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Inklusion |02.12.2019|11:00

TuS Königsdorf: Wie Inklusion gelingen kann

Inklusion bei Königsdorf: "Fußball ist optimale Plattform, um Menschen mit Handicap Platz mitten in der Gesellschaft zu ermöglichen."[Foto: TuS Königsdorf]

Beim TuS Blau-Weiß Königsdorf wird Integration groß geschrieben. In dem Klub aus dem Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) treten behinderte und nicht-behinderte Fußballer gemeinsam im regulären Spielbetrieb an. In der Theorie klingt das gut. Aber wie funktioniert das in der Praxis?

Nach Niederlagen sind sie gemeinsam enttäuscht, nach Siegen feiern sie zusammen. Das ist beim TuS Blau-Weiß Königsdorf nicht anders als bei den knapp 25.000 anderen Vereinen in ganz Deutschland. Der Klub sticht allerdings aus einem anderen Grund aus der Masse heraus: In den Herrenmannschaften treten behinderte und nicht-behinderte Spieler gemeinsam Woche für Woche im ganz normalen Spielbetrieb an, in der Bezirksliga und in den Kreisligen B und D.

Blau-Weiß Königsdorf hat sich die Inklusion von Menschen mit Behinderung zur Aufgabe gemacht. Was bei anderen Vereinen vielleicht in der Theorie eine Rolle spielt, wird dort schon längst in der Praxis gelebt. Aber kann das wirklich funktionieren, wenn es um Erfolg und Misserfolg geht? Um Abstieg, Klassenverbleib und Aufstieg?

Im Fall von Blau-Weiß Königsdorf gibt es auf diese Fragen nur eine Antwort: Ja, es funktioniert - und zwar ganz hervorragend! "Für uns ist es keine außergewöhnliche Situation, wenn Menschen mit und ohne Handicap zusammen auf dem Platz stehen und um Tore, Sieg und Punkte spielen", sagt Malte Strahlendorf, der bei dem Verein aus der Nähe von Köln in der erweiterten Abteilungsleitung die Inklusion verantwortet. Natürlich ehrenamtlich.

"Wir brauchen da einfach noch mehr mutige und kreative Macher, um das Thema in die Vereine zu bringen und sich den Menschen mit Behinderung zu öffnen"

Das Thema ist für den 33-Jährigen deshalb eine Herzensangelegenheit, weil er hauptberuflich in der Gold-Kraemer-Stiftung zusammen mit Willi Breuer, Trainer des 1. FC Köln in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga, das Fußball-Leistungszentrum Frechen leitet. In dieser Funktion arbeitet Strahlendorf jeden Tag mit Menschen mit geistiger Behinderung zusammen. 

Inklusion längst eine Selbstverständlichkeit

Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass Strahlendorf und seine Mitstreiter versuchen, die fußballbegeisterten Menschen mit geistiger Behinderung in einem Fußballverein zu integrieren. Derzeit werden 18 Spieler durch die Gold-Kraemer-Stiftung betreut. Alleine sechs davon spielen bei Blau-Weiß Königsdorf, weitere bei anderen Vereinen im FVM. "Der Fußball mit seiner integrativen Kraft ist die optimale Plattform, um Menschen mit Handicap einen Platz mitten in der Gesellschaft zu ermöglichen", sagt Strahlendorf. "Wir brauchen da einfach noch mehr mutige und kreative Macher, um das Thema in die Vereine zu bringen und sich den Menschen mit Behinderung zu öffnen.

In Königsdorf sieht das so aus. Je nach Spielstärke werden die geistig behinderten Fußballer den verschiedenen Mannschaften zugeteilt und nehmen am Trainings- und Spielbetrieb teil. Manchmal geht es zunächst auch einfach nur darum, am Sport- und Vereinsleben teilzuhaben. Was auf den ersten Blick durchaus bemerkenswert ist, ist für die Vereinsverantwortlichen kaum eine Erwähnung wert. "Bei uns ist das eigentlich gar kein Thema mehr", sagt Strahlendorf. "Wir machen das inzwischen seit über vier Jahren. Deshalb hat es sich längst zu einer Selbstverständlichkeit und entsprechenden Einstellung entwickelt."

Und wie funktioniert das im Alltag? "Es klappt einfach", sagt Strahlendorf. "Die regelmäßige Begegnung ist dabei das Entscheidende. Bei uns gibt es in dieser Hinsicht überhaupt keine Differenzierung mehr. Es ist ja nicht nur bei uns so, dass die Fußballmannschaften oft ein Spiegelbild der Gesellschaft sind. In der Gemeinschaft eines Teams sollte es völlig egal sein, ob der Spieler von hier oder aus einem anderen Land kommt. Die Glaubensfrage sollte keine Rolle spielen. Und bei uns kommt noch die besondere Konstellation hinzu, dass es auch gleichgültig ist, ob der Spieler ein Handicap hat oder eben nicht." Und wie gehen die Gegner mit dieser besonderen Konstellation um? "Wir sind bekannt in der gesamten Region. Niemand hat ein Problem damit. Wir wollen keinen Bonus haben, nur weil wir Spieler mit Behinderungen in unseren Reihen haben. Wir wollen als ganz normale Fußballmannschaft wahrgenommen werden."

Hürden in den Köpfen abbauen

Natürlich gibt es manchmal auch Schwierigkeiten. Aber die sind dafür da, um gelöst zu werden. Am besten gelingt das, wenn alle entsprechend Rücksicht aufeinander nehmen und in den Dialog gehen. "Wenn im Training manche taktische Übungen eben nicht nur fünfmal sondern zehnmal wiederholt werden müssen, bis es wirklich alle verstanden haben, dann ist das eben so", betont Strahlendorf. "Dafür haben wirklich alle Verständnis. Auf der anderen Seite bringen unsere behinderten Mitspieler auch eine riesige Vielfalt in unsere Gemeinschaft. Wir lernen unheimlich viel von ihnen, vor allem in gesellschaftlicher und sozialer Hinsicht. Die behinderten Menschen sind fast nie das Problem. Es geht für uns eher darum, Hürden in den Köpfen der nicht-behinderten Menschen abzubauen."

Aus seiner Erfahrung weiß Strahlendorf, dass das kein Prozess ist, der von heute auf morgen erledigt ist: "Das dauert Monate, wahrscheinlich sogar Jahre. Aber wenn alle den Sinn hinter dieser Aktion verstanden haben und welche Bedeutung die Inklusion behinderter Menschen in einen Verein für beiden Seite hat, werden alle Hürden – vor allem die gedanklichen – meist ganz schnell eingerissen." In Königsdorf sind auf diesem Weg echte Freundschaften zwischen behinderten und nicht-behinderten Spielern entstanden. Einige sind große Fans des 1. FC Köln und fahren gemeinsam durch die ganze Republik zu den Auswärtsspielen des Bundesligisten.

In Königsdorf hat die Inklusion funktioniert. In der jetzigen Bezirksliga-Mannschaft, die in der vergangenen Saison den Aufstieg aus der Kreisliga A geschafft hat, hat lange ein Spieler mit Handicap eine der wichtigsten Positionen im Team eingenommen. Er war Torwart. Kürzlich hat er sich bei einer unglücklichen Aktion einen Kreuzbandriss zugezogen. Seitdem fehlt er – in sportlicher, aber vor allem auch in menschlicher Hinsicht.

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