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Kultfigur Edgar Krause |06.05.2016|15:30

Schiedsrichter Krause: Mit 88 pfeift er ab

Nach 65 Jahren reicht es: Edgar Krauses Pfeife bleibt in Zukunft stumm. [Foto: Symbolfoto Imago/Privat]

Ohne Vorwarnung machte er einfach Schluss: Edgar Krause zog sich ein letztes Mal seine Schiedsrichterkleidung an und schnürte seine Fußballschuhe. Vor seinem zu leitenden Altherren-Freundschaftsspiel im Kreis Fulda wusste keiner, dass seine Pfeife mit dem Schlusspfiff in Zukunft für immer stumm bleiben wird. „Nach der Partie habe ich erst offiziell verkündet, dass es vorbei ist“, sagt Krause. Erwähnt werden dabei muss allerdings, dass unsere FUSSBALL.DE-Kultfigur der Woche bereits 88 Jahre alt ist – 65 davon gehörte Krause der Schiedsrichtervereinigung Fulda an.

Krauses Laufbahn als Unparteiischer startete 1951 eher zufällig. Ein Arbeitskollege überredete ihn damals, an dem zweimonatigen Lehrgang teilzunehmen. Aus einem simplen Grund: „Ich habe immer so viel über die Entscheidungen des Schiedsrichters gemeckert“, gibt Krause zu. Weil an weitere Pflichtspiele als Fußballer aufgrund eines Meniskusschadens ohnehin nicht mehr zu denken war, kam ihm diese Aufgabe eigentlich sogar gelegen. Auf diese Weise konnte er seinem großen Hobby, dem Fußball, weiter treu bleiben.

Innerhalb kürzester Zeit wurde deutlich, dass Krause durchaus Talent an der Pfeife hat. Bereits vier Jahre nach seiner bestandenen Schiedsrichter-Prüfung durfte er Spiele der heutigen Hessenliga leiten. Bei Partien mit großer Kulisse von teilweise mehr als 10.000 Zuschauern und unter reichlich Adrenalin stehenden Fußballern kam es besonders auf sein Durchsetzungsvermögen an. Dass Entscheidungen hin und wieder mit Pfiffen der Fans quotiert oder Kommentaren der Spieler bewertet werden, daran hat sich schließlich bis heute nichts geändert. „Das man ausgepfiffen wird, ist normal. Ich habe mit der Zeit ein dickes Fell bekommen“, betont Krause.

Etwas seltener wurden seine Einsätze, als er das Amt des Bezirksschiedsrichterobmanns antrat, welches er insgesamt 30 Jahre bis zur Jahrtausendwende ausübte. Mit der Pfeife auf dem Platz stand der pensionierte Angestellte der Deutschen Bahn in dieser Phase nur noch, wenn Not am Mann war. Eben in dieser Zeit vermittelte er aber auch den Spaß am Schiedsrichter-Dasein an seine drei Enkel.

"Ich habe solange weitergepfiffen, weil mein Verein keinen Schiedsrichter hatte. Damit wollte ich Geldstrafen und Punktabzüge vermeiden"

Ähnlich wie bei ihm mussten sie anfangs jedoch zu ihrem Glück gezwungen werden. „Sie wollten immer etwas mehr Taschengeld haben. Ich habe ihnen dann gesagt, dass sie sich als Schiedsrichter etwas dazu verdienen können“, berichtet Krause. Die drei Brüder folgten der Idee ihres Opas und waren einige Jahre lang sogar als Gespann unterwegs. Mit Marcus Rolbetzki ist ein Enkel sogar in seine Fußstapfen getreten. Wie sein Opa damals pfeift er heute noch Partien der Hessenliga .

Bis zuletzt war Krause nicht nur bei Altherren-Spielen, sondern auch in Duellen von C-, D- und E-Jugendmannschaften als Unparteiischer aktiv. Um sich dafür fitzuhalten, ging er regelmäßig schwimmen und Tennis spielen. Trotz seines kaputten Knies trat er bis zu einer Meinungsverschiedenheit mit dem Übungsleiter vor gut zwei Jahren zudem noch einmal wöchentlich gegen den Ball.

Zu diesem Zeitpunkt wollte er eigentlich auch schon seiner Schiedsrichter-Karriere ein Ende setzen. „Ich habe solange weitergepfiffen, weil mein Verein keinen Schiedsrichter hatte. Damit wollte ich Geldstrafen und Punktabzüge vermeiden“, sagt Krause. Doch mit 88 Jahren ist nun endgültig Schluss. Insgesamt 65 Jahre lang legte er sich für die Schiedsrichtervereinigung Fulda ins Zeug.

Nebenbei saß Krause übrigens jahrelang im Kreisjugendausschuss und wirkte als Auswahlbetreuer mit. „Das Sichten der Talente hat mir große Freude gemacht“, blickt Krause zurück – und es war erfolgreich: Denn eines der Talente war der spätere Kapitän von Borussia Dortmund und 32-malige deutsche Nationalspieler Sebastian Kehl. Krause betreute den gebürtigen Fuldaer damals in der C-Jugend.

Obwohl seine Pfeife von nun an stumm bleibt, lässt er sich als Ehrenmitglied und ehemaliger Geschäftsführer von Borussia Fulda weiterhin häufiger bei den Spielen des Vereins blicken. Und auch bei der Schiedsrichtervereinigung Fulda taucht der im Ältestenrat sitzende Krause regelmäßig auf. „Ich gehe immer noch zu jeder Veranstaltung“, sagt Krause. Komplett Schluss ist für ihn also irgendwie doch nicht.

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