nationalspieler und nahm im Jahr 1994 am Africa-Cup teil. Auch wenn er kein Stammspieler war, zählt die Kontinentalmeisterschaft zu seinen schönsten Erlebnissen: „Die Menschen sind noch verrückter als die Europäer bei einer Europameisterschaft. Alle sind so stolz auf das eigene Land.“

Sabalys Leistungen blieben nicht unbemerkt: Der spanische Zweitligist UD Levante gab ihm eine Chance. Mehr als eineinhalb Monate musste der damals 23-Jährige am Probetraining teilnehmen – neben 35 weiteren Kandidaten. „Nur ich bekam einen Vertrag. Ich war damals der erste farbige Spieler, der jemals bei UD Levante gespielt hat“, erzählt er. Die Kehrseite der Medaille: Sabaly wurde mit Rassismus konfrontiert. „Das war natürlich hart. Aber ich habe versucht, mich einfach auf den Fußball zu konzentrieren.“

Duelle mit Real Madrid

Die Segunda Division war damals voller Top-Talente. Real Madrid war mit der zweiten Mannschaft vertreten. Auch spätere Stars wie der 88-malige portugiesische Nationalspieler Pauleta waren in der 2. Spanischen Liga aktiv. „Das war eine tolle Zeit“, sagt Sabaly: „Ich war zwar einmal sechs Monate verletzt, habe ansonsten aber viel gespielt.“ Nach zwei Jahren war das Abenteuer Spanien beendet. Aufgrund der Ausländerregelung wurde sein Vertrag nicht verlängert: „Wir hatten sechs oder sieben Ausländer in der Mannschaft. Aber nur drei durften spielen. Für mich war einfach kein Platz mehr.“ Einige Drittligisten sollen an ihm interessiert gewesen sein. Doch ohne Pass eines EU-Landes wäre er dort nicht spielberechtigt gewesen.

Sabaly kehrte zurück nach Afrika, spielte in Marokko und Algerien. Dann wagte er mit 30 Jahren den Sprung nach Deutschland. Als er aus dem Flugzeug stieg, herrschte frostiger Winter. Für ihn als Afrikaner war das mehr als ungewohnt. „Es war für mich eine komplett neue Erfahrung, im Schnee zu trainieren. Die ersten Monate wollte ich einfach nur zurück. Dann kamen noch einige rassistische Vorfälle hinzu. Aber ich bin kein Mensch, der einfach aufgibt“, erzählt für Sabaly.

Auch in der Klinik kommt Sabaly gut an

Für ihn begann eine muntere Reise durch den Hamburger Amateurfußball. Nach seiner ersten Station Anke Wismar folgten Vereine wie der SV Todesfelde , NTSV Strand 08 und FC Schönberg 95 . Insgesamt kam er auf elf Klubs. Sabaly kennt die norddeutschen Amateurplätze also in allen Facetten. Das hilft ihm bis heute. Seit November 2012 trainiert er den Heider SV.

Schon früh hatte er sich gewünscht, seine Erfahrung an junge Spieler weiterzugeben. Bereits im Senegal trainierte er Jugendliche. Als Sabaly zum Heider SV kam, steckte der Verein in einer sportlichen Krise. Davon kann heute keine Rede mehr sein: Der „kleine HSV“ steht auf dem 5. Platz der fünftklassigen Schleswig-Holstein Liga.

Sabaly war erst eineinhalb Jahre Assistenztrainer, dann wurde er gemeinsam mit Sönke Beiroth zum Cheftrainer ernannt. Dass er gerne mit Menschen zusammenarbeitet, zeigt sich auch an seiner Berufswahl. Der Senegalese ist Bewegungstherapeut in einer Klinik in Heide. „Herr Sabaly kommt hier echt klasse an. Er besitzt das nötige Einfühlungsvermögen und hat eine tolle Art, mit Menschen umzugehen“, sagte sein Chef Dr. Thomas Birkner gegenüber der shz . Ähnliche Eigenschaften dürften seine Spieler an ihm schätzen.

Anzeige