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Familienbande |31.01.2018|15:30

Vater Beister: 400km mit dem Fanbus für Maxi

Hängen beide am SC Lüneburg: Ex-Profi Maximilian Beister (li.) und Vater Rainer Beister. [Foto: Verein]

Der Niederrhein startet gleich mit einem Highlight ins neue Fußballjahr. Im Viertelfinale des Niederrheinpokals stehen sich am 4. Februar im KFC Uerdingen und Rot-Weiß Oberhausen zwei frühere Erstligisten gegenüber. Im Trikot der Gastgeber wird dann wohl erstmals ein 47-facher Bundesligaspieler auflaufen: Maximilian Beister. Grund genug, für seinen Vater Rainer - auch Vereinskollege beim heimischen SC Lüneburg - die gut 400 Kilometer bis nach Krefeld zu fahren: die neueste Folge unserer Serie Familienbande.

Nun als Uerdingen, vierte Liga. Für Maximilian Beister scheint das auf den ersten Blick sportlich ein krasser Abstieg zu sein, doch der frühere deutsche U-21-Nationalspieler selbst und sein Vater Rainer verstehen den Wechsel zum ambitionierten Regionalliga-Aufsteiger eher als vielversprechenden Neuanfang. „Natürlich sieht ein Regionalligist auf den ersten Blick für einen ehemaligen Bundesliga-Profi wie ein Rückschritt aus, aber der KFC hat ihm eine richtig gute Perspektive aufgezeigt“, erzählt Rainer Beister und führt aus: „Der Verein will wieder nach oben, was aufgrund der Aufstiegsregelung schwierig, aber sicher nicht unmöglich ist. Wichtig ist, dass er jetzt wieder auf hohem Niveau Fußball spielen kann.“

"Der Name Beister zieht immer noch, so dass wir immer wieder einige gute Kicker aus der Umgebung zum SCL locken können"

Geboren in Göttingen und nach dem Umzug der Eltern nach Lüneburg fußballerisch beim VfL Lüneburg groß geworden, wechselt Maximilan Beister mit 14 Jahren ins Nachwuchsleistungszentrum des Hamburger SV. Am 22. November 2009 feiert das offensive Mittelfeldtalent als 19-Jähriger sein Debüt in der Bundesliga. Weil seine Einsätze „oben“ aber sporadisch bleiben, wird er für zwei Jahre zum Zweitligisten Fortuna Düsseldorf ausgeliehen, um mehr Spielpraxis zu erhalten. 2012 kehrt er zum HSV zurück, wird bei seinem Herzensklub Stammspieler, ehe ihn im Januar 2014 eine schwere Knieverletzung aus der Bahn wirft. Es ist der Wendepunkt seiner Karriere. Nach fast einem Jahr Pause feiert Maximilian Beister zwar sein Comeback bei den Hamburgern, kommt aber über den Status einer Ergänzungskraft nicht mehr hinaus. Es folgt der Weggang zu Mainz 05, von dort eine Ausleihe zu 1860 München und schließlich mit einem Engagement bei Melbourne Victory in Australien die erste Auslandserfahrung.

Es bleibt ein kurzes Abenteuer, denn nach nur knapp vier Monaten in Down Under kehrt Maximilian Beister nach Deutschland zurück, wo er in Mainz noch unter Vertrag steht. Ende Juni 2017 jedoch löst er sein Arbeitsverhältnis bei den Rheinhessen auf, ist seitdem ohne Verein, bis der ambitionierte KFC Uerdingen den inzwischen 27-Jährigen am 13. Januar als Transfercoup präsentiert. Zu seinem Debüt beim früheren Europapokal-Halbfinalisten am kommenden Sonntag (14 Uhr) gegen RWO wird er natürlich auch Besuch aus der Heimat bekommen. „Sicher werden wir und seine Freunde vom SC Lüneburg mit einem Fanbus zu dem einen oder anderen Spiel fahren“, kündigt Rainer Beister an.

Schließlich sind die Beisters in der Hansestadt zu Hause – und in einem jungen, noch kleinen Fußballverein äußerst aktiv. Der SC Lüneburg 2014 hat zwar bisher erst vier Mannschaften im DFB-Spielbetrieb, aber in Ex-HSV-Profi Maximilian Beister einen prominenten zweiten Vorsitzenden. „2014 haben wir mit Maxi und einigen ehemaligen Mitstreitern aus der Jugendzeit beim VfL Lüneburg den SC Lüneburg gegründet“, verrät Rainer Beister. „Seit Maxi in Uerdingen unterschrieben hat, kann er natürlich nicht mehr so oft hier vor Ort sein. Wenn er aber hier ist, dann hilft er im Verein, vor allem im Marketing-Bereich. Der Name Beister zieht immer noch, so dass wir immer wieder einige gute Kicker aus der Umgebung zum SCL locken können.“ Er selbst ist dritter Vorsitzender bei den „Salzstadtkickern“.

Rainer Beister kommt selbst recht spät zum Fußball. Er wächst in Salzgitter auf, im dörflichen Calbrecht. „Meine Eltern hatten einen Bauernhof. Für uns Kinder gab es dort genügend andere Möglichkeiten, die Freizeit zu gestalten. Natürlich habe ich mit den Kumpels auch mal gekickt, aber in unserem Dorf selber gab es keinen Verein und der nächste Verein war mir zu weit weg, so dass ich erst mit 17 Jahren in einen Verein eingetreten bin“, schildert Rainer Beister seine ersten Gehversuche im Fußball. Beim TSV Fortuna Salzgitter kickt er in der A-Jugend und zwei Jahre in der ersten Mannschaft. Danach wechselt er zum Wolfenbütteler SV und spielt in der damals viertklassigen Verbandsliga, ehe er noch einmal zu Fortuna Salzgitter zurück kehrt.

Rainer Beister studiert in Braunschweig und Göttingen Wirtschaftswissenschaften und schließt sich dem TSV Waake an. „Da hatte ich leider eine sehr unglücklichen Start. Schon im zweiten Spiel für Waake, das war an einem Ostersamstag, habe ich mir das Bein gebrochen“, erinnert er sich. In Waake lässt er mit Anfang 30 seine aktive Karriere ausklingen, kickt im Jahr 1995 noch ein wenig bei den Alten Herren des TuS Hertha Betzendorf. „Doch auch da ging es nicht ohne Blessuren ab, nach einem Bandscheibenvorfall und großen Knieproblemen habe ich es mit dem Fußball dann gelassen.“

Etliche Jahre später wird Rainer Beister Trainer. Übernimmt 2013 die Ü 50 der SG Heidetal-Ilmenau. Eine gute Entscheidung, denn mit den „Oldies“ und unter anderem Ex-Profi Ralf Sievers im Team räumt die Truppe ordentlich ab. Erst wird die SG Heidetal-Ilmenau Vize-Niedersachsen-Meister, dann norddeutscher Meister und schließlich beim DFB-Finale in Berlin deutscher Vize. „Ab und zu spiele ich da auch noch mit“, nickt der Vorruheständler.

Die meiste Freizeit geht für den dreifachen Vater – neben Maximilian haben seine Frau Regina und er noch die Töchter Katharine (33), Friederike (30) – aber für den SC Lüneburg drauf „Bisher läuft es recht erfolgreich. Die erste Mannschaft ist zweimal hintereinander aufgestiegen und auch in diesem Jahr sieht es mit dem Sprung dann in die Bezirksliga ganz gut aus“, resümiert Rainer Beister. „Wichtig ist nun vor allem der Ausbau der Nachwuchsabteilung, in der wir bisher Spielgemeinschaften mit unserem Nachbarklub Ochtmissen eingehen.“

Mit dem Namen Beister als Pfund sollte das gelingen, auch wenn der prominente zweite Vorsitzende des Klubs inzwischen wieder etwas weiter weg sein eigenes Fußball-Glück sucht.

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