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Kultfigur |12.01.2018|16:30

Unverkäuflich! Opi mit 81 noch Torwarttrainer

Würde nie zum FC Bayern gehen: der 81-jährige Torwarttrainer Heinz Böhmer vom TuS Kranenburg. [Foto: redaktionsbüro.ruhr]

Auch wenn der reaktivierte 72-jährige Jupp Heynckes noch einen Torwarttrainer für den FC Bayern bräuchte: Der 81-jährige Heinz Böhmer vom TuS Kranenburg ist unverkäuflich. "Opi", so wird er genannt, wird den Klub vom Niederrhein, dem er schon seit 1950 angehört, nie verlassen. Böhmer ist unsere Kultfigur der Woche.

Als Jupp Heynckes im Oktober 2017 zum FC Bayern zurückkehrte, war diese Personalie auch bei den Böhmers ein Thema. In der Familie aus der niederrheinischen Gemeinde Kranenburg wird viel über Fußball geredet. Weil die Bayern einen 72 Jahre alten Trainer aus dem Ruhestand holten, gab es Gesprächsstoff. Heinz Böhmer nahm es mit Humor. Er sprach zwei seiner Enkelkinder an, die den Münchnern die Daumen drücken. „Wisst ihr was?“, sagte Böhmer. „Der Jupp brauchte noch einen Torwarttrainer. Deshalb haben sich die Bayern bei mir gemeldet.“

"Wenn die Gräten das mitmachen, werde ich noch einige Zeit Torwarttrainer bleiben. Vorausgesetzt, die Jungs akzeptieren mich noch"

Die Kinder begriffen natürlich, dass der Großvater nur scherzte. Weniger weil sie ein Engagement des 81-Jährigen an der Säbener Straße für absurd hielten. Sondern mehr, weil sie sich nicht vorstellen konnten, dass der "Opi" als Torwarttrainer beim TuS Kranenburg aufhört. Diesen Posten hat Heinz Böhmer schon seit mehreren Jahrzehnten inne. „Und wenn die Gräten das noch mitmachen, werde ich noch einige Zeit Torwarttrainer bleiben“, sagt er. „Vorausgesetzt, die Jungs akzeptieren mich noch.“

Die Torhüter des Teams aus der Kreisliga B wollen die Einheiten mit Heinz Böhmer, den sie "Opi" nennen, nicht missen. „Das liegt mit Sicherheit daran, dass ich immer für viel Abwechslung sorge“, sagt der Rentner. „Und ein lockerer Spruch muss immer dabei sein.“

Heinz Böhmer bildet sich auch im hohen Alter weiter, liest Bücher über das Torwarttraining. Er findet die Übungen aus der Schule von Sepp Maier immer noch aktuell. Der Kranenburger vermittelt seinen Schützlingen aber auch das, was Andreas Köpke in der Nationalmannschaft lehrt. Eine Oliver-Kahn-Gedächtnis-Übung streut er gerne ein, bei dieser müssen die Torhüter sich in Eins-gegen-Eins-Situationen beweisen. Und die niederländische Torwartschule kommt bei Heinz Böhmer nicht zu kurz. Er liest Bücher von Frans Hoek, der einst beim FC Barcelona und Bayern München zum Stab von Louis van Gaal gehörte. „Man muss immer auf dem Laufenden bleiben“, sagt Heinz Böhmer.

Es gab auch Torhüter, die dem "Opi" aus Kranenburg skeptisch begegneten. Als sich ein auswärtiger Spieler dem Klub anschloss, bezweifelte er, dass der älterer Mann mit dem unrunden Gang ihn fordern könnte. „Dann hat er mal 20 Minuten mit Heinz Böhmer trainiert und war anschließend fix und fertig. Der wusste dann, dass der ältere Mann es noch draufhat“, sagt Bernd Schiwek, 1. Vorsitzender des TuS Kranenburg.

Beim Verein aus der deutsch-niederländischen Grenzregion zahlt Heinz Böhmer mittlerweile seit 1950 seinen Mitgliedsbeitrag. Natürlich stand Böhmer auch zu seiner aktiven Zeit im Tor. „Ich war immer groß und kräftig, deshalb musste ich die Handschuhe anziehen“, erzählt der achtfache Großvater.

Als junger Torwart hatte er ein bekanntes Idol. Heinz Böhmer bewunderte Toni Turek, Weltmeister von 1954. Als der Held von Bern mit Fortuna Düsseldorf in Kleve gastierte, sah sich der Kranenburger das Spiel natürlich an. Ansonsten war Zuschauen nie so Heinz Böhmers Ding. Er packte lieber mit an. Für seinen Klub spielte Böhmer noch in den Altherren. Er machte den Jugend-Obmann und schließlich den Torwarttrainer. Geld hat Heinz Böhmer in all den Jahren nicht bekommen, eine Bezahlung stand von seiner Seite auch nie zur Debatte.

Er profitiert auf andere Weise vom Sport. „Das Torwarttraining hält mich jung“, sagt Heinz Böhmer. „Viele Bekannte unterhalten sich über ihre Leiden. Ich habe selber Probleme mit den Hüften, aber anstatt zu klagen, gehe ich lieber zum Sportplatz.“ Weil sie ihren Opi so sehr schätzen, haben Bernd Schiweck und seine Vorstandskollegen den 81-Jährigen jüngst als unverkäuflich bezeichnet. Der FC Bayern kann sich also auch in Zukunft Angebote sparen.

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