Hilfe-Center

Hilfe-Center

Regionalliga

Regionalligen

Verbände

Verbände

Wenn Du dich bei unserer Community einloggst, kannst du Vereine und Mannschaften als Favoriten speichern und direkt von hier aus schnell und einfach erreichen.

Matchkalender

Begegnungen in deiner Nähe

{{typeaheadInput.text}}

* Pflichtfelder

Amateurstatistiken

Kult-Schreihals |14.05.2017|09:00

Video-Star VfR-Lupo: Keiner schreit schöner

Filmen und schreien: der VfR-Lupo in Aktion. [Foto: Bieckmann]

Aus den Videos auf seinem YouTube-Kanal kennt man nur seine impulsive Stimme. Beim VfR Mannheim kennt man auch sein Gesicht. Sein Stammplatz ist hinter dem gegnerischen Tor. Als Fan, Filmer, Stürmercoach und Balljunge ist er dort für seinen Verein zum Glücksbringer geworden: der VfR-Lupo. Wir haben unsere Kultfigur der Woche beim Verbandsliga-Heimspiel gegen die SG HD-Kirchheim besucht.

Es ist Freitagabend, Derbyzeit in der bfv-Verbandsliga. Für den VfR Mannheim geht es fünf Spieltage vor dem Ende der Saison noch um alles. Nur einen Punkt trennt den Verein von Relegationsplatz zwei. Die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Oberliga lebt. Eine gute Stunde vor dem Spiel treffen die ersten Zuschauer im Mannheimer Rhein-Neckar-Stadion ein, insgesamt 8.000 Zuschauer finden hier Platz. An diesem Abend sollen es rund 200 werden, die sich auf den Tribünen verteilen. Der VfR-Lupo ist einer von ihnen. Am Eingang des Stadions ist er mit anderen Anhängern des Vereins im Gespräch. Unter seiner geöffneten Jeansjacke blitzt das Vereinslogo seines VfR Mannheim hervor. Seit mehr als 47 Jahren ist der Verein seine große Liebe. Als Jugendspieler fing alles an. „Meine Brüder waren VfRler“, erzählt der 53-Jährige im Gespräch mit FUSSBALL.DE . „Ich bin da mitgenommen worden und habe selbst in der Jugend für den VfR gespielt. Dann bleibt das Herz halt auch da hängen.“

In seiner Jugendzeit war er Mittelstürmer. „Goalgetter“, wie er selbst sagt. Mittlerweile beschränkt er sich aufs Zuschauen. Seinen damaligen Torriecher gibt er dabei gerne weiter. „Ich sehe mich ein bisschen als Stürmercoach“, erklärt er. Genau aus diesem Grund findet der 53-Jährige bei Spielen seines Vereins regelmäßig den Weg hinter das gegnerische Tor. Dort, wo er den Offensivspielern vor dem Abschluss noch entscheidende Worte zurufen kann. „Früher bin ich nur hinters Tor, wenn die Spiele eng wurden. Wenn noch zehn Minuten zu spielen waren und wir unbedingt gewinnen mussten.“ Immer mit dabei: sein Fotoapparat. „Ich wollte immer Tore fotografieren und habe gemerkt, dass das sauschwer ist. Das ist mir nie gelungen.“

Ein alter Wolf als Glücksbringer

"Das, was ich sag oder schrei, das ist ja nicht für den Film. Der, der neben mir steht und keine Kamera hat, der schreit genau so"

Irgendwann entdeckte der VfR-Lupo dann die Filmfunktion für sich. Sein erstes Video auf YouTube entstand vor exakt zehn Jahren. Eine Aufnahme vom Derby gegen Waldhof. Der VfR gewann mit 1:0 und der VfR-Lupo hielt den Siegtreffer in Bewegtbildern fest. „Ganz schlechte Filmqualität, als die Bilder laufen lernten. Und dann natürlich der Jubel im Block und mein eigener Jubel“, erinnert er sich. Heute sind seine Videos von den Toren des VfR Mannheim zum Standard geworden. Auf YouTube sind es inzwischen mehr als 300. Seine emotionalen Ausbrüche verleihen jedem einzelnen eine ganz besondere Note. Nicht umsonst wird er in Mannheim liebevoll VfR-Lupo genannt. Lupo, das ist italienisch für Wolf. „Irgendjemand hat mich mal so getauft, als alter Wolf oder so. Der Name ist eher zufällig entstanden.“

Auch im Heimspiel gegen die SG HD-Kirchheim will der alte Wolf wieder die entscheidenden Szenen seines Teams festhalten. Seine Kompaktkamera hat er dafür in der Tasche seiner Jeansjacke verstaut. Im Normalfall. Heute ist das anders. Eine knappe halbe Stunde vor dem Anpfiff stellt der Edelfan fest, dass er seine Kamera vergessen hat. Zum ersten Mal in seiner Laufbahn als Filmer. „So doof kann man nicht sein“, flucht er und schaut auf die Uhr. „Naja ist ja noch Zeit. Ich wohne nur drei Minuten von hier entfernt.“ Im weiteren Verlauf des Gesprächs wird er dann aber doch nervös. „Ich ruf jetzt meine Frau an, dass sie die Kamera mit dem Fahrrad schnell vorbeibringt.“ Als seine Frau nicht ans Telefon geht, entschließt sich der Kultfilmer, den Heimweg anzutreten. Für die Antwort auf die Frage nach einer Anekdote aus seiner Zeit als Filmer braucht er ohnehin Bedenkzeit.

Gut zehn Minuten später kommt er wieder. „Es waren tatsächlich nur drei Minuten zu Fuß“, sagt er und lacht. Eine Anekdote ist ihm inzwischen eingefallen. „Mein Video mit den meisten Klicks war ein Nicht-Tor. Im Gegenzug haben wir dann ein Tor kassiert und verloren. Das ist fast schon typisch VfR.“ Mehr als 65.000 Mal wurde sein Video aus dem Jahr 2014 auf YouTube aufgerufen. Focus Online veröffentlichte die Aufnahme und schrieb „Kurioses aus der Oberliga: Der vielleicht irrste Elfmeter aller Zeiten“. Erst scheiterte der VfR zweimal am gegnerischen Torwart, im dritten Anlauf dann am Pfosten. Für den VfR-Lupo untypisch: Er sagte während der Aufnahme keinen einzigen Ton. Bei Elfmetern macht der Schreihals öfter mal eine Ausnahme. „Wenn ein Elfmeter reingeht, kann ich mich zurückhalten, weil ein Elfmeter eh drin sein muss.“

Im Rhein-Neckar-Stadion schallt die Vereinshymme durch das weite Rund. „VfR, ganz egal was auch passiert. VfR, blau-weiß-rot wir stehn zu Dir“. Der Stadionsprecher verkündet die Aufstellungen und der VfR-Lupo macht sich für das Spiel bereit. Inzwischen kommen auch die ersten Spieler aufs Feld. Die Kultfigur begrüßt Mittelstürmer Niko Pavic per Handshake durch den Zaun. „Er hat letztens in die Kamera gejubelt“, erzählt der VfR-Lupo stolz und macht ein Foto von seinen Kickern. Mit den Spielern seines Vereins ist er bestens bekannt. „Die fragen auch mal: ‚Und, hast du es drauf?‘ Und ich sag dann: ‚Heute Abend auf YouTube!‘“

Nebenberuflich Balljunge

Dann rollt im Rhein-Neckar-Stadion der Ball. Der VfR spielt in der ersten Halbzeit von der Haupttribüne aus betrachtet von links nach rechts. Der Stürmercoach steht schräg hinter dem gegnerischen Tor. Beide Arme sind durch den Zaun gestreckt. In der linken Hand die Zigarette, in der rechten Hand die Kamera. „Gar nicht so einfach, alles zu kombinieren“, sagt er und lacht. Bei Heimspielen stellt sich der Schreihals bewusst hinter den Zaun. „Da kann ich aus mir heraus, und machen, was ich will. Als offizieller Pressevertreter auf dem Feld müsste ich ja die Klappe halten.“

Auf fremdem Platz mit Tartanbahn steht die Kultfigur auf dem Feld. „Da muss ich ein bisschen Piano machen. Es gibt auch Schiedsrichter, die einen da wegjagen.“ Ab und zu macht der Kultfilmer bei seinem Job negative Erfahrungen mit den Ersatzspielern des Gegners. „Die sind nicht immer nur freundlich. Aber da ist es natürlich delikat, wenn ich das dann auf dem Film habe.“ Häufig kommen diese Szenen nicht vor. „Ich versuche mich auch anständig zu benehmen, so ist es nicht. Aber in der ersten Emotion kann es halt mal passieren.“ Neben seiner Tätigkeit als Filmer und Fan holt er auf fremdem Platz gern auch mal für den gegnerischen Torwart die Bälle. Natürlich nur dann, wenn sein Verein die Zeit braucht.

Glorreiche Vergangenheit

Heute kann er sich ausschließlich auf das Filmen konzentrieren. Den Anspruch auf Vollständigkeit hat er dabei nicht. „Ich stehe nicht nur hinter dem Tor. Ich habe ja auch alle möglichen Freunde hier.“ In erster Linie sieht sich der VfR-Lupo als Fan. Seine Videoaufnahmen laufen nur nebenbei. Die eine oder andere Zigarette raucht er parallel. „Das, was ich sag oder schrei, das ist ja nicht für den Film. Der, der neben mir steht und keine Kamera hat, der schreit genau so.“ Für den VfR-Lupo ist das nichts Besonderes, sondern eine normale Reaktion. Heiser ist er nach den Spielen nicht. „So viele Tore schießen wir dann doch nicht, dass ich so oft schreien muss“, witzelt er. An die Aufstiegsspiele 2011 gegen Ravensburg erinnert er sich besonders gern zurück. Der VfR stieg in die Oberliga auf und der VfR-Lupo konnte sein Glück kaum fassen. „Da war die Stimme ein bisschen angegriffener als sonst, weil das ganz wichtig war.“

Im Spiel gegen die SG Heidelberg-Kirchheim will der Ball trotz hochkarätiger Möglichkeiten nicht den Weg ins Tor finden. „Das geht mir auf die Nerven“, flucht der Kultfilmer und stampft mit den Füßen. In der Schlussviertelstunde wirft der VfR nochmal alles nach vorne. Doch Alexander Jäger, der gegnerische Keeper und ehemalige VfR-Spieler, ist an diesem Abend einfach zu stark. Am Ende trennen sich beide Mannschaften mit 0:0. „Das könnte es gewesen sein“, sagt der VfR-Lupo geknickt. „Wir haben gehofft, dass die anderen einmal patzen und jetzt patzen wir selber. Bei aller Bescheidenheit, eine Liga höher darf es für den VfR schon sein. Die Oberliga wäre schon ein Schuh, der passen würde.“

Während sich das Stadion nach und nach leert, schallt aus den Lautsprechern „Football’s coming home“ von den Three Lions. Die Version des Liedes ist angereichert mit den Kommentaren von Reporterlegende Herbert Zimmermann, der das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft im Jahr 1949 kommentierte. Damals wurde der VfR Mannheim durch einen 3:2-Sieg über Borussia Dortmund Deutscher Meister. Insgesamt 92.000 Zuschauer verfolgten das Spiel im Stuttgarter Neckarstadion. Von Zuschauerzahlen und Erfolgen wie diesen ist der VfR heute weit entfernt. Sportlich laufen die Kicker von Regionalligameister Waldhof Mannheim dem Verein für Rasensport aktuell den Rang ab. Vor zehn Jahren war das noch anders. „Ein besonderes Spiel“, sagt der Edelfan. „100 Jahre Waldhof und wir haben dort gewonnen und denen die Geburtstagsfeier versaut. Derbysiege sind die schönsten.“ Den Siegtreffer und seinen eigenen Jubel hatte er aufgenommen. Sein erstes Video für den VfR.

Anzeige

Hinweis

Bitte prüft zunächst, das Spiel mit eurer Spielberichtskennung im DFBnet aufzurufen und die Torschützen selbstständig zu korrigieren. Wenn das nicht mehr möglich ist, ist eine Korrektur nur noch über den Staffelleiter möglich. Um den zuständigen Staffelleiter zu kontaktieren öffnet das betroffene Spiel hier auf FUSSBALL.de, klickt auf „Falsches Ergebnis melden“ und versendet das ausgefüllte Formular. Bitte verwendet die Kontaktfunktion nur, wenn euch diese Informationen nicht geholfen haben.Für die Pflege der Staffeln, die Kontrolle und Freigabe der Ergebnisse ist der jeweilige Staffelleiter zuständig. Hinweise auf falsche oder fehlende Ergebnisse oder Tabellen richtest Du bitte an den zuständigen Staffelleiter. Wenn du über die Wettbewerbsnavigation zur entsprechenden Staffel gehst, findest du direkt unter der Liste der Begegnungen den Button „Falsches Ergebnis melden“ Dort kannst Du Dein Anliegen beschreiben. Bitte gib so viele detaillierte Daten wie möglich an, mindestens Mannschaftsart, Spielklasse, Gebiet und Spielnummer. Alternativ gelangst Du auch über das Profil deiner Mannschaft unten auf die aktuellen Wettbewerbe.

Weiter