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Familienbande |18.10.2017|12:00

Schumacher: Opa Heinz und das Wembley-Tor

Talent geerbt: Dario Schumacher (Bild rechts, vorne) ist der Enkel des Vize-Weltmeisters Heinz Hornig, hier während der WM 1966 in England. [Foto: Fotos imago; Collage FUSSBALL.DE]

Fünf Niederlagen am Stück und sogar seit neun Spielen in Folge sieglos: Für den Bonner SC läuft es in der Regionalliga West momentan richtig schlecht. An Dario Schumacher aber liegt es eher nicht, dass der Vorjahresneunte nach starkem Saisonstart mit sieben Punkten aus den ersten drei Partien inzwischen auf einen Abstiegsplatz abgestürzt ist. Der Ex-Schalker ist als „Sechser“ mit vier Treffern sogar der beste Torschütze der Bonner. Das Fußball-Gen hat er wohl von seinem Großvater geerbt, der ist schließlich Vize-Weltmeister – die neueste Folge unserer Serie Familienbande.

Der geknickt vom Platz schleichende Uwe Seeler, der ungläubig auf seinen Kasten und Schiedsrichter Gottfried Dienst schauende Hans Tilkowski oder der so jung-unschuldig wirkende Franz Beckenbauer: Das bis heute unvergessene Endspiel der Weltmeisterschaft 1966 in London hat unzählige persönliche Fußball-Geschichten geschrieben, die bekannteste ist natürlich die vom Schützen des berühmten „Wembley-Tores“ Geoff Hurst und Linienrichter Tofik Bahramov, der den Ball des Engländers von der Latte hinter die Linie des deutschen Tores aufprallen sieht. Einer, der beim Endspiel am 30. Juli 1966 zuschauen muss, wie die deutsche Mannschaft um den möglichen WM-Sieg gebracht wird, ist Heinz Hornig – (mütterlicherseits) der Opa von Dario Schumacher.

Der inzwischen 80-Jährige muss sich in London allerdings schon zum zweiten Mal im Duell mit Engländern wie im falschen Film vorkommen. Ein Jahr und gut drei Monate vor dem vielleicht umstrittensten Treffer der Fußball-Geschichte verliert Heinz Hornig mit dem 1. FC Köln auf unfassbar kuriose Weise das Viertelfinale des Europapokals gegen den FC Liverpool. Ist das Stichwort „Wembley-Tor“ unter Fans allseits geläufig, wissen vielleicht nur noch die älteren unter den Fußball-Experten noch etwas mit dem Begriff „Münzwurf von Rotterdam“ anzufangen.

Münzwurf von Rottersdam

"Zu meinem Opa habe ich einen engen Kontakt. Wir gehen häufig gemeinsam ins Stadion. Natürlich ist er auch häufig bei meinen Spielen und gibt mir immer ein Feedback, was gut war und was ich verbessern kann"

Wir schreiben den 24. März 1965, als sich der deutsche und der englische Meister bereits zum dritten Mal gegenüber stehen. Die ersten beiden Duelle im Müngersdorfer Stadion beziehungsweise an der Anfield Road gehen jeweils 0:0 aus. Vor mehr als einem halben Jahrhundert bedeutet das: Es geht nicht in die Verlängerung, sondern ein drittes Spiel auf neutralem Platz muss die Entscheidung bringen. Im Stadion De Kuip in Rotterdam fallen zwar endlich Tore, doch nach dem 2:2 nach Verlängerung und somit insgesamt 300 Minuten zwischen Köln und Liverpool ist immer noch kein Sieger ermittelt. Weil es damals aber noch kein Elfmeterschießen gibt, muss der Gewinner per Münze ermittelt werden. Als ob nicht alles schon nervenzerfetzend genug wäre, bleibt die Scheibe beim ersten Mal im morastigen Rasen senkrecht auf der Kante stecken. Erst im zweiten Versuch legt sie sich auf eine Seite ・ rot für die Reds - Liverpool gewinnt. „Wir waren alle am Boden zerstört. Das war schon sehr bitter und unvergesslich zugleich. Zum Glück gibt es das nicht mehr“, sagt Heinz Hornig fast 50 Jahre später in einem Interview mit DFB.de.

Unzählige Male hat Dario Schumacher diese Geschichte – und natürlich die von Wembley – von seinem Großvater gehört oder sie in alten Fernsehaufnahmen gesehen. Noch heute ist der gebürtige Gelsenkirchener und frühere Flügelflitzer dem Fußball eng verbunden, beobachtet für den 1. FC Köln Spiele und Spieler. „Zu meinem Opa habe ich einen engen Kontakt. Wir gehen häufig gemeinsam ins Stadion. Wenn ich mit ihm unterwegs bin, mache ich mir auch selber immer Notizen und vergleiche diese mit seinen“, sagt Dario Schumacher. „Natürlich ist er auch häufig bei meinen Spielen und gibt mir immer ein Feedback, was gut war und was ich verbessern kann.“

Geboren in Grevenbroich am Niederrhein, fängt der heute 24-Jährige beim Bedburger BV an, Fußball zu spielen. Mit 14 schließt er sich Alemannia Aachen an und erhält nach der Jugend einen Profivertrag beim seinerzeitigen Drittligisten. Am Tivoli spielt er mit Stars wie Albert Streit zusammen und kommt auf zehn Einsätze in der 3. Liga (zwei Tore), doch dann muss der frühere Bundesligist Insolvenz anmelden. Dario Schumacher wechselt zum FC Schalke 04, ist für die U 23 in der Regionalliga vorgesehen. „Von der Spielklasse war das zwar ein Schritt zurück, aber natürlich habe ich mir Hoffnungen gemacht, dass ich auf Schalke zwei Schritte nach vorne gehen könnte“, sagt Dario Schumacher. Der Traum von der Bundesliga und der Gelsenkirchener Arena erfüllt sich nicht, nur einmal zählt der Mittelfeldkicker zum 19er-Kader der Schalker Profis beim DFB-Pokal-Spiel in Darmstadt.

Duales Studium

Drei Jahre lang bleibt er auf Schalke, kommt in der U 23 der Königsblauen 71-mal zum Einsatz, ehe er sich im Sommer 2016 dem Bonner SC anschließt. Bei den Rheinländern wird er zur Führungsfigur und möglicherweise doch noch einmal für einen Profiklub interessant. Sein Vertrag beim Bonner SC läuft im nächsten Jahr aus, wie es danach weiter geht, weiß er noch nicht. „Mit dann 25 Jahren wäre es wohl meine letzte Chance, im Fußball noch einmal höher anzugreifen“, weiß Dario Schumacher. Aber: „Das lasse ich erst einmal auf mich zukommen. Jetzt gilt meine volle Konzentration dem Bonner SC.“

Er ist nicht so naiv, voll und ganz auf die Karte Fußball zu setzen. Schon vor eineinhalb Jahren nimmt er am IST in Düsseldorf ein duales Studium im Sport- und Business-Management auf und arbeitet nebenbei in einem Golfclub in Gelsenkirchen. „Ich habe auch selbst angefangen, Golf zu spielen. Das ist ein sehr guter Sport, um runterzukommen und die Konzentration zu trainieren“, bemerkt Dario Schumacher.

Die Sportart wird er aber vorerst nicht wechseln, dafür steht in der Familie Hornig/Schumacher der Fußball eben schon in der dritten Generation an erster Stelle. Auch Heinz Hornigs Sohn Michael ist lange aktiv am Ball und bis 2014 Trainer beim TV Herkenrath. Heute ist Dario Schumachers Onkel in der Berateragentur Sports Total, die unter anderem Weltmeister Toni Kroos und BVB-Star Marco Reus vertritt, tätig. Dario Schumachers Bruder Raphael hingegen muss die Schuhe früh an den Nagel hängen, nach einer schweren Knieverletzung ist schon mit 16 Jahren in der Jugend des Bedburger BV Schluss.

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