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Kuriose Karriere|26.12.2020|17:00

Samed Yesil: Rheindeich statt Anfield Road

"Die Trophäe hat bei mir zu Hause in Krefeld einen Ehrenplatz bekommen": Samed Yesil mit dem "Silbernen Schuh" bei der U 17-WM in Mexiko (re.)[Foto: Getty/privat/Collage]

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Welcher Viertliga-Kicker kann von sich behaupten, mal für den FC Liverpool an der Anfield Road gespielt zu haben? Samed Yesil, der seit einigen Wochen in der Regionalliga West für den VfB Homberg am Ball ist, kann davon erzählen. Im FUSSBALL.DE-Interview erklärt der 26-Jährige, warum er heute nicht unter der Regie von Jürgen Klopp trainiert, sondern in der 4. Liga kickt.

FUSSBALL.DE: Wie kommt ein früherer Profi des FC Liverpool an den Duisburger Rheindeich zum VfB Homberg, Herr Yesil?

Samed Yesil: Ich wollte nach meiner vorherigen Station bei Ankara Demirspor in der 3. Liga der Türkei zurück nach Deutschland. Mein älterer Cousin Mehmet hatte bereits vor 15 Jahren für den VfB Homberg gespielt. Ich hatte ihn deshalb gebeten, den Kontakt zu VfB-Präsident Thomas Bungart herzustellen. Danach ging alles ganz schnell. Um mir ein Bild zu machen, absolvierte ich zwei Trainingseinheiten mit dem Team und habe dann einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben.

Vor knapp zehn Jahren schien Ihre Profikarriere vorgezeichnet. Schon mit 17 Jahren debütierten Sie für Bayer 04 Leverkusen in der Bundesliga. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie für den damaligen Schweizer Nationalspieler Tranquillo Barnetta eingewechselt wurden?

"Ich kannte Steven Gerrard nur aus dem Fernsehen oder von der Playstation"

Yesil: Mit der Einwechslung ging ein Traum von mir in Erfüllung. Schon als kleines Kind wollte ich immer Profifußballer werden. Obwohl ich nur acht Minuten Spielzeit hatte, war das Gefühl damals beim 3:3 gegen Hertha BSC unbeschreiblich.

Von der "Werkself" führte Ihr Weg nach England zum großen FC Liverpool, bei dem Sie einen Vier-Jahres-Vertrag erhielten. Was haben Sie bei den "Reds" für Ihr Leben mitgenommen?

Yesil: Ich bin gut erzogen worden und wusste, wie ich mich gegenüber meinen Mitmenschen zu verhalten hatte. (lacht) Aber als junger Mensch war es nicht einfach, mit den Medien umzugehen. Ich musste aufpassen, wie und vor allem was ich sage. Insgesamt ist sicher nicht alles optimal gelaufen, während der letzten Saison wurde ich auch an den FC Luzern in die Schweiz ausgeliehen. Ein Pflichtspiel durfte ich für die "Reds" im Cup-Wettbewerb gegen Swansea an der Anfield Road absolvieren. Das bleibt unvergessen.

Wie war es für Sie, mit den Weltstars Steven Gerrard oder Luis Suarez in einer Kabine zu sitzen?

Yesil: Ich kannte Steven Gerrard nur aus dem Fernsehen oder von der Playstation. Es hatte zwei bis drei Wochen gebraucht, bis ich das alles realisiert hatte. Am Anfang konnte ich es selbst gar nicht glauben. (lacht)

Haben Sie sich überhaupt getraut, die Topstars anzusprechen?

Yesil: Die meisten Liverpool-Profis sind auf mich zugekommen, waren hilfsbereit. Es war wie in einem Traum. Nachdem das Eis gebrochen war, fiel es mir auch leichter, mit Luis Suárez auf dem Platz zu gehen und ein Getränk bei einer Torschuss-Übung auszuspielen.

Wer hat Ihnen bei der Eingewöhnung besonders geholfen?

Yesil: Das war aufgrund der deutschen Sprache Nuri Sahin, der damals für ein halbes Jahr von Real Madrid nach Liverpool ausgeliehen wurde. Mit ihm bin ich zusammen zum Training gefahren. Er hat sich sehr um mich gekümmert.

Was konnten Sie bei den "Reds" lernen?

Yesil: Ich war vor jeder Trainingseinheit immer zwei Stunden eher auf dem Platz, um positiv aufzufallen. Die Kabine war leer, ich zog mich um und ging in den Kraftraum. Dort waren dann schon mindestens zwölf weitere Liverpool-Profis und stemmten Gewichte. Da war mir klar, dass man viel arbeiten muss, um dauerhaft ganz oben zu bleiben. Das professionelle Verhalten hat mir imponiert.

Der FC Liverpool war nicht zuletzt durch Ihre herausragenden Leistungen für die deutschen Junioren-Nationalmannschaften auf Sie aufmerksam geworden. Bei der U 17-WM in Mexiko wurden Sie beispielsweise nach sechs Treffern mit dem "Silbernen Schuh" ausgezeichnet. Haben Sie den Pokal mit nach England genommen?

Yesil: Die Trophäe hat bei mir zu Hause in Krefeld einen Ehrenplatz bekommen.

Ihnen standen in der Fußballwelt eigentlich alle Türen offen. Was ist schiefgelaufen?

Yesil: Ich hatte extremes Pech. Meinen ersten Kreuzbandriss hatte ich mir bei der U 19-Nationalmannschaft in Italien auf Kunstrasen zugezogen. Nachdem ich mich zurückgekämpft hatte, ist mir erneut das Kreuzband gerissen. Ich war insgesamt zwei Jahre raus aus dem Fußballgeschäft. Auch danach warfen mich immer wieder kleinere Verletzungen zurück.

Während Ihrer Karriere sind Sie viel herumgekommen, haben nach Liverpool beim FC Luzern, bei Panionios Athen und bei Ankara Demirspor im Ausland gespielt. Wo hat es Ihnen am besten gefallen?

Yesil: Am schönsten war es in Griechenland, weil es dort immer angenehm warm war. Ich hatte nur Sommer, eine super Wohnung direkt am Meer und auch sportlich lief es für mich gut. In den zwei Jahren habe ich mit Panionios Athen an der UEFA-Cup Qualifikation teilgenommen. Leider sind wir durch zwei 0:1-Niederlagen gegen Maccabi Tel Aviv ausgeschieden und haben uns nicht für die Gruppenphase qualifiziert.

Statt der Anfield Road heißt Ihre Heimspielstätte nun PCC-Stadion. Welche Ziele verfolgen Sie mit VfB Homberg?

Yesil: Ich will verletzungsfrei bleiben, so viele Spiele wie möglich machen und mit dem VfB Homberg den maximalen Erfolg. Momentan haben wir uns eine sehr gute Ausgangsposition erarbeitet.

Mal ehrlich: Wie sehr bedauern Sie es, es nicht ganz auf die "große Bühne" geschafft zu haben?

Yesil: Trotz aller Hindernisse bin ich mit meiner Karriere zufrieden. Ich wollte Profifußballer werden, das habe ich geschafft. Dann wollte ich mir und meinen Eltern ein Haus kaufen. Auch das habe ich erreicht. Abgesehen davon bin ich erst 26 Jahre. Wenn ich gesund bleibe, werde ich den Sprung nach oben wieder schaffen. Da bin ich mir sicher. Vorher will ich aber mit dem VfB Homberg den Klassenverbleib schaffen.

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